Donnerstag, 17. September 2009

Wahlen in der DDR

Es ist schon erstaunlich, was man so alles für Mist über die Wahlen in der DDR liest. Es ist also ein wenig Geschichte angesagt, auch wenn das für die Stammleser nicht notwendig ist. Aber vielleicht schaut auch ein Fremder rein und weiß dann zumindest die Fakten.





Die Volkskammer wurde in der DDR alle 5 Jahre gewählt. Dazu gab es einen Vorschlag der Nationalen Front. Die Nationale Front ging aus der Volkskongreßbewegung für Einheit und gerechten Frieden hervor. Der Nationalrat der Nationalen Front konstituierte sich am 3. Februar 1950.

In der DDR gab es 5 Parteien, die SED, die CDU, die LDPD, die NDPD und die DBD. Diese Parteien wurden in den Jahren 1945 (CDU) bis 1948 (DBD und NDPD) gegründet und bildeten den Demokratischen Block.

Auf dem Wahlvorschlag der Nationalen Front standen jedoch nicht nur Mitglieder dieser Parteien und man konnte auch keine der Parteien als solche wählen.
Auf dem Wahlvorschlag standen Personen zur Wahl, die entweder einer der oben genannten Parteien angehörten oder anderen gesellschaftlichen Organisationen, wie der FDJ, dem Kulturbund, dem FDGB, den DFD, der Volkssolidarität usw.

Als Wähler konnte man einzelne Personen streichen oder den ganzen Wahlzettel ungültig machen. Davon wurde wenig Gebrauch gemacht. Nicht wählen zu gehen, war allerdings sehr verpönt.

Es gab auch eine fliegende Wahlurne, da sind Wahlhelfer vorwiegend zu älteren, nicht mehr rüstigen Menschen gegangen, damit auch diese Bürger wählen konnten. Am Nachmittag wurden allerdings auch Menschen jeden Alters aufgesucht, die bis dahin nicht im Wahllokal erschienen waren.

Ob es die Möglichkeit der Briefwahl gab, ist mir nicht bekannt. Aber dazu kann sicher einer meiner Stammleser auch etwas sagen. Da bitte ich auch drum, wenn mir etwas falsch in Erinnerung sein sollte. Geschichtsunterricht sollte schließlich der Wahrheit entsprechen.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wahlen und wählen in der BRD? Ob man wählt oder sich als Nichtwähler entscheidet, man ist in der Falle. Als Wähler akzeptiert man das undemokratische Wahlsystem und ordnet sich dem unter, muss dann auch das entsprechende Ergebnis akzeptieren - man hat ja mit seiner Wahlbeteiligung dem System zugestimmt. Nichtwählen führt aber in die gleiche Falle ...
Ich weiss es nicht, was richtig ist. Unser Freund Hanfried Müller ( Weißenseere Blätter ) hat bei der letzten Wahl die Empfehlung gegeben, den Wahlschein ungültig zu machen, mit dem Bibelspruch: "Es ist eine Greul, euch zu wählen!"
Miau!

Nadja Norden hat gesagt…

Meine liebe Kampfgenossin Jette
Danke Dir! Ich bin einfach gerührt. Deinen heutigen Beitrag kommt sehr gelegen: ich habe gleich meine Freundin Katja (für andere Leser, siehe Blog „Aus dem Leben gegriffen“ http://pompadur01.blogspot.com) die sich auch kritischen Fragen stellt zum Thema ‚Bundeswahlen’ auf deinen Beitrag hingewiesen. Ich kann dir nicht genug loben für deine Treue, deinen ehrlichen und aufrichtigen Einsatz für das Gedächtnis UNSERER Deutschen Demokratischen Republik. Also singen wir zusammen „Zum Kampf, zum Kampf, zum Kampf sind wir geboren…“!
Es grüβt ganz lieb,
deine Freundin
Nadja

Danke 'Anonym', Sie sagen es wie es IST!

Anonym hat gesagt…

Na, wer sich hinter dem Miau verbirgt, ist wohl nicht so anonym :-)

gruesdi hat gesagt…

Eine Briefwahl gab es in der DDR nicht. Es waren vor der eigentlichen Wahl Sonderwahllokale geöffnet.

Jeanette hat gesagt…

danke, ich hatte gehofft, daß Du Dich meldest, wenn ich was falsches schreibe.

unki57 hat gesagt…

Es stimmt. Die Sonderwahllokale waren meist in den Rathäusern. Ich war dort oft wählen, weil ich am Wahltag 12-Stunden-Dienst hatte. Das war bei der DVP so üblich.

Anonym hat gesagt…

@Nadja Norden:
Ich kann leider nur sagen was ich aus Geschichtsbüchern bzw. von Bekannten aus der Ex-DDR weiß, da ich lange nach der Wiedervereinigung geboren wurde.
Aber wenn ich Beiträge wie deinen lese, in denen das verherrlicht wird wogegen eure Eltern (jedenfalls die meisten) friedlich gekämpft haben, lese ich dieses verklärte, naive Schwelgen in Erinnerungen an das Vergangene heraus, nach dem Motto "Früher war alles besser".
Ich bezweifle jedoch dass du dich nicht gefreut hast als die Grenzen geöffnet wurden und der Mensch sein Mensch-sein, seine Freiheit ausleben konnte!

Anonym hat gesagt…

"Als Wähler konnte man einzelne Personen streichen oder den ganzen Wahlzettel ungültig machen. Davon wurde wenig Gebrauch gemacht."

Wohl kaum aus dem Grund, dass die Wähler überzeugt waren vom System. Eher hatte jeder, der Streichungen vornahm, mit Repressalien zu rechnen.

Maik hat gesagt…

Hallo ihr Lieben, war mal wieder hier, um Trost vor der allgemeinen Verdummung der Massen durch die Wirtschaftsmedien zu finden. Schön, dass es den/ das Weblog noch gibt!!! Auch die vielen positiven DDR-Kommentare erfreuen mich. Ich wünsche allen BesucherInnen und Jeanette ein besinnliches Fest des Friedens und einen guten Rutsch ins nächste Jahr, welches leider auch von Krisen und Kriegsbeteiligung beeinflusst sein wird. Solange, bis das Volk das Begreifen lernt. Somit also stetig alle Zeit?

Joseph hat gesagt…

Now, the video of this article not exists.

Besides, I believe that the day of vote was an act of allegiance for the system. I think that the democratic character of the elections in GDR was situated in the selection of the candidates before the elections. Is it true?
The citizens had the floor (associations, cooperatives, local authorities working collectives, etc.).

Finally, in France, we have elections which have to suit to the capitalist system. In GDR there were elections who had to suit to the socialist system!

Cordially.