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Freitag, 24. Dezember 2010

Ein friedliches Weihnachtsfest



Ich wünsche allen meinen Bloglesern

ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest

mit der Familie, mit Freunden und vor allem mit Wärme

im Herzen!




Samstag, 9. Oktober 2010

Zeitzeugnisse


Jetzt am Wochenende findet der 19. Parteitag der DKP in Frankfurt/Main statt. Eigentlich habe ich gegoogelt, um einige Anträge, eine Deligierte usw. zu finden, um vielleicht auch ein Gespür dafür zu bekommen, wohin die Reise der Deutschen Kommunistischen Partei geht.

Dabei fand ich eine Berichterstattung in der "Zeit" vom 3. Parteitag der DKP im November 1973.
Wenn auch der Beitrag verständlicherweise nicht gerade kommunistenfreundlkich ist, so hat es der Parteitag immerhin in die bürgerliche Presse geschafft:

"DKP-Parteitag

Proletarier im Luxushotel

Die Kommunisten beschließen den Ausbruch aus den Rathäusern/Von Hans Schueier

Die Alten beschwören ihn immer wieder: den Heros und Märtyrer der deutschen Kommunisten, Ernst „Teddy" Thälmann. Aber wenn sie Seinen Namen nennen, klingt es, als wünschten sie sich fort aus diesem Saal, aus den mit dicken Teppichen ausgelegten Foyers, weg vom sterilen Prunk des Hamburger Congress Centrums. Zu bürgerlich, zu elegant und wohlhabend nimmt sich der dritte Parteitag der DKP in seiner Nobelherberge neben Loew's Hotel Plaza am Dammtorbahnhof aus. Wie bescheiden dagegen die Erinnerungsstätte an Ernst Thälmann in der Tarpenbekstraße 65, der ehemaligen Ladenwohnung eines Schuhmachers, zu der mancher alte Kampfgenosse in den Kongreßpausen pilgert.


Mustergültige Ordnung, gepflegtes Essen, hervorragende Organisation, Weitläufigkeit bestimmen derweil die Tagung. Fernsehen, Rundfunk und Presse sind „akkreditiert" und werden mit den Texten der Begrüßungsansprachen von 23 Gastdelegationen synchron versorgt, hoch während die Redner sprechen. Draußen, in der Wandelhalle, wähnt man sich beim Treffen einer einflußreichen Mittelstandsvereinigung. Nur die jugendlichen Einweiser tragen lange Haare und abgewetzte Jeans. Der Parteitag wirkt eher wie eine Schaustellung materiellen Selbstbewußtseins: „Seht, wir sind auch wer!" denn wie eine machtvolle Demonstration der seit nunmehr fünf Jahren unter neuer Fahne und altem Bekenntnis geeinten Arbeiterklasse.


Max Reimann, Senior der Versammlung, ehemaliger Vorsitzender der KPD und DKP-„Ehrenpräsident", ergeht sich angesichts der Glückwünsche zum eben vollendeten 75. Lebensjahr in Erinnerungen. Ihn, den Soldaten des Ersten Weltkrieges, habe der Funkspruch Lenins „An alle — schließt Frieden!" zum Kommunisten gemacht. Er ruft die Kampfzeit der zwanziger Jahre ins Gedächtnis und verpflichtet die Partei auf Thälmanns Wort, „daß die positive Einstellung zur Sowjetunion das Kriterium jedes wirklichen Kommunisten ist". Da ist der Bezug zur Gegenwart hergestellt. Der Saal dröhnt unter minutenlangem, rhythmischem Applaus-


Er dröhnt noch einmal, als Reimaiin die seltsam anachronistische Forderung erhebt: „Das KPD-Verbot muß aufgehoben werden." Sie kehrt in den drei Tagen des Hamburger DKP-Festiväls mehrmals wieder, und immer ist es, als bräche eine alte Wunde auf, obgleich doch die bundesdeutschen Kommunisten beim Gedanken an das Verbotsurteil von 1956 unter nichts anderem leiden können als an der Verschiebung der Buchstaben in ihrem Parteinamen. Sie sind inzwischen fest etabliert und in ihrem Bestand als Partei unangefochten; sie haben annähernd 40 000 Mitglieder — bei ständig steigendem Zugang; ihre Studentenorganisation, der Marxistische Studentenbund Spartakus hält mit 2000 Mitgliedern beherrschende Positionen im Verband deutscher Studentenschaften und den Studentenausschüssen der meisten Hochschulen. Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) stellt mit 10 000 Angehörigen ein sicheres Nachwuchsreservoir. Wenn heute die. alte KPD wieder zugelassen würde —- was verfassungsrechtlich nicht möglich ist —, brauchten die „Deutschen Kommunisten" nur einmal mehr ihre Buchstabenfolge zu tauschen, um nächst der Kontinuität auch die Identität wiederherzustellen. Sie sind eben nicht nur Kommunisten, sie sind auch Romantiker.


Hoffnung und Stolz der Partei ist ihre neugewonnene Jugendlichkeit, von den 619 ordentlichen Delegierten und 253 Gastdelegierten des Parteitages noch um ein paar Jahre gegenüber dem Mitgliederdurchschnitt unterboten. Ein knappes Drittel ist unter 30, der Jüngste 17. Niemand weiß, wie viele Aktivisten und Mitläufer der Protestbewegung von 1968 inzwischen zu den orthodoxen Kommunisten in der DKP gestoßen sind. Doch sie müssen einen tiefen Wandel durchgemacht haben. Diese Parteijugend ist streng diszipliniert, linientreu wie die FDJ, eingeschworen auf den Apparat. Sie produziert Aktivität, aber keinerlei Originalität. Wenn es zwischen ihr und dem Establishment der Älteren Meinungsunterschiede oder gar Friktionen gäbe wie in allen anderen Parteien der Bundesrepublik — sie hätten in Hamburg zumindest andeutungsweise hervortreten müssen. Keine Spur davon. Die DKP hat keine Jusos, keine Judos und noch nicht einmal eine sanft aufbegehrende Junge Union. Ist sie darob glücklich zu schätzen? Sie ist es sicher unter dem Blickwinkel ihrer Gönner und Förderer aus der Sowjetunion und der DDR, die Linientreue von 17 bis 70 zur Bedingung der ideologischen und materiellen Subvention gemacht haben.


Kurt Hager, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED, — er leitet diesmal die DDR-Delegation, nicht mehr, wie noch 1971, der Propagandist Albert Norden —■ kann sich deshalb vollkommen zu Hause fühlen. Er ist zu Gast beim westdeutschen Ableger seiner Partei. Sie folgt ihm, und sie fragt nicht nach dem Gleichgewicht, als er betont auf die gewachsene militärische Stärke der sozialistischen Staatengemeinschaft verweist. Der Parteitag wird dennoch den Rückzug der Bundesrepublik aus der Nato fordern und den Verteidigungsminister Georg Leber zu den Sozialdemokraten zählen, mit denen nicht zu reden ist, weil er den Wehretat verwaltet.


Über die Ostverträge, „ihre strikte Einhaltung und volle Anwendung" im Sinne der Interpretation der DDR ist man sich einig, natürlich auch mit der sowjetischen Delegation. Hager bekommt stürmischen Beifall, als er in leichter Abwandlung Herbert Wehner zitiert: „Es empfiehlt sich doch für niemand, mit neuen Verträgen alte Politik zu machen."


Auf einem kommunistischen Parteitag gibt es naturgemäß keine Debatten, schon gar keine Kontroversen, sondern nur „Diskussionsbeiträge". Einige sind dennoch interessant, fast alle weisen auf die innenpolitischen Zielund Schwerpunkte der künftigen Parteiarbeit hin: Es gilt, die Basis in den Gemeinden und Betrieben zu verbreitern und die Aktionseinheit mit Sozialdemokraten und selbst „christlichen Arbeitnehmern" überall herzustellen, wo dies möglich ist. Ein junger Genosse aus der niedersächsischen 3800-Seelen-Gemeinde Hardegseh am Rande des Solling belegt beispielhaft, was Kommunisten auf kommunaler Basis leisten können: Zum erstenmal seit über 20 Jahren hat seine DKP-Ortsgruppe die ganze Ortsjugend auf die Beine gebrächt, als es darum ging, gegen die. Errichtung eines exklusiven Reiterhotels an Stelle eines Jugenderholüngsheims auf dem Burggelände von Hardegsen zu demonstrieren. Der DKP-Kreisvorsitzende Manfred Dressel verweist auf den vielfältigen Nutzen der Beteiligung an Bürgerinitiativen: „Daß es sie gibt, ist ein Zeichen des schwindenden Vertrauens in die Parlamente." In Langwasser bei Nürnberg sei es ihm und seinen Leuten über eine Bürgerinitiative gelungen, den Bau eines Truppenübungsplatzes für die US-Armee zu verhindern, und zwar „unter offenem Auftreten als Kommunisten". Der CSU-Landrat habe geglaubt, die übrigen Bürger mit seinem demonstrativen Ausscheiden ebenfalls zum Abspringen bewegen zu können. „Aber sie blieben, weil sie wußten, daß wir angefangen hatten."

Legalität, Bekenntnis zur Partei und ihren Nahzielen ist überhaupt ein beherrschendes Motto. Der Nürnberger DKP-Stadtrat Stiefvater ergänzt seinen Genossen mit großstädtischer Erfahrung: „Wir haben uns intensiv um die in Nürnberg fehlenden 24 000 Kindergartenplätze gekümmert. Bald sprach die ganze Stadt von uns als der Kindergartenpartei. Das ist gut so."


■ Die DKP will dennoch keine Rathauspartei bleiben, obgleich sie bisher nur in Kommunalparlamenten vertreten ist. Sie wird sich an den Landtagswahlen des nächsten Jahres beteiligen, und sie wird auch außerparlamentarisch alles tun, um sich gebührend in Szene zu setzen. Ab sofort kann jeder der drei Millionen Gastarbeiter Mitglied werden. Neben der SDAJ wird es eine bundesweite Kinderorganisation geben. Kein wilder Streik mehr ohne DKP. Aktionseinheit mit sozialdemokratischen Arbeitnehmern innerhalb und außerhalb der Betriebe ungeachtet aller Abgrenzungsbeschlüsse der SPD. Die Umarmungsstrategie ist den Kommunisten ein und alles. Sie gilt freilich nur für den gemeinsamen Kampf gegen den „staatsmonopolistischen Kapitalismus"; auf ideologischem Gebiet gibt es keine Konzessionen. Da wird sogar Bundeskanzler Willy Brandt wie ein Kartenkönig in zwei Hälften geteilt: der „gute" Ostpolitiker auf der einen, der Büttel des Monopolkapitals auf der anderen Seite. DKP- Vorstandsmitglied Robert Steigerwald sagt der SPD, was die Kommunisten vom „demokratischen Sozialismus" halten: Ein „stinkender Kadaver ... alt gewordene Huren, als frische, neue Schönheiten auf den Strich geschickt".


So klar wie der Kurs der DKP ist das Abstimmungsergebnis des Hamburger Parteitages bei der Neuwahl ihres Vorsitzenden und des Vorstandes. Kurt Bachmann (64), neben Max Reimann einer der letzten der alten Garde — er hat für seine Überzeugung in Buchenwald gelitten und seine erste Frau in Auschwitz verloren —, räumte den ersten Platz für seinen in Moskau zum Volkswirt ausgebildeten bisherigen Stellvertreter Herbert Mies (ohne Gegenstimme). Mies war schon Funktionär der Nachkriegs-KPD. Neuer Stellvertreter ist der ehemalige FDJ-Funktionär Hermann Gautier. Beide gewährleisten strikten Kurs im Kielwasser der SED. Von den 78 Mitgliedern des neu gewählten Parteivorstandes erhielt keines weniger als 604 von 608 abgegebenen gültigen Stimmen."

Aus: "Die Zeit" 09.11.1973 von Hans Schueier


Es wird interessant sein, am Montag zu erkunden, wie die Berichterstattung der bürgerlichen Presse in diesem Jahr aussieht.


Donnerstag, 24. Dezember 2009

Ein wunderschönes

Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben, genießt die Zeit, die Ihr miteinander habt. Vielleicht ist das in diesem Jahr meine wichtigste Botschaft neben dem Wunsch nach Frieden überall in der Welt.


Samstag, 19. Dezember 2009

Ich wünsche allen einen schönen 4. Advent

es schneit überall in der BRD, es ist kalt, also paßt auch dieses Video. Es ist nicht von mir, aber der Urheber freut sich sicher auch auf viele Klicks. Und Ihr werdet es ja wohl noch kennen.

Samstag, 5. Dezember 2009

Zum 2. Advent




Auch wenn mir zur Zeit nicht wirklich nach Weihnachten ist, hat mir heute ein Freund folgendes Gedicht geschickt. Leider hat er den Verfasser nicht dazugeschrieben.

Brief an den lieben Gott

In Neuss lebte einst eine alte Frau,
für sie war die Welt nicht rosig, eher grau.
Mit ihrem Einkommen war es schlecht bestellt,
mit einem Wort: "Sie hatte kein Geld."

Sie überlegte lang hin und her
woher denn Geld zu kriegen wär.
Ihr kam die Idee, so sapperlott,
sie schrieb einen Brief an den lieben Gott.

"Lieber Gott ich bin alt und arm
das Geld ist zu wenig, hab doch Erbarm
und schicke mir schnellstens einhundert Mark,
sonst müsste ich hungern und das ist arg.

Eine andere Hilfe weiß ich nicht mehr
und ohne Moneten ist's doch verdammt schwer.
Aber bitte beeile Dich mit dem Geld,
sonst ist's nicht mehr schön auf dieser Welt."

Der Brief wird frankiert in den Kasten gesteckt,
der Postbote hat ihn sogleich auch entdeckt.
Er sieht die Adresse, was soll er machen,
"An den lieben Gott", das ist ja zum Lachen.

Er denkt sich aber, ein Spaß muss sein,
der Brief kommt ins Fach vom Finanzamt hinein.
Am nächsten Tag dort angekommen,
vom Beamten in Empfang genommen.

Wenn Sie nun glauben, er schmeißt weg diesen Brief,
da irren Sie sich, da liegen Sie schief.
Er liest die Adresse und denkt gleich daran,
wie man der Frau wohl helfen kann.

Ja, glauben Sie mir, das ist kein Scherz,
es gibt beim Finanzamt auch Menschen mit Herz.
Ihm kommt ein Gedanke und das ist sehr fein,
das könnt für die Frau eine Hilfe sein.

Er fängt gleich an durchs Büro zu wandern
und sammelt recht fleißig von Einem zum Andern.
Doch leider war der Erlös etwas karg,
statt hundert, bekam er nur siebzig Mark.

Doch dies wurden dann unverwandt
gleich an die arme Frau gesandt.
Die Frau, sie freut sich, kann's kaum ermessen,
dass sie der Herrgott nicht hat vergessen.

So schrieb sie rasch einen Dankesbrief,
in Eile sie zum Postamt lief.

Sie schrieb: "Lieber Gott, ich bin wieder stark
und danke Die für die hundert Mark.
Doch solltest Du mal wieder an mich denken
und mir gütigst ein paar Märkchen schenken,
dann möchte ich Dich um eines bitten,
das Geld nicht übers Finanzamt zu schicken,
denn die Lumpen haben mir ungelogen,
von den hundert Mark, dreißig Mark abgezogen."

Bildnachweis: aus dem Regensburgblog geklaut


Mittwoch, 24. Dezember 2008

Heiligabend - Weihnachten in Familie

Ich wünsche allen Besuchern dieses Blog ein friedliches Weihnachtsfest

und besinnliche Festtage im Kreise der Familie oder mit Freunden.






Montag, 8. Dezember 2008

8. Türchen - Oh es riecht gut

Christel Ulbricht

Oh, es riecht gut, oh, es riecht fein!
Heut rühr’n wir Teig zu Plätzchen ein.
In der Küche wird gebacken,
Helft nur alle Mandeln knacken!
Oh, es riecht gut, oh, es riecht fein!

Butter, Zucker, glatt gerührt,
Und die Bleche eingeschmiert!

Eier in den Topf geschlagen,
Und die Milch herzugetragen!

Weißes Mehl, das wolln wir sieben,
Aber nichts danebenstieben!

Bärbel trägt heut Mutters Schürze,
Und sie mischt schon die Gewürze.

Peter rollt den Teig ganz stolz
Mit dem runden Nudelholz.

Inge sticht die Formen aus.
Herzen, Sterne werden draus.

Wenn sie auf den Blechen liegen,
Heißt es, in den Ofen schieben.

So, nun wolln wir Ordnung machen
Von den vielen Backesachen!

Oh, es riecht gut, oh, es riecht fein!
Die Plätzchen werden fertig sein,
Weihnachtskringel braun und rund
Eins zum Kosten in den Mund.
Oh, es riecht gut, oh, es riecht fein!

Sonntag, 7. Dezember 2008

7. Türchen - Festliche Drehtürme

Pyramiden wurden nicht im Erzgebirge "erfunden". Schon im 18. Jahrhundert fand man auf Weihnachtsmärkten papierumwickelte und mit Zierrat behangene Holzgestelle, die wahrscheinlich den pyramidenartigen, lichtergeschmücktenAufbauten bei Kirchenprozessionen abgesehen waren. Auch der Lausitzer Pyramidenleuchter, der Thüringer Reifenbaum oder der bayrische Klausenbaum mögen den Spielzeugmacher inspiriert haben.

Mit der Drehpyramide entstand im Erzgebirge um 1820 dann ein völlig neues Gebilde, für das gewiß die Mechanik der alten Bergwerke Pate stand.

Zu den Pyramiden-Grundformen zählen die Göbel-, Stufen- oder Stockwerks-, Stab- und Turmpyramiden. Bestückt sind die Pyramiden mit den unterschiedlichsten Figuren, von der Weihnachtsgeschichte bis zu Alltagsszenen aus Bergbau, Waldarbeit und Jagd.

(aus: Erzgebirgisches Weihnachtsbüchlein, BuchVerlag für die Frau)

Samstag, 6. Dezember 2008

6. Türchen - Nikolaustag

Laßt uns froh und munter sein

Volksweise aus dem Hunsrück vor 1870



Freitag, 5. Dezember 2008

5. Türchen - Meine Lieblingskekse


Aprikosenplätzchen

Zutaten für etwa 65 Stück (also ich bekomme nie 65 Stück aus dem Teig)

Für den Teig:
300 g Mehl, 150 g Zucker, abgeriebene Schale einer halben unbehandelten Zitrone, 1 Ei, 200 g kalte Butter oder Margarine

Für die Füllung:
150 g Aprikosenmarmelade, nach Belieben 2 Eßlöffel Aprikosenschnaps

Zum Bestäuben:
2 Eßlöffel Puderzucker

Außerdem:
Fett oder Backpapier für das Backblech, Mehl zum Ausrollen

Das Mehl mit dem Zucker, der Zitronenschale, dem Ei und dem kleingeschnittenen Fett auf die Arbeitsfläche geben.
Mit einem Messer durchhacken, dann mit den Fingern rasch verkneten. In Folie gewickelt eine Stunde kaltstellen.

Den Backofen auf 180° (Gas: Stufe 3) vorheizen. Das Backblech einfetten oder mit Backpapier belegen.. Den Teig auf wenig Mehl 3 - 4 mm ausrollen. Beliebige Plätzchen ausstechen und auf das Blech legen. Im Backofen (Mitte) etwa 10 Minuten backen.

Die Aprikosenmarmelade erwärmen und nach Belieben mit dem Schnaps glattrühren. Die noch warmen Plätzchen damit bestreichen und jeweils zwei zusammensetzen. Abkühlen lassen und eventuell mit Puderzucker überstäuben.

(aus: Backen für Weihnachten, Regine Strohner, Gräfe und Unzer Verlag GmbH München 2000)



Donnerstag, 4. Dezember 2008

4. Türchen: Der kleine Mann

Unter dem Weihnachtsbaum war ein sehr vortrefflicher kleiner Mann sichtbar geworden, der still und bescheiden dastand, als erwarte er ruhig, wenn die Reihe an ihn kommen werde. Gegen seinen Wuchs wäre freilich vieles einzuwenden gewesen, denn abgesehen davon, daß der etwas lange, starke Obeerkörper nicht so recht zu den kleinen dünnen Beinchen passen wollte, so schien auch der Kopf bei weitem zu groß.

Vieles machte die propere Kleidung gut, welche auf einen Mann von Geschmack und Bildung schließen ließ. Er trug nämlich ein sehr schönes, violettglänzendes Husarenjäckchen mit vielen weißen Schnüren und Knöpfchen, ebensolche Beinkleider und die schönsten Stiefelchen...
Sie saßen an den zierlichen Beinchen so knapp angegossen, als wären sie darauf gemalt. Komisch war es zwar, daß es zu dieser Kleidung sicch hinten einen Mantel, der recht aussah wie von Holz, angehängt und ein Bergmützchen aufgesetzt hatte.

Aus den hellgrünen, etwas zu großen Augen sprach nichts als Freundschaft und Wohlwollen. Es stand dem Manne gut, daß sich um sein Kinn ein wohlfrisierter Bart von weißer Baumwolle legte, denn um so mehr konnte man das süße Lächeln des hochroten Mundes bemerken.

"Ach!", rief Marie endlich aus, "ach, lieber Vater, wem gehört denn der allerliebste kleine Mann dort am Baum?" - "Der", antwortete der Vater, "soll für Euch alle tüchtig arbeiten, er soll die harten Nüsse aufbeißen..."

E.T.A. Hoffmann aus "Nußknacker und Mäusekönig"


Dienstag, 2. Dezember 2008

2. Türchen - Englische Weihnachtsgans


Zutaten:

1 Gans, Salz, 800 g säuerliche Äpfel, 80 g Korinthen, 80 g Sultaninen, 4 Eßlöffel geriebene Semmel.

Zubereitung (ganz einfach, auch für mich möglich):

Die vorbereitete Gans innen und außen mit Salz einreiben. Die geschälten Äpfel in dünne Scheiben schneiden und mit den übrigen Zutaten locker vermischen. Die damit gefüllte Gans zunähen und in der Herdröhre auf dem geölten Rost oder in der Pfanne garen. Dazu eine Deckelpfanne 3 bis 4 cm hoch mit Wasser füllen, nach dem Aufkochen die Gans darin zugedeckt auf kleiner Flamme dünsten. Beginnt der Bratensatz sich zu bräunen, etwas kochendes Wasser nachgießen. Den Gänsebraten häufig mit dem Bratensatz beschöpfen und von Zeit zu Zeit in der Schwanzgegend einstechen, damit das Fett ablaufen kann. Kurz vor Beendigung der Garzeit die Pfanne aufgedeckt in die heiße Röhre stellen, die Gans mit kaltem Salzwasser bepinseln und knusprig bräunen.

(aus: Unser großes Kochbuch, Verlag für die Frau, DDR Leipzig, 11. unbearbeitete Auflage, 1970)

Montag, 1. Dezember 2008

Adventskalender


Ja, ich mag sie, diese vorweihnachtliche Zeit mit ihren dunklen, von hellen Kerzen beleuchteten Tagen. Ich mag die Musik, ich mag diese warmen Abende und nein, ich mag das Gehetze nach Geschenken nicht, bei mir gibts viel Selbstgebasteltes. Mein Adventskalender ist einer mit Bildchen, wie wir es früher gewohnt waren.

In den nächsten Tagen will ich versuchen, immer mal ein Türchen zu öffnen. Weihnachtsgeschichten, Interessantes zur Entstehung, vornehmlich aus dem Erzgebirge, meinem Weihnachtsland schlechthin, mal ein Liedchen oder ein Weihnachtsrezept. Heute haben es mir die Schwibbögen angetan. Natürlich leuchtet bei mir seit gestern ein wunderschöner Bogen, dargestellt ist das Märchen "Hänsel und Gretel".


Leuchtende Bogen

Wenn die Bergleute am Weihnachtsnachmittag die "Mettenschicht" feierten, illuminierten sie die Häuser mit ihren Grubenlampen. Sie hängten die Lichter im Halbkreis - also in der Form des Stollenmundlochs - an die Wand. Aus diesem Brauch erwuchs eine der populärsten Weihnachtsdekorationen - der Schwibbogen.

Um 1778 hat der Bergschmied Johann Teller aus Johanngeorgenstadt den ersten schmiedeeisernen Schwibbogen gefertigt. Der Name übrigens ist der Architektur entlehnt. Schwibbogen bezeichnet hier einen von zwei Mauern gestützten schwebenden Bogen. Mit der Schwarzenberger Feierabendschau 1937 wurden Schwibbögen weithin bekannt. Neben metallenen entstanden nun auch hölzerne Modelle.

(aus: Erzgebirgisches Weihnachtsbüchlein, Verlag für die Frau)