Montag, 9. Januar 2012

In eigener Sache


Ich denke, es war vor ca. zwei Jahren, da schrieb ich schon mal über meine persönlichen Befindlichkeiten zur Demonstration im Januar während meiner Schulzeit. Frieren war nicht mein Ding, trotzdem kann ich mich an kein Jahr erinnern, in dem ich nicht an diesem Sonntag mitgelaufen wäre.

Seit ich weit im Westen wohne, ist das naturgemäß anders. Allerdings wollte ich vor zwei Jahren schon einmal nach Berlin fahren, aber da habe ich mir kurz vorher den Arm gebrochen, nichts wurde es.
Dieses Jahr würde es wieder passen. Eigentlich möchte ich so gern am Sonntag dabei sein und genau da liegt mein Problem.

Wie und mit wem komme ich nach Berlin? Ich habe sowohl auf den Seiten der DKP als auch der PdL hier in Rheinland-Pfalz geschaut - kein Hinweis zu einer gemeinsamen Mitgliederfahrt nach Berlin. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu doof zum Googeln, aber ich finde nichts.

Kann mir jemand, der zufälligerweise hier liest, eine entsprechende Info geben oder gibts unter meinen Freunden jemanden, der nach Berlin fährt (Anne??) und dem ich mich anschließen kann? Ich würde mich riesig freuen, wenn es hierzu Reaktionen gibt.

Fotonachweis: geklaut aus Die rostige Laterne


Donnerstag, 5. Januar 2012

Wenn Traumberufe zur Ramschware werden

Es ist ja schon eine Weile her, daß ich bestimmte Berufswünsche hegte. Aber wenn ich so zurückdenke, war Stewardess sicher nicht "der" Traumberuf für viele Mädchen, aber weit oben stand er wohl schon. Klar, vor 20 - 30 Jahren hatte Fliegen noch etwas exklusives und innerhalb der DDR fuhr man meist Bahn bzw. Auto.

Das war ganz sicher auch in der BRD zu dieser Zeit so, ich nehme mal an, die Bundesbahn war wie die Reichsbahn nicht immer sauber, auch nicht immer pünktlich, aber ein preisgünstiges Fortbewegungsmittel sehr im Gegensatz zum Flugzeug.

Und natürlich, aber auch das sicher in beiden deutschen Staaten, soielte das Fernweh bei einem solchen Berufswunsch eine entsprechende Rolle.
Aber wie auch immer, als Stewardess verdiente man im Gegensatz zu anderen Berufen gutes Geld, ob bei der Interflug oder der Lufthansa.

Die Interflug gibt es seit geraumer Zeit nicht mehr und auch im Luftverkehr hat sich einges geändert. Fliegen hat so gar nichts exklusives mehr, eigentlich aufgrund von Billigfluggesellschaften ist das Fliegen zum Ramschangebot verkommen. Nun soll auch die Arbeitskraft von Stewardessen zur Ramschware werden. Die Lufthansa plant, 200 Srewardessen über eine Leiharbeitsfirma einzustellen und innerhalb der BRD einzusetzen. Nach Zeitungsberichten (SpON und JW) soll das Anfangsgehalt dieser Leihstewardessen ähnlich wie bei den Festangestellten 1.700 EUR betragen. Mit dem jährlich bei der Lufthansa im Tarifvertrag festgeschriebenen Erhöhung des Gehaltes sieht es allerdings schon anders aus und natürlich wird es sich nur um Zeitverträge handeln.

Michael Moore schrieb mal sinngemäß über die Entlohnungssituation US-amerikanischer Piloten, er möchte eben nicht mit einem Piloten fliegen, der sich nicht auf seine Arbeitsaufgaben konzentrieren kann, weil er überlegen müßte, wie er am Abend seine Familie ernähren solle, so geht mir das mit Stewardessen nicht wesentlich anders. In Wkipedia steht einiges über die Aufgaben von Flugbegleitern drin und dann frage ich mich, welchen sinnvollen Beruf muss Mann/Frau heute eigentlich ausüben, um von den damit verdienten Gehalt ein sorgenfreies Leben führen zu können.

Übrigens, Manager halte ich nicht immer für einen sinnvollen Beruf.

Bildnachweis: Stewardess der Interflug, Archiv Horst Materna

Mittwoch, 4. Januar 2012

Eine wahrlich traurige Gestalt


Tja, dieser Bundespräsident, eigentlich könnte er einem ja schon fast wieder leidtun. Aber wirklich nur fast. Was sich jetzt 3 Wochen durch die Print- und Onlinemedien zieht, macht auf mich trotzdem einen merkwürdigen Eindruck.

Es geht mir nicht darum, irgendetwas schön zu reden, was sich Wulff anscheinend in seiner Amtzeit als Ministerpräsident von Niedersachsen geleistet hat. Eigentlich paßt aber genau das in das Bild, welches zumindest ich von den sogenannten Leistungsträgern und Eliten dieses Staates habe. Für mich eben auch deshalb kein Grund, ihn gerade jetzt abzuschießen.

Ich frage mich schon: wem nützt es, warum zieht man genau jetzt diese Karte, wem paßt dieser doch eher blasse und nicht wahrnehmbare BP (kann ja unter vielen schlechten eine gute Eigenschaft sein) plötzlich nicht mehr in den Kram.

Ehrlich, ich weiß es nicht, und die Lüge vorm Landesparlament und das recht unglückliche Agieren seit Mitte Dezember mögen sehr wohl ein Grund, aber sicher nicht die Ursache für das jetzige Medienspektakel sein. Bemerkenswert, daß sich diese Fragen anscheinend niemand der berufsmäßigen Schreiberlinge stellt. Investigation - ein Fremdwort.

Einen der schönsten Sätze der letzten Tage finde ich ja: "Das Amt wird beschädigt." Das ist wie: "Der Markt reagiert nervös." Sprechblasen ohne Sinn und Verstand. aber die sind eh rar gesät.


Bildnachweis: DW-World



Dienstag, 3. Januar 2012

Präsidenten


Heute jährt sich zum 136. Mal der Gebrutstag der ersten und einzigen Präsidenten meines Vaterlandes. Vor 136 Jahren wurde Wilhelm Pieck in Guben geboren. Seit 1895 Mitglied der SPD, gründete er 1916 die Spartakusgruppe mit, aus der Ende 1918 die KPD entstand.
Am 15. Januar 1919 ist er dem Mörderkommando knapp entkommen, gemeinsam mit Karl und Rosa war er im Hotel Eden gefangen genommen worden.

Er war Mitglied ders Exekutivkomitees der III. Internationalen und Reichstagsabgeordneter und emigirierte 1933 auf Beschluß der KPD in die Sowjetunion. Auf der Brüsseler Konferenz (Oktober 1935 nahe Moskau) wurde er Vorsitzender der KPD.

Er kämpfte im Nationalkomitee "Freies Deutschland" während des II. Weltkrieges für eine breite antifas´chistische Front. Auch nach Beendigung des Krieges warb er unermüdlich für die Einheit der deutschen Arbeiterklasse, die in der sowjetischen Besatzungszone mit der Gründung der SED im April 1946 vollzogen wurde.

Nach Bi-, Trizone und Währungsreform in den von den westlichen Alliierten kontrollierten Besatzungszone sowie Gründung der BRD wurde am 7. Oktober die DDR gegründet. Präsident dieses ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschen Boden wurde Wilhelm Pieck.

Wilhelm Pieck - ja, ein Vorbild für die jungen Menschen in der DDR, die ihm Zeit seiner Amtstätigkeit am Herzen lagen, denen in der kleinen DDR eine Perspektive geboten wurde. Ja, vieles, was in den ersten schweren Jahren hart erkämpft und erarbeitet wurde, war meiner Generation schon selbstverständlich - wurde nicht mehr geachtet als Errungenschaft, wurde 1989 weggeworfen.

Und dann gibt es da heute einen Präsidenten, einen Bundespräsidenten, einen Präsidenten, der bestens in dieses Staatsgebilde BRD paßt, jedoch jungen Menschen als Vorbild nicht taugt.


Montag, 7. November 2011

Afghanistan, Irak, Libyen und jetzt der Iran?


Heute jährt sich zum 94. Mal der Tag des Beginns der Oktoberrevolution. Nach dem julianischen Kalender wurde der 25. Oktober 1917 geschrieben, daher rührt der Name der Revolution.

Zu dieser Zeit befand sich Europa im I. Weltkrieg - das Russland der Doppelherrschaft (Sowjets und Provisorische Regierung), Frankreich, England auf der einen Seite, Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei auf der anderen Seite.


Einen Tag, nachdem der Smolny in Petrograd (damalige Hauptstadt des Russischen Reiches) in der Hand der Bolschewiki war, wurde als erste Amtshandlung der neuen Regierung das Dekret über den Frieden verabschiedet.

Die diesbezüglichen Verhandlungen mit Deutschland sind als Frieden von Brest-Litowsk in die Geschichte eingegangen.

94 Jahre später gibt es weder die aus dem Russischen Reich durch die Oktoberrevolution hervorgegangene Sowjetunion noch die im Ergebnis des II. Weltkrieges entstandene sozialistische Staatengemeinschaft. Damit ist allerdings auch das Gleichgewicht der Kräfte sowohl in Europa als auch in der Welt abhanden gekommen und damit auch der Kampf um den Frieden.

Heute wird nicht mehr um den Frieden gekämpft, nein es scheint völlig selbstverständlich zu sein, daß ich als Kommentar heute morgen in der Mainzer Allgemeinen lesen muß: "...Dann wird es zu einem Militärschlag kaum noch Alternativen geben, will man am Persischen Golf keine unberechenbare Atommacht dulden. ...Morgen liegen die Beweise auf dem Tisch. Sind sie eindeutig, tickt die Uhr."

Es sind diese Kommentare, auch in Foren vielgelesener Onlinemagazine, die mir die Gänsehaut über den Rücken laufen lassen. Hier wird über Militärschläge debattiert als wenn es das auswärtige Abendessen übermorgen ist, werden Erfolgschancen abgewogen als hätte es nie einen 2. Weltkrieg und seine Schrecken gegeben.

Ist es wirklich schon so lange her, muß denn jede Generation der Weltbevölkerung wirklich ihren eigenen Krieg erleben?