Posts mit dem Label Gesellschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gesellschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 8. März 2012

Internationaler Frauentag



Meinen herzlichen Glückwunsch an alle Frauen und Mädchen zum Internationalen Frauentag.


Bisher haben wir Kolleginnen von der Gewerkschaft Ver.di immer ein Blümchen geschenkt bekommen. Ein Kollege sollte die frischen Blumen frühmorgens von der Geschäftsstelle in Mainz ab und verteilte sie bei uns.


Dieses Jahr kam leider nur eine Email. Die Blümchen, die Ver.di jedes Jahr an diesem Tag spendiert hat, sind dem Rotstift zum Opfer gefallen. Die Gewerkschft Ver.di in Rheinland-Pfalz muß sparen.


Okay, kein Blümchen.

Montag, 7. November 2011

Afghanistan, Irak, Libyen und jetzt der Iran?


Heute jährt sich zum 94. Mal der Tag des Beginns der Oktoberrevolution. Nach dem julianischen Kalender wurde der 25. Oktober 1917 geschrieben, daher rührt der Name der Revolution.

Zu dieser Zeit befand sich Europa im I. Weltkrieg - das Russland der Doppelherrschaft (Sowjets und Provisorische Regierung), Frankreich, England auf der einen Seite, Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei auf der anderen Seite.


Einen Tag, nachdem der Smolny in Petrograd (damalige Hauptstadt des Russischen Reiches) in der Hand der Bolschewiki war, wurde als erste Amtshandlung der neuen Regierung das Dekret über den Frieden verabschiedet.

Die diesbezüglichen Verhandlungen mit Deutschland sind als Frieden von Brest-Litowsk in die Geschichte eingegangen.

94 Jahre später gibt es weder die aus dem Russischen Reich durch die Oktoberrevolution hervorgegangene Sowjetunion noch die im Ergebnis des II. Weltkrieges entstandene sozialistische Staatengemeinschaft. Damit ist allerdings auch das Gleichgewicht der Kräfte sowohl in Europa als auch in der Welt abhanden gekommen und damit auch der Kampf um den Frieden.

Heute wird nicht mehr um den Frieden gekämpft, nein es scheint völlig selbstverständlich zu sein, daß ich als Kommentar heute morgen in der Mainzer Allgemeinen lesen muß: "...Dann wird es zu einem Militärschlag kaum noch Alternativen geben, will man am Persischen Golf keine unberechenbare Atommacht dulden. ...Morgen liegen die Beweise auf dem Tisch. Sind sie eindeutig, tickt die Uhr."

Es sind diese Kommentare, auch in Foren vielgelesener Onlinemagazine, die mir die Gänsehaut über den Rücken laufen lassen. Hier wird über Militärschläge debattiert als wenn es das auswärtige Abendessen übermorgen ist, werden Erfolgschancen abgewogen als hätte es nie einen 2. Weltkrieg und seine Schrecken gegeben.

Ist es wirklich schon so lange her, muß denn jede Generation der Weltbevölkerung wirklich ihren eigenen Krieg erleben?




Mittwoch, 21. September 2011

Kleine Meldung auf der Panorama-Seite


Ja, manchmal denke ich schon, ich gehöre zu den Leuten, die ständig schreien: "früher war alles besser". Das hat allerdings weniger mit dem Begriff "früher" zu tun, als mit der Gesellschaftsordnung, in der ich aufgewachsen bin und die es eben heute nicht z. Zeit in Eueropa nicht gibt.

Und wenn ich kleine Artikel wie einen mit der Überschrift "Schüler sollen eigenes Klopapier mitbringen", ja, dann bin ich ganz schnell wieder bei früher, d. h. meiner Schulzeit, die eben mal 33 Jahre zurückliegt.

In einer Grundschule in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) sollen die Schüler jetzt ihr eigenes Toilettenpapier mitbringen, da es immer wieder absichtlich beschmutzt wird und wiederholte Belehrungen, Informationen und Diskussionen keine Besserung gebracht haben, schreibt sinngemäß die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle.

Dunkel erinnere ich mich, daß die Toiletten und deren Sauberkeit bereits in den Jahren meiner Schulzeit ein absolutes Dauerthema waren. Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß in den Schulen, die ich besucht habe, Schüler zwischen 6 und 16 Jahren alt waren, also auch Kinder, die sich im "Halbstarkenalter" befanden. Neben der Tatsache, daß oft genug kein Toilettenpapier mehr da war, also eigenes in der Schultasche irgendwo schon Sinn machte, gab es bei Dummheiten auf der Toilette auch mal unschöne Folgen, wie das Putzen eben dieser. Und Putzen unter Aufsicht unseres strengen Hausmeisters Herrn Buder, zumindest die unteren Klassenchargen taten sich das eher nicht an.

Die Grundschulen in Sachsen-Anhalt bedienen die Schuljahre 1 - 4, also sind die älteren Kinder zwischen 10 und 11 Jahre alt.

Wenn allerdings eine Schulleitung einer Grundschule zu dieser Maßnahme greifen möchte, ist da eine gehörige Portion Hilflosigkeit, ja Resignation im Spiel. Ich finde es traurig, wenn Eltern und Lehrer es bei noch recht jungen Schülern nicht mehr schaffen, bestimmte Werte zu vermitteln. Es ist nur eine kleine Meldung, und nicht unbedingt die Tatsache an sich finde ich bedrückend, sondern die Begründung.


Samstag, 13. August 2011

Mich hat sie geschützt



Die Tatsache meiner Geburt im Dezember 1961 verdanke ich wohl auch dem Umstand der Grenzschließung "erst" am 13. August gleichen Jahres.

Viel von dem, was ich bin, was ich denke, wie ich handele wohl dem Umstand, daß sie bis zum 09. November 1989 gehalten hat.


Dienstag, 3. Mai 2011

Der neue RotFuchs ist da


und ja, es erfüllt mich mit Stolz, daß es einer meiner Blogbeiträge in ihn hineingeschafft hat. Nicht als Leserbrief, sondern als richtiger Beitrag.

Trotzdem muß ich eine kleine Kritik loswerden. Natürlich können die Redakteure Beiträge aus meinem Blog, die es ihnen wert erscheinen, im RF veröffentlicht werden.
Nur, eine kleine Information wäre nicht schlecht, es ist schon etwas peinlich, wenn mir zu einem Beitrag, wie gestern geschehen, gratuliert wird und ich nichts von der Veröffentlichung weiß. Bei mir kam der RF nämlich erst heute.

Ich freue mich doch, wenn hier ab und zu auch die Macher des RotFuchses reinschauen, das ist doch eine Anerkennung, über die Frau sich freut.

Bildnachweis: Herresbach, www.comixfuzzy.de

Montag, 4. April 2011

Weiter diskutieren?

Selten hat ein Beitrag in diesem Blog, noch dazu ein so kurzer, so viel Diskussion hervorgerufen. Ich halte dieses Thema für weiter diskussionswürdig und würde dafür extra einen Blogeintrag mit einem Intro machen.

Dazu brauche ich dann aber schon die Mitarbeit der Diskutierenden, irgendetwas zum Selbstzweck...neee. Sollten Blogleser an einer solchen Diskussion interessiert sein, reicht einfach ein Kommentar in diesem Eintrag.

Sonntag, 27. März 2011

Im Moment,

ich gebe es zu, ist da nur Enttäuschung. Nichts LINKS - weder in Rheinland-Pfalz noch in Baden-Württemberg. Man kann es wohl nicht anders sagen, in der Landespolitik ist die Linke noch nicht angekommen.

Vielleicht kann ich mich morgen freuen, daß es in Stuttgart für eine Ablösung von Mappus gereicht hat, daß es wohl eine Regierung von Grüne und SPD gibt...aber dazu braucht es wohl noch einige Stunden.

Mittwoch, 23. März 2011

Am Sonntag ist Wahltag


und während die Landtagswahl in Baden-Württemberg fast zur Schicksalsfrage für die BRD und die CDU erklärt wird, geht die Rheinland-Pfalz fast unter.

Ehrlich, ich hätte ja auch nichts dagegen, wenn in Stuttgart Mappus abgewählt werden würde, nur glauben kann ich es noch nicht. Aber es geht eben in Mainz auch um einiges. Bis zur Hamburg-Wahl war Rheinland-Pfalz das einzige Bundesland, das die letzten 5 Jahre mit absoluter Mehrheit von der SPD regiert wurde. Der Landtag bestand, welche Seltenheit heute, aus drei Parteien, der SPD, der CDU und der FDP. Vor 5 Jahren kamen die Grünen mit 4.6 % nicht rein, die Linke stellte sich damals als PDS hier noch nicht zur Wahl und die damalige WASG erreichte 2,4 % der Wählerstimmen.

Das Wahlprogramm des Landesverbandes beinhaltet natürlich bundespolitische Themen, wie einen Mindestlohn von 10 EUR in der Stunde. Die Tariftreue bei Aufträgen der öffentlichen Hand, die Schule für alle nach skandinavischem Vorbild (man traut sich natürlich nicht nach DDR-Vorbild zu schreiben), die Herabsetzung von Hürden für Volksinitiativen, ein Nachtflugverbot für den Flughafen Hahn sind Dinge, die im Bundesland umgesetzt werden können.
Bereits vor dem Fukushima-Unglück stand hier auf den Wahlplakaten: "Strom zu sozialen Preisen ohne Atomkraft". Alles in allem ein Programm, für das sich zu kämpfen lohnt, damit die 5-Prozent-Hürde am Sonntag genommen wird.


Donnerstag, 10. März 2011

Klar,


warum sollen denn die "Nichtstuer" nun auch noch Lotto spielen. Von der Kindergelderhöhung waren sie schließlich auch schon ausgeschlossen, da fällt so ein wenig Lottoverbot für Hartz-IV-Empfänger doch doch gar nicht mehr auf. Außerdem ist in dem Bedarf ganz sicher kein Geld für Glücksspiel vorgesehen, also da können wir doch die gerichtliche Keule schwingen.

Ich spare mir den bekannten Satz mit dem Essen.

Westlotto wird allerdings gegen diese einstweilige Verfügung kurzfristig Widerspruch einlegen.

Danke für den Tip.

Dienstag, 8. März 2011

Schon wieder herzlichen Glückwunsch


Meinen herzlichsten Glückwunsch zum heutigen Internationalen Frauentag allen Mädchen und Frauen.

Einen Dank an M. M., bei dem ich sowohl das gestrige als auch das heutige Eintragbild freundschaftlich geklaut habe.

Hm, was schreibe ich nun zum heutigen Tag. Oft lese ich, es ist der 100. Frauentag in Deutschland. Meine Geschichtsdaten sagen mir, daß im August 1910 in Kopenhagen die Internationale Sozialistische Frauenkonferenz die Begehung eines solchen Frauentages ohne Festlegung eines besonderen Datums einmal jährlich zu begehen.
In den USA wurde 1908 von der Sozialistischen Partei Amerikas beschlossen, einen Kampftag für das Frauenstimmrecht zu begehen. Dieser Tag wurde 1909 bereits zu einem großen Erfolg, der dazu führte, daß im Februar 1910 ein weiterer Kampftag organisiert wurde.

Damit kam diese Idee auch in Europa an, nach dem Beschluß 1910 wurde in Dänemark, Österreich-Ungarn, Deutschland und in der Schweiz gefeiert. Dieser Tag wurde im Gedenken an die Märzgefallenen der 1848er Revolution in Deutschland gewählt, zumal auch die Pariser Kommune im März (1871) begonnen hatte.

Wann es denn der "8. März" wurde, ist lt. Wikipedia umstritten. Aber wie auch immer, wir blicken auf 100 Jahre Frauentag zurück, wenn es auch ganz sicher noch nicht der 100. begangene Frauentag ist.

Quelle: Quelle meiner geschichtlichen Ergüsse ist in diesem Fall wirklich mal Wikipedia, bist ich zu Ende woanders gesucht habe, ist der Tag vielleicht vorbei



Montag, 7. März 2011

Zum 65. Geburtstag


"Wir sind die Fans von Egon Krenz, seid nicht traurig, jetzt kommt Aurich"
aus meiner Zeit in der FDJ

Es gibt sie noch, die FDJ und deshalb können wir nicht nur an den 65. Jahrestag ihrer Gründung erinnern, sondern dürfen ganz offiziell zum 65. Geburtstag gratulieren.

Am 07. März 1946 wurde die FDJ als einheitliche, sozialistische Massenorganisation gegründet, damals noch in allen Besatzungszonen. Sie ging aus den 9 Monate vorher gegründeten antifaschistischen Jugendausschüssen hervor. Die FDJ setzte in der Vergangenheit die fortschrittlichen Traditionen der deutschen Jugendbewegung, insbesondere der Arbeitjugendbewegung, fort.

In der DDR hatte sie sich zum Ziel gesetzt, alle Jugendlichen zu bewußten Kämpfern für Frieden und Sozialismus zu erziehen, am sozialistischen Aufbau teilzunehmen, den Marxismus/Leninismus zu verbreiten (FDJ-Studienjahr, Abzeichen für "Gutes Wissen") sowie die Entwicklung und Organisation einesr vielseitigen Freizeitgestaltung (Jugendklubs).
Die FDJ gab die Tageszeitung "Die junge Welt" raus, die zumeist besser zu lesen war als das ND.
Sie war auf allen Gebieten und an der Leitung des Staates beteiligt, der Vorsitzende der FDJ war Mitglied des Staatsrates. Kann man sich heute irgendwie nicht mehr wirklich vorstellen, war aber so.

In der BRD wurde die FDJ 1951 verboten.

Seit 1948 ist die FDJ MItglied des Weltbundes der Demokratischen Jugend und war Gastgeberjugendorganisation der 3. Weltfestspiele 1951 und der 10. Weltfestspiele jeweils in Berlin.

Mit der Einverleibung der DDR durch die BRD stand die FDJ vor einem riesigen Dilemma. Sie wurde nicht nur ihrer staatlichen Unterstützung beraubt, sondern verlor sowohl Mitglieder in hohem Maße als auch ihre materielle Grundlage. Jugendklubs, Jugendobjekte, Friedenskampf, Solidarität mit unterdrückten Völkern und vieles mehr, was in der DDR mit Hilfe der FDJ organisiert wurde - all das war auf einmal falsch, wurde und wird verdammt und kriminalisiert.

Die FDJ hat es geschafft, auch 21 Jahre nach der Annexion zu bestehen. Einen herzlichen Glückwunsch zum 65. Geburtstag.




Samstag, 5. März 2011

Es gibt Dinge,


die sind einfach nur peinlich. Dazu gehört sicher, daß ein Vater seinem 39-jährigen Sohn eine Torte mit dessen Abbild bringt. Den dazugezuckerten Satz kann jeder selbst lesen. Dieses Präsent war Teil der Guttenbergdemonstration in Guttenberg, an der immerhin lt. Agenturberichten 2.000 Menschen teilnahmen.
Oberpeinlich wirds allerdings, wenn man sich dabei auch noch so öffentlichkeitswirksam ablichten läßt. Hat irgendetwas vom Vater, der wegen seines unverstandenen Sohnes in die Schule zum Direktor rennt.

Wenn dann Väterchen Enoch noch äußert, er habe einen derartigen Geifer und Jagdrausch seit 1945 nicht mehr erlebt, muß ihm wohl entfallen sein, daß er 1945 das Licht dieser Welt noch gar nicht erblickt hatte. Dieses bereits damals schon nicht mehr adlige Ereignis fand erst 1946 statt.

Bild: dpa, gefunden natürlich auf bild.de



Freitag, 25. Februar 2011

Dagegen sind manche


Einfälle richtig sympathisch. Leider ist dieser anscheinend auf nicht viel Gegenliebe gestoßen, ansonsten hätte der OB von Mainz Jens Beutel wohl keine Strafanzeige gestellt. Ich konnte mir beim Lesen des Artikels ein Grinsen trotzdem nicht verkneifen.

Und es ist wohl schon fast bemerkenswert, daß in Mainz ab und zu über die Berechtigung einer "Hindenburgstraße" nachgedacht wird.

Daß die Neue Synagoge nun schlecht in eben einer solch benamsten Straße stehen kann, ist den Stadtoberen denn aber doch aufgegangen. Schließlich wurde der Platz vor der Synagoge kurz vor deren Eröffnung am 03.09.2010 namentlich von der Hindenburgstraße getrennt und heißt heute Synagogenplatz.

Bildnachweis: Linus Wolf


Sonntag, 20. Februar 2011

"Macht keinen guten Mann kaputt"


Nehmen wir uns also nochmal den Satz Franz Josef Wagners vor: "Macht keinen guten Mann kaputt."

Wer ist Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg denn nun. Bis ins Jahr 2009 war er den meisten Bundesbürgern, obwohl bereits seit 2002 im Bundestag vertreten, sicherlich wenig bekannt.

Eben habe ich in einem Forum gelesen, er wäre keine Quotenfrau, sinngemäß. Aber irgendwie ist er eben doch eine Quotenfrau. Als im Februar 2009 Michael Glos etwas eingeschnappt von seinem Amt als Wirtschaftsminister zurücktrat und der unbekannte Guttenberg ihm nachfolgte, wurde mir zum ersten Mal bewußt, daß es wirklich weniger um Eignung als auch um Bundesländer und deren in Berlin vertretenen Minister ging. Noch deutlicher allerdings trat dieser Umstand 2009 beim Rücktritt Franz Josef Jungs und der Installierung von damals Kristina Köhler (heute Schröder) zutage, daß es wohl jemand aus Hessen sein mußte, da eben Jung auch aus Hessen stammt.

Kehren wir zurück zu dem im Februar 2009 ernannten Wirtschaftsminister Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg zurück.
Das erste, was den Medien an Leistungsbereitsschaft auffiel, war sein etwas zusammengeschwurbelter Lebenslauf. Panorama zeigte dies bereits in einem Beitrag vier Tage nach seinem Amtsantritt.
Was bleibt von seiner Zeit als "guter" Mann und Chef des Wirtschaftsressorts der BRD? Da wäre wohl die Opel-Rettung und sein Gebaren dabei zu nennen. Von seinem Trip im März 2009 in die USA bleiben vor allem Pressefotos, irgendwelche Vereinbarungen sowohl mit der US-Regierung als auch mit dem Mutterkonzern GM zählen jedoch nicht zu seinen Mitbringseln. Schön, daß wenigstens die mitreisenden 38 Journalisten ihren Flug bezahlten und somit die Kosten-Nutzen-Rechnung der Regierungsmaschine stimmte.
Später war der Wirtschaftminister vehement gegen die Opel-Rettung, er drohte in der Rettungsnacht am 30.05.2009 wohl seinen Rücktritt an, aber ganz so schnell schießen weder Preußen noch Franken. Die Politikerkarriere des "guten" Mannes wäre dann auch arg kurz gewesen.

Sommer 2009. Nicht nur in der BRD ist das Entsetzen über den von einem deutschen Oberst angeordnete Bombenangriff auf zwei geklaute Tanklaster der Bundeswehr groß. Der zu diesem Zeitpunkt verantwortliche Verteidigungsminister (Himmelkrüzitürken, gibbet auch einen anderen Vornamen als...) Franz Josef Jung wird nach, vorsichtig ausgedrückt, unglücklichem Krisenmanagement aus der Schußlinie genommen und übernimmt nach Bildung des neuen Kabinetts das Arbeitsministerium, während Guttenberg nun für das Verteidigungsministerium Verantwortung trägt.

Damit erbt er auch die Verantwortung für die Aufklärung des Luftangriffs auf die zwei entwendeten Tanklaster mit zivilen Opfern und spricht nur Tage nach seinem Amtsantritt und sicherlich auch nicht genügender Kenntnis von militärischer Angemessenheit. Das war zwar nicht klug, aber im Dezember ruderte der Bildsonnyboy ja auch entsprechend zurück.
Infolge der Kunduzaffäre und der etwas verworrenen Informationspolitik wurden der Generalinspekteur der Bundeswehr Schneiderhan und der Staatssekretär Peter Wichert entlassen. Tja, leider gibt es auch dazu irgendwie unterschiedliche Versionen. Ein weiterer General durfte dann Anfang März 2010 in den zeitweiligen Ruhestand.

Immer wieder wird auch kolportiert, der "gute" Mann sprach als erster von Krieg in Afghanistan. Nein, genau das tat er nicht. Er hat zwar immer mal das Wort "Krieg" in den MUnd genommen, aber er selbst sagte nie, die Bundeswehr befinde sich ihm Krieg, siehe Interview für die Bildzeitung am 03.11.2009, veröffentlicht auf der Webseite der Bundesregierung:

"Bild: Werden Sie - wie Ihre Soldaten – "Krieg" nennen, was sich in Afghanistan abspielt?

zu Guttenberg: Ich will ganz offen sein. In Teilen Afghanistans gibt es fraglos kriegsähnliche Zustände. Zwar ist das Völkerrecht eindeutig und sagt: Nein, ein Krieg kann nur zwischen Staaten stattfinden. Aber glauben Sie, auch nur ein Soldat hat Verständnis für notwendige juristische, akademische oder semantische Feinsinnigkeiten? Und: Manche herkömmliche Wortwahl passt für die Bedrohung von heute nicht mehr wirklich. Ich selbst verstehe jeden Soldaten, der sagt: In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausländischen Streitkräften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder getötet werde". Der Einsatz in Afghanistan ist seit Jahren auch ein Kampfeinsatz, Wenigstens in der Empfindung nicht nur unserer Soldaten führen die Taliban einen Krieg gegen die Soldaten der internationalen Gemeinschaft."

Im April hört sich das nicht mehr ganz so sicher an, aber was bitte ist umgangssprachlicher Krieg? Die Stelle wörtlich:

»Auch wenn es nicht jedem gefällt, so kann man angesichts dessen, was sich in Afghanistan, in Teilen Afghanistans abspielt, durchaus umgangssprachlich – ich betone umgangssprachlich – in Afghanistan von Krieg reden.«

Am 7. November 2010 verunglückte eine Kadettin der Bundeswehr auf dem Tradionsschiff "Gorch Fock" beim Training tödlich. Bereits 2008 machte das Segelschulschiff Schlagzeilen, als eine Offiziersanwärterin während ihrer Seewache und unter nie ganz geklärten Umständen von Bord ging. 2008 und das sei hier angemerkt, trug Karl Theodor von und zu Guttenberg dafür keine Verantwortung. Warum aber nach einem zweiten tödlichen Unfall, eben jenem am 07.11.2010 die "Gorch Fock" nicht sofort zur Heimreise aufgefordert wurde, hm, mir ist das unverständlich. Ironie on: Hat die Bundeswehr eigentlich keine Berufsgenossenschaft? Ironie off.
Erst nachdem die Presse darauf aufmerksam machte, erging im Januar diesen Jahres der Befehl zur Umkehr des Schiffes und veranlaßte über den Generalinspekteur der Marine die Absetzung des Kapitäns Norbert Schatz. Schon 2008 fuhr die "Gorch Fock" unter dem Kommendo von Kapitän Schatz, eine Suspendierung bis zur Klärung der Todesumstände beim Unfall im November 2010 hätte für mich Sinn gemacht, eine Abberufung im Februar 2011 wirft mehr Fragen auf als sie klärt.

Da fällt mir gleich noch ein: Wie lang braucht eigentlich eine Segeljacht, um von Argentinien nach Kiel zu kommen. Schließlich hat doch der Verteidigungsminister am 04. Februar 2011 verfügt, "dass sie sofort und auf direktem Weg nach Deutschland zurückkommen soll."

Zwischen dem Tod der jungen Bundeswehrangehörigen und der medialen Aufmerksamkeit für das etwas merkwürdige Krisenmangement ihres obersten Vorgesetzten wurden wir noch Zeuge einer Adventstalkshow mit Kerner und Ehefrau Stephanie von und zu Guttenberg, bei der es massenhaft von den Medien Kritik hagelte. In Umfragen der Bildzeitung allerdings fanden 78 % der Abstimmenden diesen PR-Besuch angemessen.

Und dann wäre da noch die Geschichte mit den geschenkten 398 Mill. Vertragsstrafean die EADS für den Militärtransporter A400M, 7 Flugzeuge weniger fürs gleiche Geld.

Ich weiß, ich habe einige Meilensteinchen in der Ministerkarriere von und zu Guttenbergs hier nicht erwähnt, u. a. die Einführung einer Berufsarmee in Deutschland oder die sinngemäße Äußerung, daß natürlich auch für wirtschaftliche Interessen militärische Einsätze eine Option sind. Ich hoffe, ich konnte trotzdem deutlich machen, warum ich Bildsonnyboy nicht nur nicht gut finde, sondern ihn eher als eine Katastrophe einschätze.

Bildnachweis: dpa


Dienstag, 8. Februar 2011

Grauer Alltag?


Seit ein paar Tagen, ich hatte es bereits geschrieben, besitze ich das Buch "DDR - Realität und Hoffnung" vom GNN Verlag. Bei Lesen der einzelnen Beiträge kommen natürlich Erinnerungen hoch, besonders wenn von Orten bzw. Ereignissen die Rede ist, an denen ich war oder an denen ich teilgenommen habe.

Heute will ich diese - meine - Erinnerungen unter den Aspekt des grauen Alltags in der DDR stellen.
Das ist so ziemlich das harmloseste, was man zu hören bekommt. "Bei Euch war alles grau, alles von Geburt bis Sterben durchgeplant, kein Ausscheren möglich - eben langweilig. Wie gesagt, das sind wohl die nettesten Kommentare, wenn meine Kollegen oder Kolleginnen über mein Heimatland sprechen.

Ja, viele private Fotos, auch noch 1989, waren schwarz-weiß. Auch die meisten Fernseher, die in DDR-Haushalten standen, strahlten nur schwarz-weiße Bilder aus. An den Häusern in Stadt und Land fehlte die grelle Reklame, die heute mitunter einfach nur in den Augen schmerzt.
War deshalb unser Leben grau und trist?

Meines war es nicht, ganz sicher nicht. An Urlaube vor meiner Schulzeit kann ich mich selbst nicht erinnern. Bilder allerdings beweisen, als Zweijährige war ich an der Ostsee, als 5-jährige in Albrechts in Thüringen, wobei dort die Erinnerung an ein Erlebnis bereits wieder einsetzt.

Die Schulzeit ist allerdings sehr präsent. Kaum konnte ich lesen, war ich Stammgast der Autobibliothek, die jeden Donnerstag fast vor unserem Haus hielt. Später lief ich durch den Park zur Parkaue, das Zentralhaus der Jungen Pioniere "German Titow" hatte unzählige Bücher. Einmal führte eine Weihnachtsfeier von der Arbeit meiner Mutter ins ebenfalls dort befindliche Theater der Freundschaft. Nur der Name und das Thema istmir präsent geblieben "Schneeball" und Rassismus, auch wenn ich das damals wohl noch nicht so genannt habe.

Von meinen vielen Aufenthalten in unterschiedlichsten Ferienlagern war hier bereits die Rede, auch von meiner Teilnahme am Vorbereitungslager zu den X. Weltfestspielen im Pionierlager am Frauensee und dem X. Festival selbst.
Dazu kamen die jährlichen Wandertage, die wir von der Schule aus unternahmen oder die Schülerfahrten.

Pioniernachmittag, die mal mit Altstoffsammlungen, mal mit Drachensteigen, mit Wandzeitung basteln. Timurhelfer? Na klar, jahrelang trug ich älternen Menschen die Kohlen aus dem Keller und ging für sie einkaufen.
Das alles war natürlich geplant, mal von der Pionierorganisation, mal von der FDJ oder auch der Volkssolidarität, deren Mitglieder meist in die Schulen kamen, um neue Timurhelfer zu werden.

Sport? Auch das, da konnte man wählen. Sicher konnten das nicht alle in einem so vielseitigen Angebot wie ich. Nicht nur das ich in Berlin wohnte, nein es war auch noch gegenüber dem Sportforum in Berlin-Hohenschönhausen, so daß das Angebot fast überbordernd war. Und während meine Schwester sich früh für den Eisschnellauf entschied, als Spartakiadekämpferin und später B-Kader der DDR die Urkunden, Medaillen und Auslandstrainingsaufenthalte nur so sammelte, reichte mein Ehrgeiz nur zum Probieren. Geräteturnen, natürlich auch Eisschnellauf, Leichtathletik und Schwimmen, später Tischtennis, ich gebe zu, die rechte Ausdauer hatte ich für keine dieser Sportarten.
Das alles plante niemand mehr, das war meine freie Entscheidung, es kostete meine Eltern kein Geld und wenn ich keine Lust mehr hatte, habe ich mich abgemeldet und was neues probiert.

Tischtennis war dann schuld, daß ich als Jugendliche eine neue Freizeitbeschäftigung fand. In Hohenschönhausen gab es einen Jugendklub, benannt nach Victor Aronstein, der in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Alt-Hohenschönhausen wohnte und in Auschwitz ums Leben kam.
Sonntags wurde im Jugendklub Tischtennis gespielt, so landete ich dort und gehörte für die nächsten 4 Jahre zum Klubaktiv. Klingt für mich alles weder grau noch trist, eher nach einer schönen Kindheit.

Aber mit 17 hörte ja mein Leben in der DDR nicht auf. Als Lehrlinge hatten Freunde und ich ein Theaterabonnement, das uns in drei Lehrjahren insgesamt 18 Theaterveranstaltungen bot, die wir uns leisten konnten und das von 100,00 (1. Lehrjahr) - 150,00 (3. Lehrjahr) Mark der DDR monatlichem Entgelt.

Da kamen noch der Ernteeinsatz in den ersten beiden Studienwochen, der Studentensommer 1982 in Berlin, 1984 nochmal ein Fackelzug zum 35. Jahrestag der DDR und und und.

Sicher, diese Vielzahl an Freizeitbeschäftigungen hörten irgendwann auf. Geheiratet wurde, Kinder kamen und so drehte sich das Familienleben eben um neue Wichtigkeiten. Trotzdem Urlaube, ja natürlich innerhalb der DDR bzw. nach Ungarn, Polen oder die CSSR, Kurzreisen an die Ostsee, Neubrandenburg war ja nicht weit weg, immer wieder Berlin oder Karl-Marx-Stadt, all das gehörte auch mit Kindern und unserer Berufstätigkeit zu unserem Alltag. Grau? Trist?

Donnerstag, 3. Februar 2011

Wenn es nicht so traurig wäre,


könnte man sich wohl kaputtlachen. Unter der Überschrift "Schnee verhindert Unterricht" meldet die Mainzer Allgemeine Zeitung, daß heute im Frauenlob-Gymnasium der Stadt der Unterricht ausfallen muß.

Schnee? Also in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat es sowohl in der Stadt Mainz als auch im Landkreis geschneit. Ich nehme an, damit war meine nächste Umgebung nicht allein betroffen, es wird wohl auch anderswo mal mehr, mal weniger Schnee vom Himmel gefallen sein.

Hier jedenfalls waren es maximal 5 cm und auch wenn ich nicht weiß, ob das onige Foto tatsächlich am gestrigen Tag geknipst wurde, so wie dort könnte die gefallene Schneemenge auf dem Schulhof tatsächlich ausgesehen haben.

Auch wenn das Schneeräumgerät seit Dezember 2010 defekt ist, stellen sich mir einige Fragen:

Gibt es an der Schule keinen Hausmeister, der den Mittwoch dazu nutzen konnte, den Schulhof so vom Schnee zu räumen, daß heute der Schulhof ohne Gefahr zu betreten gewesen wäre? Wohlbemerkt, es hat seit gestern morgen nicht mehr in Mainz geschneit.

Gibt es an der Schule keine Schneeschieber und keine Klasse, die freiwillig gemeinsam am Mittwoch nach dem Unterricht in einer halben Stunde den Hof hätten freischieben können?

Ist die Stadt tatsächlich nicht in der Lage, kurzfristig Abhilfe zu schaffen?

Ich selbst bin von 1968 - 1978 in Berlin in die Schule gegangen. Was den Schneefall betrifft, denke ich, daß Mainz und Berlin sich nicht viel nehmen, in Berlin eher mehr Schnee fällt. Auch gab es ganz sicher kein wie auch immer geartetes Schneeräumgerät, von Besen und Schneeschiebern abgesehen.
Ich kann micht nicht erinnern, daß wir ein einziges Mal wegen Schneefalls (und wir reden hier nicht von ländlichen Regionen, sondern von Städten) Unterrichtsausfall hatten.

Allerdings hatten wir einen Hausmeister, der auch im Schulgebäude wohnte. Herr Buder führte ein strenges Regime und wenn der Schneefall wirklich eine Unfallgefahr bedeutet hätte, okay, dann wäre in einer DDR-Schule wohl an eine obere Klasse die Weisung ergangen, eine Unterrichtsstunde für die Räumung zu opfern. Wobei ich im Rückblick annehme, das hätte unser Herr Buder auch allein geschafft.

Eine Stunde für eine Klasse - kein völlig sinnlos ausgefallener Unterrichtstag für ein ganzes Gymnasium.

Bildnachweis: Sascha Kopp in AZ vom 03.02.2011

Mittwoch, 3. November 2010

Zeitung lesen bildet

So habe ich heute auf der Panoramaseite, das ist die, auf der der neueste Klatsch selbst in sich seriös nennenden Zeitungen erscheint, gelesen, daß heute Welttag der Männer ist.

Welttag der Männer? Ohje, das hatte ich ja noch nie gehört und dabei bilde ich mir doch ein, politisch interessiert zu sein.
Natürlich mußte ich sofort googlen, denn der kurze Artikel in der Mainzer AZ drehte sich weder um Sinn noch Zweck des Welttages, sondern mehr um dicke Bäuche von Männern.

Ins Wikipedia scheint es der bewußte Tag auch noch nicht geschafft zu haben, aber einen ernstzunehmenden Artikel fand ich wohl...die Quelle, und das fand ich dann schon wieder kurios, ist eine Seite mit Wellnessangeboten. Auch mit Männern kann inzwischen die Schönheitsindustrie Knete machen:

"2001 ins Leben gerufen, wird jedes Jahr am 3. November der Welttag des Mannes gefeiert. Mit diesem Gedenktag soll das starke“ Geschlecht an den Erhalt und die Vorsorge der eigenen Gesundheit erinnert werden. Das wachsende Bewusstsein der männlichen Bevölkerung für Gesundheit und Wohlgefühl entdecken auch immer mehr Wellness-Oasen für sich. Das Wellness- und Gesundheitsportal www.spaness.de, präsentiert Wellness-Hotels sowie Thermen und Day Spa´s, die neben üblichen Wellness-Anwendungen auch speziell ausgearbeitete Arrangements für Herren anbieten.

Männer gehen grundsätzlich argloser mit dem eigenen Körper und der persönlichen Gesundheit um. Die Ernährung ist bei Männern, in der Regel, ungesünder und weniger abwechslungsreich. Die Tatsache, dass das männliche Geschlecht im Schnitt sieben Jahre früher, als die weiblichen Vertreter, stirbt und darüber hinaus anfälliger für Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebs-Erkrankungen ist, sind wohl nur einige der Beweggründe, warum die Gorbatschow-Stiftung sich für die Einführung eines Weltmännertages stark gemacht hat. Die Initiative zeigt bereits erste Erfolge. Über 70 Mrd. Euro investieren wir jedes Jahr in unser gesundheitliches Wohlbefinden, Tendenz steigend. Immer mehr Männer nutzen die Möglichkeit der Vorsorge bei Fach- und Hausärzten. Dieser Trend zu einem neuen Gesundheitsbewusstsein führt in den letzten Jahren auch zu einer erhöhten Nutzung von Wellness- und Beautyangeboten, extra auf die Bedürfnisse und Wünsche des Mannes zugeschnitten. Männer wie David Beckham oder Robbie Williams haben es vorgemacht..."


Ich wünsche also allen Männern, die ich kenne, soviel sinds ja nicht, noch einen schönen Welttagabend, hoffe, Ihr achtet alle ordentlich auf Eure Gesundheit und kann mich eines leisen Grinsens nicht erwehren.


Mittwoch, 20. Oktober 2010

Selten

habe ich Zeit, mich wirklich in der Blogger- und Bloggerinnen-Szene umzuschauen. Ich schaffe es kaum täglich, meine paar bevorzugten Blogs nach neuen Eintragungen durchzusehen, selbst mein eigener Blog kommt mitunter zu kurz.

Da ist es gut, wenn man Freunde hat, die einen immer mal wieder auf kleine Besonderheiten in und fern ab des Mainstreams aufmerksam machen, wofür ich an dieser Stelle sehr gern auch mal DANKE sage.

Heute flatterte mir eine Zuschrift zu einem Internetprojekt in das Mailfach. Das mit der Urhebernennung habe ich mal wieder nicht ganz verstanden und um keinen Ärger mit Abmahnungen zu bekommen, hier der Link zum Originaltext der "Betriebsbedingten fristlosen Kündigung".

Es ist auch interessant, in die Zuschriften reinzuschauen.


Mittwoch, 13. Oktober 2010

Dumm, aber auch entlarvend


"zu alt, geb. 61". Dumm, wenn ein Bewerber, in diesem Falle eine Bewerberin ihre Offerte mit dieser firmeninternen Bemerkung zurück erhält und ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

Die Frau hat dagegen geklagt und es wurde ihr ein Schadensersatz zugesprochen, nachzulesen u. a. bei DNews.

Der Richter erklärte nach dem Termin, das wäre schon ein exotischer Fall, der Anwalt der Klägerin kam zu dem wohl zutreffenden Schluß, das gerade in diesem Bereich die Dunkelziffer sehr hoch wäre.

Klar, nicht jeder Personalsachbearbeiter, nicht jede Personalabteilung macht den Fehler des kleinen Zettelchens.

Das gesetzliche Rentenalter wurde im November 2006 von der damals regierenden schwarz-roten Koalition auf 67 Jahre gesetzt, und hier in diesem Fall ist eine Bewerberin mit 49 Jahren zu alt für eine Büroarbeit, die sicherlich geistige Frische, aber doch keine körperlichen Hochleistungen verlangt. Mit 49 aussortiert? Da stehen noch notwendige 17 einhalb Jahre Lebensarbeitszeit dagegen.

Natürlich ist es ein Einzelfall, der an die Öffentlichkeit gelangt, aber wenn neuerdings jeder von Fachkräftemangel quarkt, hochqualifierte Menschen ab 50 jedoch keine Chance auf dem 1. Arbeitsmarkt mehr haben, dann frage sicher nicht nur ich nach dem Sinn dieser Maßnahme und sicher nicht nur ich bezweifle, daß oben genannte Situation ein Einzelfall ist.

Bildnachweis: derateru, www.pixelio.de

Montag, 11. Oktober 2010

Proteste


100.000 (63.000 nach Angaben der Polizei) haben am Samstag wieder gegen das Durchpeitschen des Projektes Stuttgart 21 demonstriert.

Das ist gut, zeigt es doch, das selbst in der BRD die Schmerzgrenze dessen, was die Bevölkerung sich von in Regierungsverantwortung befindlichen Politkern bieten lassen müssen, erreicht ist.

Gleichzeitig gab es in Oldenburg eine bundesweite Demonstration gegen die Hartz-Gesetze, vornehmlich gegen Hartz IV bzw. für eine deutliche Erhöhung der Transfersätze nach SGB II, wie das wohl in etwas offiziell heißt.
Hier allerdings jagt die Teilnehmerzahl von 2 - 3.000 wohl keinem Politiker den Schreck in die Glieder, das klingt wenig nach heißem Herbst und es stellt sich die Frage, wieviel darf diese Regierung den Ärmsten der Gesellschaft noch zu schlucken geben, bis die, die noch Arbeit haben, merken, daß auch sie von diesen Gesetzen indirekt betroffen sind, sei es mit Lohndumping, sei es mit Praktikanten- statt Arbeitsplätzen usw. usf.