Montag, 8. Dezember 2008

8. Türchen - Oh es riecht gut

Christel Ulbricht

Oh, es riecht gut, oh, es riecht fein!
Heut rühr’n wir Teig zu Plätzchen ein.
In der Küche wird gebacken,
Helft nur alle Mandeln knacken!
Oh, es riecht gut, oh, es riecht fein!

Butter, Zucker, glatt gerührt,
Und die Bleche eingeschmiert!

Eier in den Topf geschlagen,
Und die Milch herzugetragen!

Weißes Mehl, das wolln wir sieben,
Aber nichts danebenstieben!

Bärbel trägt heut Mutters Schürze,
Und sie mischt schon die Gewürze.

Peter rollt den Teig ganz stolz
Mit dem runden Nudelholz.

Inge sticht die Formen aus.
Herzen, Sterne werden draus.

Wenn sie auf den Blechen liegen,
Heißt es, in den Ofen schieben.

So, nun wolln wir Ordnung machen
Von den vielen Backesachen!

Oh, es riecht gut, oh, es riecht fein!
Die Plätzchen werden fertig sein,
Weihnachtskringel braun und rund
Eins zum Kosten in den Mund.
Oh, es riecht gut, oh, es riecht fein!

Sonntag, 7. Dezember 2008

7. Türchen - Festliche Drehtürme

Pyramiden wurden nicht im Erzgebirge "erfunden". Schon im 18. Jahrhundert fand man auf Weihnachtsmärkten papierumwickelte und mit Zierrat behangene Holzgestelle, die wahrscheinlich den pyramidenartigen, lichtergeschmücktenAufbauten bei Kirchenprozessionen abgesehen waren. Auch der Lausitzer Pyramidenleuchter, der Thüringer Reifenbaum oder der bayrische Klausenbaum mögen den Spielzeugmacher inspiriert haben.

Mit der Drehpyramide entstand im Erzgebirge um 1820 dann ein völlig neues Gebilde, für das gewiß die Mechanik der alten Bergwerke Pate stand.

Zu den Pyramiden-Grundformen zählen die Göbel-, Stufen- oder Stockwerks-, Stab- und Turmpyramiden. Bestückt sind die Pyramiden mit den unterschiedlichsten Figuren, von der Weihnachtsgeschichte bis zu Alltagsszenen aus Bergbau, Waldarbeit und Jagd.

(aus: Erzgebirgisches Weihnachtsbüchlein, BuchVerlag für die Frau)

Samstag, 6. Dezember 2008

6. Türchen - Nikolaustag

Laßt uns froh und munter sein

Volksweise aus dem Hunsrück vor 1870



Freitag, 5. Dezember 2008

5. Türchen - Meine Lieblingskekse


Aprikosenplätzchen

Zutaten für etwa 65 Stück (also ich bekomme nie 65 Stück aus dem Teig)

Für den Teig:
300 g Mehl, 150 g Zucker, abgeriebene Schale einer halben unbehandelten Zitrone, 1 Ei, 200 g kalte Butter oder Margarine

Für die Füllung:
150 g Aprikosenmarmelade, nach Belieben 2 Eßlöffel Aprikosenschnaps

Zum Bestäuben:
2 Eßlöffel Puderzucker

Außerdem:
Fett oder Backpapier für das Backblech, Mehl zum Ausrollen

Das Mehl mit dem Zucker, der Zitronenschale, dem Ei und dem kleingeschnittenen Fett auf die Arbeitsfläche geben.
Mit einem Messer durchhacken, dann mit den Fingern rasch verkneten. In Folie gewickelt eine Stunde kaltstellen.

Den Backofen auf 180° (Gas: Stufe 3) vorheizen. Das Backblech einfetten oder mit Backpapier belegen.. Den Teig auf wenig Mehl 3 - 4 mm ausrollen. Beliebige Plätzchen ausstechen und auf das Blech legen. Im Backofen (Mitte) etwa 10 Minuten backen.

Die Aprikosenmarmelade erwärmen und nach Belieben mit dem Schnaps glattrühren. Die noch warmen Plätzchen damit bestreichen und jeweils zwei zusammensetzen. Abkühlen lassen und eventuell mit Puderzucker überstäuben.

(aus: Backen für Weihnachten, Regine Strohner, Gräfe und Unzer Verlag GmbH München 2000)



Donnerstag, 4. Dezember 2008

4. Türchen: Der kleine Mann

Unter dem Weihnachtsbaum war ein sehr vortrefflicher kleiner Mann sichtbar geworden, der still und bescheiden dastand, als erwarte er ruhig, wenn die Reihe an ihn kommen werde. Gegen seinen Wuchs wäre freilich vieles einzuwenden gewesen, denn abgesehen davon, daß der etwas lange, starke Obeerkörper nicht so recht zu den kleinen dünnen Beinchen passen wollte, so schien auch der Kopf bei weitem zu groß.

Vieles machte die propere Kleidung gut, welche auf einen Mann von Geschmack und Bildung schließen ließ. Er trug nämlich ein sehr schönes, violettglänzendes Husarenjäckchen mit vielen weißen Schnüren und Knöpfchen, ebensolche Beinkleider und die schönsten Stiefelchen...
Sie saßen an den zierlichen Beinchen so knapp angegossen, als wären sie darauf gemalt. Komisch war es zwar, daß es zu dieser Kleidung sicch hinten einen Mantel, der recht aussah wie von Holz, angehängt und ein Bergmützchen aufgesetzt hatte.

Aus den hellgrünen, etwas zu großen Augen sprach nichts als Freundschaft und Wohlwollen. Es stand dem Manne gut, daß sich um sein Kinn ein wohlfrisierter Bart von weißer Baumwolle legte, denn um so mehr konnte man das süße Lächeln des hochroten Mundes bemerken.

"Ach!", rief Marie endlich aus, "ach, lieber Vater, wem gehört denn der allerliebste kleine Mann dort am Baum?" - "Der", antwortete der Vater, "soll für Euch alle tüchtig arbeiten, er soll die harten Nüsse aufbeißen..."

E.T.A. Hoffmann aus "Nußknacker und Mäusekönig"