Es ist für meine Begriffe unfassbar, was sich hier der ÖRR erlaubt, Man muss nicht mit den Meinungen der Youtuber, die genannt werden und die eben so wie "Oli investiert" eine solche Mail vom BR erhalten haben, aber diese Mails sind eine Unverschämtheit.
Mittwoch, 8. März 2023
Auch das passiert mit unseren Rundfunkgebühren
Sonntag, 29. September 2013
Mainstream, Mainstream, Mainstream.
Hier, hier und hier können Sie sich über den Inhalt der Rede von Georgiens Präsident Michail Saakaschwili informieren. Ach, die kannten Sie schon. Klar, der Inhalt, zumindest Teile dessen, war in allen Mainstreammedien zu finden. Saakaschwili wetterte nämlich gegen DEN Feind des Westens...gegen Putin. Da muß er auch weiter nichts anderes tun, das Beifallklatschen ist ihm sicher.
Mittwoch, 22. Februar 2012
Überwachung? Aber nicht doch.
Daß vor 3 Wochen das Luftverkehrsgesetz vom Bundestag so nebenbei in 3 Lesungen (irgendwie sind Lesungen heute nicht mehr Lesungen, sondern Schriftungen) geändert wurde, ist den Medien so ziemlich in die letzte oder vorletzte Seite gerutscht.Sonntag, 20. Februar 2011
"Macht keinen guten Mann kaputt"

Wer ist Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg denn nun. Bis ins Jahr 2009 war er den meisten Bundesbürgern, obwohl bereits seit 2002 im Bundestag vertreten, sicherlich wenig bekannt.
Eben habe ich in einem Forum gelesen, er wäre keine Quotenfrau, sinngemäß. Aber irgendwie ist er eben doch eine Quotenfrau. Als im Februar 2009 Michael Glos etwas eingeschnappt von seinem Amt als Wirtschaftsminister zurücktrat und der unbekannte Guttenberg ihm nachfolgte, wurde mir zum ersten Mal bewußt, daß es wirklich weniger um Eignung als auch um Bundesländer und deren in Berlin vertretenen Minister ging. Noch deutlicher allerdings trat dieser Umstand 2009 beim Rücktritt Franz Josef Jungs und der Installierung von damals Kristina Köhler (heute Schröder) zutage, daß es wohl jemand aus Hessen sein mußte, da eben Jung auch aus Hessen stammt.
Kehren wir zurück zu dem im Februar 2009 ernannten Wirtschaftsminister Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg zurück.
Das erste, was den Medien an Leistungsbereitsschaft auffiel, war sein etwas zusammengeschwurbelter Lebenslauf. Panorama zeigte dies bereits in einem Beitrag vier Tage nach seinem Amtsantritt.
Was bleibt von seiner Zeit als "guter" Mann und Chef des Wirtschaftsressorts der BRD? Da wäre wohl die Opel-Rettung und sein Gebaren dabei zu nennen. Von seinem Trip im März 2009 in die USA bleiben vor allem Pressefotos, irgendwelche Vereinbarungen sowohl mit der US-Regierung als auch mit dem Mutterkonzern GM zählen jedoch nicht zu seinen Mitbringseln. Schön, daß wenigstens die mitreisenden 38 Journalisten ihren Flug bezahlten und somit die Kosten-Nutzen-Rechnung der Regierungsmaschine stimmte.
Später war der Wirtschaftminister vehement gegen die Opel-Rettung, er drohte in der Rettungsnacht am 30.05.2009 wohl seinen Rücktritt an, aber ganz so schnell schießen weder Preußen noch Franken. Die Politikerkarriere des "guten" Mannes wäre dann auch arg kurz gewesen.
Sommer 2009. Nicht nur in der BRD ist das Entsetzen über den von einem deutschen Oberst angeordnete Bombenangriff auf zwei geklaute Tanklaster der Bundeswehr groß. Der zu diesem Zeitpunkt verantwortliche Verteidigungsminister (Himmelkrüzitürken, gibbet auch einen anderen Vornamen als...) Franz Josef Jung wird nach, vorsichtig ausgedrückt, unglücklichem Krisenmanagement aus der Schußlinie genommen und übernimmt nach Bildung des neuen Kabinetts das Arbeitsministerium, während Guttenberg nun für das Verteidigungsministerium Verantwortung trägt.
Damit erbt er auch die Verantwortung für die Aufklärung des Luftangriffs auf die zwei entwendeten Tanklaster mit zivilen Opfern und spricht nur Tage nach seinem Amtsantritt und sicherlich auch nicht genügender Kenntnis von militärischer Angemessenheit. Das war zwar nicht klug, aber im Dezember ruderte der Bildsonnyboy ja auch entsprechend zurück.
Infolge der Kunduzaffäre und der etwas verworrenen Informationspolitik wurden der Generalinspekteur der Bundeswehr Schneiderhan und der Staatssekretär Peter Wichert entlassen. Tja, leider gibt es auch dazu irgendwie unterschiedliche Versionen. Ein weiterer General durfte dann Anfang März 2010 in den zeitweiligen Ruhestand.
Immer wieder wird auch kolportiert, der "gute" Mann sprach als erster von Krieg in Afghanistan. Nein, genau das tat er nicht. Er hat zwar immer mal das Wort "Krieg" in den MUnd genommen, aber er selbst sagte nie, die Bundeswehr befinde sich ihm Krieg, siehe Interview für die Bildzeitung am 03.11.2009, veröffentlicht auf der Webseite der Bundesregierung:
"Bild: Werden Sie - wie Ihre Soldaten – "Krieg" nennen, was sich in Afghanistan abspielt?
zu Guttenberg: Ich will ganz offen sein. In Teilen Afghanistans gibt es fraglos kriegsähnliche Zustände. Zwar ist das Völkerrecht eindeutig und sagt: Nein, ein Krieg kann nur zwischen Staaten stattfinden. Aber glauben Sie, auch nur ein Soldat hat Verständnis für notwendige juristische, akademische oder semantische Feinsinnigkeiten? Und: Manche herkömmliche Wortwahl passt für die Bedrohung von heute nicht mehr wirklich. Ich selbst verstehe jeden Soldaten, der sagt: In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausländischen Streitkräften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder getötet werde". Der Einsatz in Afghanistan ist seit Jahren auch ein Kampfeinsatz, Wenigstens in der Empfindung nicht nur unserer Soldaten führen die Taliban einen Krieg gegen die Soldaten der internationalen Gemeinschaft."
Im April hört sich das nicht mehr ganz so sicher an, aber was bitte ist umgangssprachlicher Krieg? Die Stelle wörtlich:
»Auch wenn es nicht jedem gefällt, so kann man angesichts dessen, was sich in Afghanistan, in Teilen Afghanistans abspielt, durchaus umgangssprachlich – ich betone umgangssprachlich – in Afghanistan von Krieg reden.«
Am 7. November 2010 verunglückte eine Kadettin der Bundeswehr auf dem Tradionsschiff "Gorch Fock" beim Training tödlich. Bereits 2008 machte das Segelschulschiff Schlagzeilen, als eine Offiziersanwärterin während ihrer Seewache und unter nie ganz geklärten Umständen von Bord ging. 2008 und das sei hier angemerkt, trug Karl Theodor von und zu Guttenberg dafür keine Verantwortung. Warum aber nach einem zweiten tödlichen Unfall, eben jenem am 07.11.2010 die "Gorch Fock" nicht sofort zur Heimreise aufgefordert wurde, hm, mir ist das unverständlich. Ironie on: Hat die Bundeswehr eigentlich keine Berufsgenossenschaft? Ironie off.
Erst nachdem die Presse darauf aufmerksam machte, erging im Januar diesen Jahres der Befehl zur Umkehr des Schiffes und veranlaßte über den Generalinspekteur der Marine die Absetzung des Kapitäns Norbert Schatz. Schon 2008 fuhr die "Gorch Fock" unter dem Kommendo von Kapitän Schatz, eine Suspendierung bis zur Klärung der Todesumstände beim Unfall im November 2010 hätte für mich Sinn gemacht, eine Abberufung im Februar 2011 wirft mehr Fragen auf als sie klärt.
Da fällt mir gleich noch ein: Wie lang braucht eigentlich eine Segeljacht, um von Argentinien nach Kiel zu kommen. Schließlich hat doch der Verteidigungsminister am 04. Februar 2011 verfügt, "dass sie sofort und auf direktem Weg nach Deutschland zurückkommen soll."
Zwischen dem Tod der jungen Bundeswehrangehörigen und der medialen Aufmerksamkeit für das etwas merkwürdige Krisenmangement ihres obersten Vorgesetzten wurden wir noch Zeuge einer Adventstalkshow mit Kerner und Ehefrau Stephanie von und zu Guttenberg, bei der es massenhaft von den Medien Kritik hagelte. In Umfragen der Bildzeitung allerdings fanden 78 % der Abstimmenden diesen PR-Besuch angemessen.
Und dann wäre da noch die Geschichte mit den geschenkten 398 Mill. Vertragsstrafean die EADS für den Militärtransporter A400M, 7 Flugzeuge weniger fürs gleiche Geld.
Ich weiß, ich habe einige Meilensteinchen in der Ministerkarriere von und zu Guttenbergs hier nicht erwähnt, u. a. die Einführung einer Berufsarmee in Deutschland oder die sinngemäße Äußerung, daß natürlich auch für wirtschaftliche Interessen militärische Einsätze eine Option sind. Ich hoffe, ich konnte trotzdem deutlich machen, warum ich Bildsonnyboy nicht nur nicht gut finde, sondern ihn eher als eine Katastrophe einschätze.
Bildnachweis: dpa
Samstag, 19. Februar 2011
Manchmal lohnt es sich,
"Lieber falscher Dr. Schmidt
Sich einen falschen Busen oder falsche Haare auf die Glatze einpflanzen zu lassen, ist nicht unmoralisch. Sich ein falsches Gehirn einpflanzen zu lassen, muss per Gesetz bestraft werden. Ein Doktortitel ist kein Busen, kein Facelifting und keine Straffung des Popos.
Der Doktortitel war einmal das Edelste der forschenden Studierenden. Wenn der Doktortitel heute verramscht wird, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn Nobelpreise andere kriegen. Der Doktortitel war früher ein Juwel, er ist heute Blech. Er ist für Geld zu kaufen.
Ihr Franz Josef Wagner"
Zurecht prangerte der an, und bei Franz Josef Wagner kann man wohl selten die Worte 'zu Recht' gebrauchen, daß der akademische Grad des Doktors mit einer solchen Vorgehensweise seine Honoration verliert, er zum Ramschwerk verkommt. Tja, so war das 2009. Seit dem 15.02.2011 ist die journalistische Welt der BRD schockiert, entsetzt, ja die Artikel weisen auch Häme auf, was ist passiert?
Ein anscheinend linksstehender Professor der Rechte hat die Dissertation des Sonnyboys der Bildzeitung, mit bürgerlichem Namen Karl Theodor von und zu Guttenberg, rezensieren wollen und da fielen ihm einige Unregelmäßigkeiten auf, die wohl dem Doktorvater und der Prüfungskommission der Uni in Bayreuth entgangen sind.
Roland Preuß von der SZ sprach am 16.02.2011 von "Summa cum laude - mehr als schmeichelhaft". Seither werden immer mehr (inwieweit seriös ist noch fraglich) plagiatsverdächtige Stellen in der Dissertation vom Verteidigungsminister der BRD entdeckt. Inwieweit noch etwas, Karl Theodor wirklich zuschreibbares und akademische Grade würdiges von der vorliegenden Schrift übrigbleibt, muß nun die Uni Bayreuth prüfen. Vielleicht hätte Karl Theodor mal ein Werk seines Großvaters lesen sollen, Valli weist in seinem Blogeintrag darauf hin.
Aber trotzdem wollen wir mal unseren Kolumnisten von der Dreckschleuder der BRD nicht außer Acht lassen, der hat nämlich in den vergangenen anderthalb Jahren seine Meinung etwas geändert, wo kämen wir hin, wenn die Bildzeitung ihren Sonnyboy verlöre, deshalb schrieb Franz Josef Wagner am 17.02.2011 folgendes:
"Lieber Dr. zu Guttenberg,
worum geht es bei den Plagiatsvorwürfen um Ihre Doktorarbeit? Um die Reinheit der Wissenschaft? Oder darum, einen Superstar zu entzaubern?
Ihre Beliebtheit im Polit-Barometer ist titanisch. Sie werden Lichtgestalt genannt. Die Deutschen erwarten, dass Sie höhere Aufgaben übernehmen – Ministerpräsident von Bayern, Kanzler von Deutschland.
Die Plagiatsvorwürfe sollen Sie zu einem Taugenichts reduzieren, einem Abschreiber, einem Betrüger.
Ich lebe seit 20 Jahren in der Berliner Republik, in dem Sumpf der Eifersucht. Wer hat das bessere Foto in der Zeitung? Wer war im „Morgenmagazin“ bei ARD, ZDF, wer bei Anne Will? Wer bei Plasberg?
Wer sah besser aus als ich?
Immer sah Guttenberg besser aus als alle anderen. Ich glaube, das war der Moment, wo die Jagd auf Guttenberg begann.
Hat er als Schüler geklaut? Hat seine Frau ein uneheliches Kind? Hat er die Steuer beschissen?
Aaaha, endlich die Doktorarbeit. Die Jäger haben ein Schussfeld. Sie können schießen.
Ich habe keine Ahnung von Doktorarbeiten. Ich flog durchs Abitur und habe nie eine Universität von innen gesehen. Also, ich kann von außen sagen: Macht keinen guten Mann kaputt. Scheiß auf den Doktor.
Herzlichst, Ihr Franz Josef Wagner"
Diese Gegenüberstellung beider Zitate findet sich auch im Bildblog, daß habe ich aber erst gemerkt, als ich nach den Zitaten von Wagner googelte.
Manchmal gebe ich zu, bin ich einfach blauäugig. Seit von und zu in Ministerwürden ist, hat er keine gute Figur abgegeben, aber nie im Leben hätte ich geglaubt, daß ein Mensch, der bereits mit seiner Geburt zu den Bevorzugten dieser bürgerlichen Gesellschaft (das werfe ich ihm nicht vor, dafür kann er nichts) gehört, dem dadurch alle Türen offen stehen, zu solch billigen Mitteln greift, einen Doktortitel zu erlangen.
Mittwoch, 5. Januar 2011
War ja lange Zeit ruhig

Das muß bekanntermaßen ja nicht heißen, daß es diese ordentliche Opposition nicht gibt, man liest halt von keiner.
Nun hat aber Gesine Lötzsch ein mittelschweres bis Kapitalverbrechen begangen. Sie hat es gewagt, das Wort Kommunismus in den Mund zu nehmen. Ausgerechnet in einem wenig geliebten und vom Mainstream weit entfernten Blatt (nicht despektierlich gemeint) der "Jungen Welt" setzte sie sich mit Wegen zum Kommunismus auseinander. Noch ist der Artikel frei lesbar, also wer es bisher nicht geschafft hat, schnell noch mal reinschauen.
Dann läßt sich das Geplärre in den systemrelevanten Zeitungen besser verstehen und auch der Aufschrei der CSU. Das Wort "Kommunismus" ist in der BRD so ziemlich das schlimmste Wort, was man von sich geben kann, wenn man in dem Satz nicht mindestens eine dreifache Verteufelung eben dieses Kommunismus zum Ausdruck bringen will.
Wenn man in Google die beiden Worte Lötzsch und Kommunismus eingibt, bekommt man sage und schreibe 59.400 Einträge genannt. Ich habe nicht bis zum Schluß geschaut, ob sich alle Artikel mit den Äußerungen Lötzsch's am 03.01.2011 befassen, aber enorm ist das schon.
Gesine Lözsch sah sich gezwungen, auf die Kommentationen ihres Artikel zu reagieren. Schade eigentlich.
Bildnachweis: dpa
Dienstag, 14. Dezember 2010
Wo sind wir nur hingeraten
Wer sich darüber aufregt, hat Art und Weise von Guttenbergs Politik noch nicht mitbekommen, aber schließlich dürfen wir die ja seit dem Frühjahr 2009 studieren.
Auch das Herr Kerner dort unten eine Talkshow veranstaltet, ist zwar eklig, aber eben nicht unerwartet.
Mag jemand anders auch die ach so heroischen Motive der Herren bewundern, ich tue es nicht. Und dann gibt es doch etwas, worüber ich mich richtig wütend werden kann.
Nun liegt die hiesige Tageszeitung "Mainzer Allgemeine" nicht wirklich auf meiner politischen Wellenlänge, aber eine gewisse Restseriösität habe ich ihr zugestanden.
Bis heute. Unter dem Aufmacher "Traumpaar bei der Truppe" hat ein M. F. unter der Rubrik Meinung und Dialog wohl einen Kommentar geschrieben.
In dem heißt es u.a.
"Stephanie von Guttenberg hatte die Reisen ins Einsatzgebiet....Einmal gab es richtig Ärger. Als sich 'KT', wie Guttenberg von Freunden genannt wird, im Juli spontan entschloß, auf einer Afghanistan-Reise die sicheren Mauern der Feldlager zu verlassen und einen Abstecher ins Kampfgebiet zu machen, erfuhr seine Frau aus dem Radio davon. Der Besuch an der Front wurde wegen eines schweren Gefechts in letzter Minute abgesagt. Zu Hause wurde der Minister trotzdem mit einer Standpauke empfangen. Als er den gefährlichen Ausflug bei seiner nächsten Afghanistan-Reise nachholte, war Stephanie darüber im Bilde und wurde per SMS auf dem Laufenden gehalten...."
Ja, eine solche Berichterstattung kann ich erwarten, bei der "Bild", bei "Die Bunte" und wie diese Blättchen alle heißen.
In einer Tageszeitung habe ich für solche Mätzchen leider gar kein Verständnis, das ist Hofberichterstattung pur, da sind eben nicht die Soldaten der Zweck der Reise, sondern ekelhafte Selbstdarstellung. Das ist es ja fast erfreulich, daß in den großen Zeitungen die Kommentare etwas anders klangen, wie der Spiegel im zweiten Absatz dieses Artikels zu berichten weiß.
Hoffentlich haben viele der so barönlich besuchten Soldaten und Soldatinnen den Mißbrauch bemerkt, der da mit ihnen getrieben wurde.
Ansonsten könnte man fast Sarrazin zustimmen, die Deutschen werden immer dümmer, nur an den Migranten liegts wohl nicht.
Bildnachweis: dpa, heute in der gedruckten Ausgabe der Mainzer Allgemeinen
Freitag, 3. Dezember 2010
Wikileaks - der Aufreger der Woche

Von daher kann ich die Dokumente nicht im Original lesen und daß man mit etwas merkwürdigen Übersetzungen in den deutschsprachigen Medien auch mal völlig daneben liegen kann, haben die Übersetzung der Amselfeldrede von Milosevic oder die wohl inzwischen gut bekannte Rede Ahmadineschads zu Israels Regierung gezeigt.
Wikileaks, soviel meine ich begriffen zu haben, veröffentlicht Dokumente, die ihnen zugespielt werden, veröffentlicht, ohne Auswahl und auch ohne Interpretation. Dokumente werden veröffentlicht ohne Rücksicht auf Verluste.
Ob ich das gut finde? Ich bin mir nicht sicher, aber würde wikileaks filtern, würden sie wohl ihrem eigenen Anspruch entgegenwirken, eben nicht zu zensieren.
Die ersten Tage wurde sich in der BRD über die Botschafteräußerungen zur ersten Garnitur der hiesigen Politiker aufgeregt.
Okay, aber solche Profile gehören wohl wirklich zur Arbeit von "Diplomaten". Das halte ich nicht mal für verwerflich.
Wie gesagt, ich weiß im Moment nicht mal, was ich von der Plattform wikileaks halten soll. Wichtiger erschient mir eher die Reaktion derer, die doch jeden Tag Meinungsfreiheit, Demokratie, Informationsfreiheit und andere leere Worthülsen verfechten. Da ist auf einmal von Verrat die Rede, da wird die öffentliche Person von wikileaks mit einem internationalen Haftbefehl von Interpol gejagt wegen Vergewaltigung...
Komisch, die ach so freie Welt reagiert genauso so, wie man es doch jahrelang der "Achse des Bösen", den Roten, den Kommunisten und heute den "Schurkenstaaten" vorwirft.
Für mich ist gerade das das Entlarvende, die Reaktionen auf wikileaks.
Samstag, 20. November 2010
Herz und Demokratie oder BRD in Terrorpanik
In einem der aufgelisteten Artikel heißt es gar:
"Es wäre ein Sturmangriff auf das Herz der Demokratie: Islamisten planen nach SPIEGEL-Informationen angeblich einen Anschlag auf den Reichstag. Dabei sollen Geiseln genommen und möglichst viele Menschen getötet werden. Zwei mutmaßliche Terroristen sollen bereits in Berlin sein."Bildnachweis: Ausschnitt der SpOn-Hauptseite am 20.11.2010 um 13.00 Uhr
Mittwoch, 17. November 2010
Ist das dumm, dreist oder was?

Ja, ich habe mir die Mühe gemacht und diesen Text durchgelesen.
Vier Versprechen und ja, da frage ich mich, ist das dumm, ist das dreist?
Ich schäme mich sonst nie für andere Menschen, ich habe genug zu tun, für meine eigenen Fehler, meine eigenen Dummheiten usw. den Kopf zu senken und rot zu werden.
Eine Person in diesem Staat macht eine Ausnahme und das ist Frau Bundeskanzler.
Diese Frau ist von 1960 bis 1972 (so ich richtig gerechnet habe, ich mag ihren für westliche Belange geschönten Lebenslauf nicht googeln) in die POS und EOS der DDR gegangen, hat diese Frau so gar nichts mitbekommen? Anscheinend nicht, soinst wäre es nicht zu dieser Anzeige gekommen.
Auf den Dank in dieser Anzeige gehe ich besser gar nicht ein, da fällt mir nur das inzwischen so oft bemühte Zitat: "Ich kann gar nicht soviel essen..." ein.
Schönwer bzw. dreister sind die Versprechen. Also diese Bundesregierung sichert die Finanzen, schreibt Frau Bundeskanzler. Sie sparen viel, aber nicht an der Zukunft. Hä, nicht an der Zukunft. Ich mag nicht die vielen kaputten Schulen aufzählen, einen kleinen Einblick in nur eine rStadt dazu findet man unter dem Beitrag "Wir haben kein Geld" und den darin angebenen Links zur Situation in Wiesbaden.
Das nächste der vollmundigen Versprechen gilt dann auch der Bildungsrepublik. Ich finde es schön, wie immer irgendwelche Schlagworte erfunden werden, um Menschen Sand in die Augen zu streuen. Solange in diesem Staat jedes Bundesland seine eigene Bildungspolitik macht, solange an der Dreigliedrigkeit des Schulsystems schon nach 4 Schuljahren nichts geändert wird, kann von einer "Bildungsrepublik" nicht gesprochen werden.
Es macht auch Spaß, dann zwei Seiten später in der gleichen Zeitung zu lesen, daß diese bildungsoffensive Bundesregierung in Mainz die Förderung für die "soziale Stadt" von 95 Mio Euro auf 28,5 Mio EURO zusammengestrichen hat. Auch diese Projekte sorgen dafür, daß es KITA-Plätze in ausreichender Anzahl gibt, hat aber wohl nichts mit Bildung zu tun.
Ach, Energie bekommen wir auch. Nee doch, was haben wir bisher. Eben mal die AKW-Laufzeiten verlängert, aber in dieser Anzeige sich damit brüsten, daß man irgendwann mal auf alternative Energien umstellt und für jeden der Strom bezahlbar bleibt. Wo, bitte hat diese Frau in den letzten Jahren gelebt. Wer hat ihre ureigenste Energierechnung bezahlt. Bei mir ist das so, daß seit Jahren die kW-Stunden zwar sinken, aber meine Zuzahlung steigt.
Und als wenn das nicht alles nicht genug wäre, kommt als viertes das Versprechen, hervorragende medizinische Versorgung für jeden bezahlbar zu sichern.
Auch da scheint Frau Bundeskanzler nicht ganz auf dem neuesten Stand zu sein. Eine Zwei-Klassen-Medizin haben wir schon lange und sie scheint auch den neuesten Einfall von Herrn Rösler nicht mitbekommen zu haben. Dabei wurde doch gerade das darauf basierende "Gesetz zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen" verabschiedet. Sozial ausgewogen, ich nehme an, Frau Bundeskanzler gehört keine gesetzlichen Krankenkasse an, außerdem ist sie wohl beihilfeberechtigt usw. usf. Da kann man gut solche Sätze ablassen.
Diese Kampagne kostet die Bundesregierung lt. eigener Angaben 2,8 Mio EURO, sie ist bisher in BILD, Spiegel, der SUPER-ILLU, der FDT und z. B. meiner Zeitung erschienen. Bis zum 22. November werden noch andere "Bürgerinnen und Bürger" in den Genuß dieses Schwachsinns kommen.
Das sind übringens 2,8 Mio EURO, die man hätte ehrlicher anlegen können.
Bildnachweis: www.bundeskanzlerin.de bienert
Dienstag, 28. September 2010
Ich hätte mir Umfassenderes gewünscht

Ich weiß, im Internet finde ich genug dazu, aber um das durchzuarbeiten, fehlte mir bisher die Zeit. Nun wird auch nicht das, freundlich ausgedrückt, umstrittene Projekt Inhalt dieses Eintrages, sondern der Bericht aus der gestrigen Report München-Sendung.
Irgendwie war ich enttäuscht, der Bericht umfaßte 7 einhalb Minuten und angekündigt wurde, daß die Befürworter des Bahnhofes nun auch mobil machen würden.
Davon ist im Bericht eher wenig zu sehen, wenn man mal von den dafür zuständigen Politikern absieht. Natürlich kamen Mappus (Ministerpräsident BadenWürttemberg, CDU) und Merkel zu Wort, die sich im Hinblick auf die Landtagswahl 2011 kämpferisch gaben, der schwatzende Hosenanzug machte die Wahl praktisch zur Volksabstimmung über den Bahnhof.
Lustig fand ich dann die Stelle, als der arme Herr Mappus am Tag der offenen Tür ungebetene Gäste aushalten mußte. Ungebetene Gäste am Tag der offenen Tür?
Ansonsten war der Bericht eher ein längeres Nachrichteneinspiel. Und da das Projekt ja nun wirklich eine Euro kostet, hätte ich mir mehr von einem Magazin gewünscht. Das Projekt wurde 1994 beschlossen, warum also keinen geschichtlichen Ablauf, warum nicht einmal eine konkrete Gegenüberstellung der pro und contra. Klar, eine Nachrichtensendung kann und braucht das nicht zu leisten, ein Politikmagazin sollte schon tiefer bohren, die richtigen Fragen stellen, wenn es um fast 1,5 Mill. Euro geht, die von allen Steuerzahlen der BRD zu stemmen sind.
Mich als Betrachterin aus der Ferne hat dieser Bericht jedenfalls nicht zufriedengestellt.
Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_21
www.jugendoffensive-gegen-s21.de.vu
www.kopfbahnhof-21.de
Donnerstag, 16. September 2010
Meinetwegen
Selbst wenn sie einem Opfer des Hitlerfaschismus, das diesen im Konzentrationslager Auschwitz überlebt hat, einen schlechten Charakter nachsagt, ist das an sich kein Beinbruch, solange sie in ihrem stillen Kämmerlein vor sich hin phantasiert.
Ein Beinbruch ist vielmehr, daß der selbsternannten Berufsvertriebenen sämtliche Medien, ob TV, Druckmedien oder im Internet immer wieder eine Bühne geben, ihre unsäglichen Schwachheiten in die Welt hinauszuposaunen. Was hat diese Frau im Frühstücksfernsehen der ARD zu suchen, warum müssen im SpOn mindestens drei Foren zur Causa Erika Steinbach aufgemacht werden.
Warum bringen ARD und ZDF dieses Gefasel wieder und wieder in den Hauptnachrichten.
Darüber sollten wir uns wohl auch einmal Gedanken machen.
Freitag, 18. Juni 2010
In der Realität angekommen

Ja, ich war für Serbien, hat ein wenig historische Gründe, jetzt allerdings tun mir die Spieler schon fast wieder ein wenig leid. Überschriften wie "Klose und Podolski vermiesen Deutschland das Fußballfest" will ich eigentlich nicht lesen, zumal heute die gesamte Mannschaft nicht ins Spiel kam.
Aber so sind die Medien in diesem Land. Am liebsten hätten sie uns schon am Sonntagabend als Weltmeister ausgerufen und heute tun sie so, als stünde der Weltuntergang bevor.
Gehts nicht mal ein wenig seriöser?
Nun ist das ja nicht nur eine Krankheit unserer Zeitungen, deren Online-Portale oder des Fernsehens und so mag ich mir gar nicht vorstellen, was die Franzosen heute so alles lesen, hören und sehen müssen.
Egal, ob es die deutsche Nationalmannschaft ins Achtelfinale schafft oder nicht, im Moment sollte unser Augenmerk nicht nur in Südafrika liegen, sondern ab und zu in der BRD verbleiben.
Donnerstag, 3. Juni 2010
Nein, die Blogger waren es nicht
Nachdem sich gestern abend in der ARD-Sendung "Hart, aber fair" (wie kann man solches nur gucken) schon die netten Herren Trittin, Oppermann, Söder gegenseitig die Schuld für den Rücktritt in die Schuhe schieben wollten, bringt heute das ZDF und auch die Süddeutsche Zeitung die Blogger ins Gespräch.
Allerdings, wenn ich mir die zur Stunde gerade gehandelten Kandidaten für Schloß Bellevue der Regierung (Wulff) und der Opposition, SPD und Grüne genauer gesagt, (Gauck) anschaue, bin ich schon fast an meinen letzten Satz von vorgestern erinnert.
SpOn und sein Forum


Spiegel Online hält viel auf seine umfangreiche Forumsplattform, dort werden täglich zu jedem Thema mehrere Foren in den entsprechenden Kategorien aufgemacht und die Leser können trefflich ihre eigenen Kommentare abgeben.Beim Lesen des Forum kam mir ja schon manchmal der Gedanke auf: "Welche Abgründe tun sich hier auf" und manchesmal wunderte ich mich auch, welche Inhalte der verantwortliche Forenbetreuer einschließlich meiner eigenen so denn der Zensur zum Opfer fallen ließ.
Diesmal wird ein ganzes Thema vorsichtshalber zensiert. Als am Montag die ersten Meldung vom Überfall israelischer Elitesoldaten auch die BR Deutschland erreichten, wurde folgerichtig ziemlich schnell ein dazugehöriges Forum am 31.5.2010 um 7.41 Uhr mit der Überschrift "Viele Tote und Verletzte: Blutiger Angriff Israels auf Gaza-Hilfsflotte" eröffnet.
Dieses Forum erfreute sich bis zum 01.06.2010, 07.00 Uhr und dem 788. Beitrag großer Diskutierfreudigkeit und wurde dann überraschend und stillschweigend geschlossen.
Ein zweites Forum wurde am 1. Juni 2010 um 15.03 Uhr mit dem Titel "Militäraktion gegen Hilfskonvoi: Zurückgekehrte Linkenpolitiker werden Israel Kriegsverbrechen vor" eröffnet, um ohne irgend einen Beitrag eines Lesers sofort wieder geschlossen zu werden.
Seit genau dem Zeitpunkt werden auch alle neuen Artikel über den Überfall ohne die Forumshinweise eröffnet, neue Leser sollen also nicht mal erfahren, daß es wenistens ein Forum gab, in dem nicht nur Journalisten, sondern Menschen wie Du und ich zu Wort kamen.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Dienstag, 25. Mai 2010
Auch ein Tag für VTler :-)
Puh, erstmal guckte ich tatsächlich aufs Datum, aber der 1. April ist nachweislich vorbei und inzwischen gleichen unsere Medien ja auch eher Bestattungsunternehmen.
Nein, der Mann ist nicht tot, er meinte nur, Politik ist nicht sein Leben. Naja, vielleicht ab morgen nicht mehr (wobei ich mir da leichte Zweifel erlaube), bisher war er allerdings sowohl der brutalstmögliche Aufklärer als auch der brutalstmögliche Machtpolitiker.
Ich mag mich nicht an den Spekulationen des Warums beteiligen, die kann man in den diversen Foren von Onlinemedien nachlesen, bei Bloggern usw.
Interessieren würde es mich schon und es wäre doch mal eine schöne Aufgabe für die Medien. Nur wenn ich mir die weichgespülten Fragen eines Theo Koll im ZDF-Spezial und die gnadenlos freundliche Analyse des anwesenden Politkwissenschaftlers in Erinnerung rufe, wird das nichts werden.
Tun wir also so, als glaubten wir den Schmarrn, den der Noch-MP von Hessen erzählt hat.
Donnerstag, 13. Mai 2010
Immer,
Koch hat also laut gedacht, was denn von den Zielen der Koalitionsvereinbarung ob der Kassenlage überhaupt zu verwirklichen sei. Sparen ist schließlich angesagt. Da brauchen wir eben mal weniger Kintertagesstättenplätze und für die Bildung muß es ja auch nicht unbedingt Geld sein.
Die Wahlen in NRW sind genau 4 Tage lang her, ein Schelm, der Böses dabei denkt und während sich die Medien von Friede Springer und Konsorten bereits auf die bisher noch vage Möglichkeit eine Rot-Grün-Roten Koalition in NRW einschießen (siehe hier), darf Koch ziemlich ungeschoren seine Sparmaßnahmen publizieren.
Übrigens haben am Dienstag 10.000 Studenten in Wiesbaden gegen den geplanten Hochschulpakt für Hessen demonstriert.
Mittwoch, 5. Mai 2010
Pünktlich,

Ich freue mich auf eine gute Lesezeit und wem von meinen Lesern der RF unbekannt ist, einfach auf den Link klicken.
Bildnachweis: Heinz Herresbach, www.comixfuzzy.de
Montag, 3. Mai 2010
Wie Wahrheit zum Eklat wird
im Spiegel, in der Augsburger Allgemeinen Zeitung, in der Frankfurter Rundschau, in Die Zeit und so können wir alle Online-Medien von heute abend durchgehen. Die Meldung von dpa erscheint in jeder Onlineausgabe der angeblich so unabhängigen Medien in diesem Staat.
Warum ist es, so die Übersetzungen in Ordnung sind, ein Eklar, wenn der hiesig meist gehaßte Politiker etwas ausspricht, was nun einmal so ist? Warum verlassen Ländervertretungen, vorzugsweise natürlich Verbündete der USA, die Verhandlungen, weil ein Mitunterzeichnungsland des Atomsperrvertrages ausnahmsweise mal nichts anderes sagt als die Wahrheit.
Auf welcher Grundlage machen die Medien eigentlich den Iran zum "Schurkenstaat", der sich, zumindest bis zum heutigen Tag, an den Atomsperrvertrag hält und nur die darin zugesicherte Urananreicherung vornimmt, wenn andererseits eine Rede, die nichts als die Wahrheit vermittelt, die den Atomwaffenbesitz als unmoralisch verurteilt und auch den Einsatz der Atombombe vor 65 Jahren als das verurteilt, was es war, als Eklat bezeichnet wird?
Ich jedenfalls würde mir eine deutlich differenziertere Berichterstattung, auch aus dem Iran, wünschen.
Donnerstag, 11. Februar 2010
Dem Knaben fehlt wohl neuer Stoff

Was ist eigentlich bekannt über das Leben und den Tod von Lutz Eigendorf zwischen 1979 und 1983?
Eigendorf setzte sich nach einem Freundschaftsspiel des BFC gegen den 1. FC Kaiserslautern in Gießen ab und spielte nach einem Jahr Sperre von 1980 bis 1982 für den FCK. In der Saison 1982/83 wechselte er dann zur Eintracht Braunschweig. Besonders erfolgreich tat er das in beiden Klubs nicht, für Braunschweig spielte er z. B. nur 8 mal.
Anfang März 1983 hatte Eigendorf dann einen Unfall auf nasser Straße, an dessen Folgen er zwei Tage später, am 07. März 1983, verstarb. In seinem Blut wurde ein Blutalkoholspiegel von 2,2 Promille gemessen. Am Tage des Unfalls saß er übrigens wieder mal für Braunschweig nur auf der Reservebank.
An sich klingt das eigentlich recht unspektakulär, ein frustrierter Sportler, dem der Erfolg ausgegangen ist, wäre da nicht eine Republikflucht und ein Mielke, der diese als persönliche Niederlage aufgefaßt haben soll. Das ist gut möglich, aber wirklich wissen wir das??? Es sei denn, es findet sich ein solches belegender Schnipsel bei Frau Birthler.
Nun ja, seit 20 Jahren geistert die Mär vom MfS-Mord an Eigendorf immer wieder durch die Gazetten und da dem MfS ja schließlich alles zuzutrauen ist und Herr Knabe auf diesem Gebiet Experte ist, hat er jetzt mal eben die Neuaufnahme des Verfahrens beantragt. Es gäbe schließlich neue Erkenntnisse.
Neue Erkenntnisse? In der bild.de von heute kann man dazu lesen:
"Der wegen schweren Raubes angeklagte Karl-Heinz F. (65) sagte aus: „Ich soll den Mord an Lutz Eigendorf gemacht haben. Der war illegal abgehauen, spielte bei Mielkes Lieblingsklub (Dynamo Berlin – die Red.). Ich habe den Mordauftrag übernommen, aber nicht ausgeführt.“
Erstmals ist damit ein Mordauftrag bestätigt. Karl-Heinz F. hatte für die Stasi als „IM Klaus Schlosser“ gespitzelt. Die DDR ließ den Ex-Boxmeister 1980 zum Schein ausreisen, setzte ihn als einen von 50 Spitzeln auf den 1979 geflüchteten Eigendorf an.
Bereits vor zehn Jahren geriet F. in Verdacht. BILD fragte ihn damals: Sind Sie der Mörder von Eigendorf? Er bestritt. Von dem Mordauftrag sagte er nichts.
Tatsache ist: F. erhielt die damals hohe Stasi-Prämie von 2300 Mark wenige Tage, bevor Eigendorf am 5. März 1983 mit seinem Alfa Romeo in Braunschweig gegen einen Baum raste. Später fand man bei der Stasi Papiere, in denen von „Verblitzen“ (Blenden) die Rede war.
Karl-Heinz F. vor Gericht: „Ich bin kein Idiot. Ich bringe keinen um, den ich kenne.“ Wegen seines Überfalls auf einen Drogeriemarkt wurde er gestern zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt."
Kann sich noch jemand an den Fall im Herbst 2003 aus Rheinsberg erinnern?
Da wurde auch so ein MfS-Killer verhaftet, der gleich 27 Menschen ermordet haben sollte, darunter Uwe Barschel und auch der ehemalige Finanzminister der DDR, Siegfried Böhm.
Wochenlang beherrschte dieser Killer die Titelseiten aller möglichen bunten Zeitungen und Zeitschriften.
"Im Dezember (2003, Anm. J.B) mußte der Haftbefehl aufgehoben werden, von den Morden und den Aufträgen hierzu war nichts übriggeblieben. Die Strafverfolgungsbehörden der BRD waren einem Gauner aufgesessen" schreibt dazu die Junge Welt vom 15.01.2010.
Im Blätterwald dieser Republik ist das natürlich heute ein Aufhänger, auch wird wie z. B. im Tagesspiegel die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Karl-Heinz F. gestellt, mehr aber leider nicht.
Wie kommt jemand, der angeblich vor zehn Jahren eine diesbezügliche Frage verneint hat, jetzt dazu, ohne Not zu gestehen, daß er einen Mordauftrag hatte, den aber nicht ausführte? Sollte es ihm jetzt bei seiner Verurteilung etwa helfen? Eine niedrigere Strafe? Was soll das Ganze?
Das ergibt keinen Sinn, dafür gibts aber Wasser auf die Mühlen eines Herrn Knabe und auch die Zeitungen und Zeitschriften haben wieder etwas ganz ganz Schlimmes über das MfS zu berichten.
Obwohl ich damals schon sportinteressiert war, löst der Name Eigendorf bei mir nur eine Erinnerung aus, die mit ihm selbst nicht mal etwas zu tun hat.
Seine damalige Frau ging Jahre vorher mit mir in eine Schule, war 4 oder 5 Jahre älter und für meine Freundin Katrin und mich einfach nur doof. Also wetzten wir in der Hofpause immer mal unsere losen Schnäbel an ihr und irgendwann riß ihr anscheinend der Geduldsfaden. Katrin hatte schnellere Beine als ich und so fing ich die Ohrfeige für uns beide ein.
