Freitag, 11. Juni 2010

Dumme Einwanderer, die sich auch noch vermehren


"Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer", so eine Äußerung von Thilo Sarrazin auf einer Veranstaltung der Arbeitskreise Schule Wirtschaft der Unternehmensverbände Südhessen in Darmstadt.

Und weiter führt er lt. Spiegel aus: "..Es gebe "eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz..."

Wenn man sich in dem dazugehörigen Forum umschaut, sind gefühlte 80 % der dort diskutierenden SpOn-Leser der Meinung, der Mann hat recht, endlich einer, der den Mut hat, die Wahrheit auszusprechen.

Seit geraumer Zeit tritt der ehemalige Finanzsenator von Berlin und jetzige Bundesbanker fast ohne Arbeitsgebiet immer wieder mal mit markigen Sprüchen an die Öffentlichkeit.
Der letzte kostete ihn zwar nicht seinen Arbeitplatz, aber sein Arbeitsgebiet.

Was ist dran, an diesem "Der Mann hat doch recht". Erstmal erschreckt es mich schon, wieviel nationalistisches Gedankengut in dem doch sooo intelligenten deutschen Michel vorhanden ist. Erstaunlich auch immer, daß sich Sarrazin grundsätzlich Bevölkerungsgruppen für seinen medialen Rundumschlag aussucht, die eh in dieser Gesellschaft der Stigmatisierung ausgesetzt sind. Diesmal also konkret die türkischen und arabischen Einwanderer.

Warum meinen so viele, er hätte recht, was läuft falsch in diesem Land, sind andere Nationen dümmer als wir Deutschen?
Letzteres ist gefährlich nahe an der Rassereinheitstheorie der Nazis und so richtig mag ich gar nicht über die genaue Aussage Sarrazins nachdenken.

Ja, wir haben Menschen, die seit Jahren in der BRD leben, die heute immer noch schlecht deutsch sprechen und die schon aus diesem Grund Schwierigkeiten bei der Intergration in die Gesellschaft haben.
Ja, auch in der zweiten und dritten Generation ist dieses Phänomen anzutreffen. Kann man das aber grundsätzlich verallgemeinern und wo fängt die Verantwortung der Schule, wo die staatlicheVerantwortung an?

Sarrazin zieht es vor zu pöbeln, Menschengruppen gegeneinander aufzuhetzen, die mediale Aufmerksamkeit ist ihm sicher. Was man bei ihm nicht findet, sind Lösungsansätze.

Morgen wäre in der DDR Lehrertag gewesen (natürlich gibt es dazu dann einen kleinen Beitrag). Und schon einmal in diesem Blog habe ich auf die unterschiedlich Sichtweise der Gesellschaft auf den Beruf des Lehrer in der BRD und der DDR hingewiesen.
Hier sind sie immer öfter die Buhmänner, in der DDR war es ein hochanerkannter Beruf.

Und damit bin ich bei dem hiesigen Bildungssystem, das meiner Meinung einer großen Reform bedarf und ja, auch Geld kosten würde. Fand nicht gestern mal wieder ein Bildungsgipfel statt?
Warum nicht wirklich sich mal das System der DDR anschauen, die Schulbildung und die Vorschulbildung in ein Ministerium des Bundes zusammenfassen, Vor- und Schulbildung eben nicht auf 16 Kultusministerien der einzelnen Bundesländer verteilen, sondern im Bund verankern, verpflichtendes Vorschuljahr für alle Kinder (Kinder lernen Sprachen, und zwar alle Sprachen, viel schneller als wir verkalkten Erwachsene), die nicht in die KITA gehen, gemeinsames Lernen aller Schüler bis zur Beendigung der 8. Klasse, Abschaffung der Hauptschule und und und.

Seit Jahren jammern die Unternehmen, das Schüler nach der Schule nicht ausbildungsfähig sind, sie könnten weder richtig schreiben noch rechnen usw. usf. Warum gibt es in einem hochentwickelten Staat, wie die BRD einer ist, "bildungsferne" Schichten?
Solange man aber keine ernsthaften Antworten auf viele Fragen, die die Schulbildung betreffen, finden will, wird sich nichts ändern und das liegt nicht an den Einwanderen aus der Türkei und dem arabischen Raum.

PS.: Ich habe extra ein relativ schönes Foto von Sarrazin ausgesucht.
Bildnachweis: dpa




2 Kommentare:

  1. Meine liebe Kampfgenossin Jette,
    Danke für deine Solidarität. Morgen bin ich nicht da, somit gratuliere ich schon heute zum bevorstehenden „Tag des Lehrers“. Da schreiben wir uns seit einem Jahr, und zwar sehr erfolgreich. Weiter so!
    Ganz liebe Grüße,
    Deine Nadja

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