Posts mit dem Label Geschichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Geschichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 12. Oktober 2012

Bochum braucht einen schönen Barkas









Bitte überweist Eure Spende nach Möglichkeit auf unser Vereinskonto unter dem Verwendungszweck "Barkas":


DDR-Kabinett-Bochum e.V.

Kto-Nr.: 100 540 400

BLZ 430 400 36

Commerzbank Bochum

Vielen Dank für Eure Solidarität!


Natürlich habe ich meinen Obolus überwiesen, bevor ich diesen Spendenaufruf hier rein gesetzt habe. Auch wenn er nur klein ist, hoffe ich doch, daß er beim Entrosten hilft.

Und vielleicht hat ja einer der Lesenden auch ein Herz für das DDR-Kabinett in Bochum und seinen Wunsch nach einem wunderschönen Barkas.

Obwohl, Ihr hättet doch auch einen Robur nehmen können, die Roburwerke habe ich während eines Ferienlagers mal besucht.

Dienstag, 17. Juli 2012

Pawlows Haus - Vor 70 Jahren in Stalingrad


Im Kellerraum des Pawlow-Hauses geboren

Hitlers Luftwaffe begann am 17. Juli 1942 mit der Bombardierung von Stalingrad. An diesem Tag kam eine Schwangere in den Kellerraum des Hauses 61 in der Penzenskaja-Straße, wo damals ihre Eltern wohnten.
Am vierten Tag seit dem Beginn der Bombardements kam ein Mädchen zur Welt, das den Namen Sina bekam. 

Zwei Monate später, als in der Stadt schon pausenlos gekämpft wurde, verschanzte sich ein Aufklärungstrupp unter der Führung von Oberleutnant Pawlow in dem Gebäude.

So wurde das Haus zu einem Stützpunkt der Verteidigung. Von hier aus führte ein Weg direkt zur Wolga, zu den Übersetzstellen. Die Soldaten, die das Haus verteidigten, mussten den Feind daran hindern, zum Fluss vorzudringen. Die Wehrmacht wollte die sowjetischen Truppen um jeden Preis an das Wolga-Ufer und letzten Endes in den reißenden Fluss drängen.

Die Verteidigung des Hauses dauerte 58 Tage. Die ganze Zeit musste die kleine Sina zusammen mit ihrer Mutter und den Großeltern im Keller des Hauses ausharren. Sinas Vater, Pjotr Selesnjow, war bei einem Straßenkampf  zu Beginn der Schlacht um Stalingrad gefallen. Das Kind überlebte mit Müh und Not die ersten Lebensmonate ohne Tageslicht.

„Ich war sehr schwach und dem Tod ganz nah. Soldaten waren schon dabei, ein kleines Grab auszuheben“, erzählt Sinaida Andrejewna. „Bei der Vorbereitung des Grabes stießen die Soldaten auf ein Medaillon mit dem Bild der Gottesmutter und gaben es meiner Mutter. Die Mutter legte mir das Medaillon am selben Abend um den Hals. Und das Grab blieb unbenutzt - ich überlebte.“


Pawlow-Haus als erstes wieder aufgebaut 

Die Menschen, die bereits gewohnt waren, in Kellerräumen und Erdhütten zu hausen, bauten provisorische Unterkünfte für sich oder versuchten, ihre Wohnungen aus eigener Kraft wieder aufzubauen. Die Verteidigung von Stalingrad hatte ein halbes Jahr gedauert. In dieser Zeit wurden in der Stadt 91 Prozent aller Wohnungen zerstört. Aber Menschen kehrten zu ihren verwüsteten Heimstätten zurück. In Stalingrad entstand die so genannte Tscherkassowa-Bewegung. Die Leiterin, die Stalingraderin Alexandra Tscherkassowa, hatte in der Vorkriegszeit im örtlichen Fleischverarbeitungskombinat gearbeitet, während der Verteidigung der Stadt Verletzte vom Schlachtfeld geborgen und nach dem Krieg eine Hausmeisterbrigade geleitet. Sie bildete eine freiwillige Helfergruppe, die sich am Wiederaufbau von Stalingrad beteiligte.

Die von Tscherkassowa geleitete Frauenbrigade stellte das so genannte Pawlow-Haus als erstes wieder her. Diese Arbeit nahm 58 Tage in Anspruch - genau so lange hatte die heroische Verteidigung dieses Hauses gedauert.

Diesen Text habe ich von www.rian.ru übernommen. Dank an meinen Freund Mischa, der mich an den Beginn der Schlacht um Stalingrad erinnert hat. Aber wenigstens das Video habe ich selbst gebastelt.


Sonntag, 18. März 2012

Freiheit, oder auch "Und wieder 48"


Lied vom Volksfreund

Da hat mal einer einen Tanz gewagt,
zur rechten Zeit das rechte Wort gesagt
bei uns mit Schwing und mit Schwung.
Das klang in die Ohren wie ein Totentanz
der Junker, Kanzler und der Hochfinanz,
ja das hatte mal Schwing und mal Schwung.

Bei uns im tollen 48er Jahr
der junge Schlöffel ein Student wohl war,
das ist hundert Jahre her.
Die deutsche Einheit sagte der,
kommt nicht von Preußens Schießgewehr,
nicht aus der Knechtschaft,
die uns kein Recht schafft,
sie kommt vom freien Volke her.

Die Junker, Kanzler und die Hochfinanz,
die litten keinen deutschen Freiheitstanz,
bei uns keinen Schwing, keinen Schwung.
Wer 1848 gut studiert, hat 1948 schnell kapiert,
ja, wer bremst denn den Schwing und den Schwung.

Im diesem März wie einst im tollen Jahr,
als der Schlöffel ein Student wohl war,
das ist hundert Jahre her.
Die deutsche Einheit sagte der,
kommt nur vom freien Volke her,
wenn frei von Knechtschaft,
das Volk sein Recht schafft,
brauchts keine hundert Jahre mehr.

Dieses Lied stammt aus dem Film "Und wieder 48", der 100 Jahre nach der Märzrevolution bei der DEFA entstand.

Dieses Jahr ist kein runder Feiertag oder so und daß ich ausgerechnet gestern abend mal wieder diesen Film gesehen habe, ist jetzt nicht meinem Geschichtsbewußtsein geschuldet, sondern eher dem so oft miesen Fernsehprogramm an Samstagen.
Nur dann klingelte es natürlich: 18. März. Und an dieses Datum zu erinnern ist für mich der bessere Aufhänger für diesen Tag, an dem just zu dieser Stunde eine Schauspielerei im Reichstagsgebäude beginnt, die sich mit Worten wie Demokratie und Freiheit schmückt.

Schlöffel und seine Mitstreiter hatten genau diesem Begriffen etwas anderes gemeint, als das, was sich in dem Staat BRD gerade abspielt. Wenn Friedrich Engels sagte, diese 1848er Revolution ist unvollendet, so sind wir seit der Einverleibung meines Staates in die kapitalistische BRD wieder auf genau diesem geschichtlichen Stand.

Ein wenig Geschichte:
Als Märzrevolution wird die erste Etappe der Revolution 1848/49 bezeichnet. Sie begann am 27. Februar 1848 in Baden unter dem Eindruck der französischen Februarrevolution und breitete sich in der ersten Märzhälfte über alle süd-, südwest, mittel- und norddeutschen Staaten aus. Insgesamt gab es 36 deutsche Kleinstaaten.
Höhepunkt und Abschluß waren am 13. März die Wiener und am 18. März die Berliner Märzrevolution.
Kennzeichen waren erfolgreiche revolutionäre Aktionen der Arbeiter, Handwerker, Kleinbürger, Bürger und Bauern, die die Reaktion überall zu erheblichen Konzessionen zwangen, sie aber nicht vernichteten. Ergebnisse der Märzrevolution waren Freiheiten entschieden demokratischer Natur und der Übergang der unmittelbaren Macht in die Hände der großen Bourgeosie. Es war nicht gelungen, die Märzrevolution mit dem Übergnag der Macht in Volkes Hände abzuschließen.

Ein aus damaliger Sicht wenn auch kurzlebiger Triumpf war die Verneigung des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. vor den Märzgefallenen, als der Trauerzug am 19. März 1848 das Schloß in Berlin passierte (übrigens ist diesem Geschehen im Film "Und wieder 48" eine Szene gewidmet). Der Maler Adolph Menzel, mir vor allem bekannt durch das Gemälde "Das Eisenwalzwerk", schrieb damals dazu:

“So oft nun ein neuer Zug Särge vorbeikam, trat der König barhaupt heraus und blieb stehen, bis die Särge vorüber waren. Sein Kopf leuchtete von ferne wie ein weißer Flecken. Es mag wohl der fürchterlichste Tag seines Lebens gewesen sein.“


Bildnachweis: Gemälde von 1848, des zeigt jubelnde Revolutionäre nach Barrikadenkämpfen am 18. März 1848 in Berlin auf der Breiten Straße




Donnerstag, 8. März 2012

Internationaler Frauentag



Meinen herzlichen Glückwunsch an alle Frauen und Mädchen zum Internationalen Frauentag.


Bisher haben wir Kolleginnen von der Gewerkschaft Ver.di immer ein Blümchen geschenkt bekommen. Ein Kollege sollte die frischen Blumen frühmorgens von der Geschäftsstelle in Mainz ab und verteilte sie bei uns.


Dieses Jahr kam leider nur eine Email. Die Blümchen, die Ver.di jedes Jahr an diesem Tag spendiert hat, sind dem Rotstift zum Opfer gefallen. Die Gewerkschft Ver.di in Rheinland-Pfalz muß sparen.


Okay, kein Blümchen.

Dienstag, 3. Januar 2012

Präsidenten


Heute jährt sich zum 136. Mal der Gebrutstag der ersten und einzigen Präsidenten meines Vaterlandes. Vor 136 Jahren wurde Wilhelm Pieck in Guben geboren. Seit 1895 Mitglied der SPD, gründete er 1916 die Spartakusgruppe mit, aus der Ende 1918 die KPD entstand.
Am 15. Januar 1919 ist er dem Mörderkommando knapp entkommen, gemeinsam mit Karl und Rosa war er im Hotel Eden gefangen genommen worden.

Er war Mitglied ders Exekutivkomitees der III. Internationalen und Reichstagsabgeordneter und emigirierte 1933 auf Beschluß der KPD in die Sowjetunion. Auf der Brüsseler Konferenz (Oktober 1935 nahe Moskau) wurde er Vorsitzender der KPD.

Er kämpfte im Nationalkomitee "Freies Deutschland" während des II. Weltkrieges für eine breite antifas´chistische Front. Auch nach Beendigung des Krieges warb er unermüdlich für die Einheit der deutschen Arbeiterklasse, die in der sowjetischen Besatzungszone mit der Gründung der SED im April 1946 vollzogen wurde.

Nach Bi-, Trizone und Währungsreform in den von den westlichen Alliierten kontrollierten Besatzungszone sowie Gründung der BRD wurde am 7. Oktober die DDR gegründet. Präsident dieses ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschen Boden wurde Wilhelm Pieck.

Wilhelm Pieck - ja, ein Vorbild für die jungen Menschen in der DDR, die ihm Zeit seiner Amtstätigkeit am Herzen lagen, denen in der kleinen DDR eine Perspektive geboten wurde. Ja, vieles, was in den ersten schweren Jahren hart erkämpft und erarbeitet wurde, war meiner Generation schon selbstverständlich - wurde nicht mehr geachtet als Errungenschaft, wurde 1989 weggeworfen.

Und dann gibt es da heute einen Präsidenten, einen Bundespräsidenten, einen Präsidenten, der bestens in dieses Staatsgebilde BRD paßt, jedoch jungen Menschen als Vorbild nicht taugt.


Sonntag, 11. September 2011

Der 11. September


Es gibt Bilder, die brennen sich einem ins Gedächtnis. Dazu gehört für mich nebenstehendes, dazu gehören ein ganz bestimmtes Juri-Gagarin-Foto und eben auch das der beiden rauchenden Türme des World Trade Centers.

Ich glaube, ich habe es in diesem Blog sogar schon einmal geschrieben, mit Entsetzen saß ich vor dem Fernseher und hörte Peter Klöppel zu (ja, ich habe vor 10 Jahren mitunter RTL geschaut), als in dem kleinen Bild das zweite Flugzeug in den zweiten Turm steuerte.

3.000 Menschen verloren ihr Leben, 3.000, von denen heute höchstwahrscheinlich noch viele leben würden, hätte es diese Anschläge nicht gegeben.
Eine Nation im Schockzustand, eine Nation, deren Regierung seitdem zurückschlägt - zurückschlägt.

Viele Opfer haben die ca. 3.000 vom 11.09.2001 nach sich gezogen, Im "Kampf gegen den Terror" wurde 2001 Krieg nach Afghanistan getragen, wurde 2003 der Irak angegriffen, werden Drohnen nach Pakistan geschickt und in allen diesen Ländern gibt es zivile Opfer, die wie die Opfer des 11. September unschuldig sind.

Und als wären es nicht genug Opfer (und in den besagten Ländern wird es weitere geben), meint Tony Blair inzwischen, man hätte sich mit dem Irak geirrt, nun aber wisse man, der böse Terroristenunterstützerstaat ist der Iran und deshalb kann man ja mal über militärische Maßnahmen nachdenken. Den 11. September 2001 nehmen die USA und ihre Verbündeten seitdem als Freibrief, um ihre Weltpolizeirolle nach Belieben zu festigen und auszubauen.

Wer früher durch die DDR gefahren ist, hat eine Losung sehr oft gelesen: Je stärker der Sozialismus, desto sicherer der Frieden. Mit jedem Tag der nachsozialistischen Zeit bewahrheitet sich diese Losung mehr.

PS.: Ich habe dieses Bild gewählt, weil die rauchenden Türme im Moment einfach zu oft verwendet werden.


Samstag, 13. August 2011

Mich hat sie geschützt



Die Tatsache meiner Geburt im Dezember 1961 verdanke ich wohl auch dem Umstand der Grenzschließung "erst" am 13. August gleichen Jahres.

Viel von dem, was ich bin, was ich denke, wie ich handele wohl dem Umstand, daß sie bis zum 09. November 1989 gehalten hat.


Sonntag, 8. Mai 2011

Tag der Befreiung


Oft habe ich sie gelesen, die "Kriegstagebücher" von Konstantin Simonow, in denen er seine Erlebnisse als Frontkorrespondent schildert.

Auch die Geschehnisse des 8. Mai 1945 finden sich im 2. Band, war er doch Augenzeuge der Kapitulation in Berlin-Karlshorst.

Momente einige Stunden vor dem historischen Ereignis beschreibt er so:

"Wir verbrachten einige Tage in Berlin und fühlten täglich deutlicher, daß die Kapitulation Deutschlands vor der Tür stand. Schon kursierten Gerüchte, die der Wahrheit mehr oder weniger nahe kamen, und dann wurden spätabends alle in Berlin arbeitenden Korrespondenten, soweit sie irgendwie erreichbar waren, kurzfristig zum Stab der Front bestellt. Wir hatten die Stadt verlassen und befanden uns auf halbem Wege zum Stab, als wir plötzlich ein rasendes Feuer Feuer hörten und sahen. Ringsum erhellten Leuchtspurgeschosse und Granaten den Horizont. Da wußten wir, der Krieg war zu Ende. Nichts anderes konnte dieses Feuerwerk bedeuten. Und plötzlich fühlte ich mich elend. Ich schämte mich vor meinen Begleitern, mußte aber schließlich doch aussteigen. Ich verspürte ein krampfhaftes Zucken in der Kehle und in der Speiseröhre, der Speichel lief mir zusammen, bitterer Geschmack, Galle. Ich weiß nicht, wovon. Wahrscheinlich von der Anspannung der Nerven, einer Überlastung, die sich in dieser unangenehmen Weise äußerte. Während der ganzen vier Kriegsjahre war ich in jeder Lage bemüht gewesen, mich zu beherrschen und das war mir wohl auch gelungen, doch hier, in diesem Augenblick, als ich begriff, daß der Krieg aus war, erschütterte mich etwas und die Nerven versagten. Meine Genossen lachten nicht und spotteten nicht, sie schwiegen."

Quelle: Kriegstagebücher, Zweiter Band 1942 - 1945, Verlag Volk und Welt, 1. Auflage 1979, S. 694


Freitag, 18. März 2011

140 Jahre Pariser Kommune


Chronologie der Pariser Kommune 1871

18.03. Revolution in Paris. Das Zentralkomitee (ZK) der Nationalgarde übernimmt die politische Macht.
19.03. Erste Proklamation des ZK setzt Wahlen für die Kommune für Paris fest.
20.03. Der Beginn von sozialen und politischen Maßnahmen des ZK für die arbeitende Bevölkerung: Stundung von Mieten, Einstellung der Versteigerung nichteingelöster Pfänder in den Leihhäusern.
23.03. Abschaffung des stehenden Heeres. Die Verteidigung der Kommune führt ein Volksheer, dem alle Männer von 19 bis 40 Jahren angehören.
26.03. Wahlen zur Kommune
27.03. Aufstellung einer Armee in Versailles zum Kampf gegen das revolutionäre Paris.
28.03. Festliche Proklamierung der Kommune auf dem Platz vor dem Stadthaus. Das ZK übergibt die Macht an die Kommune.
29.03. Erste Dekrete der Kommune: Erlaß der während des Krieges angelaufenen Quartalsmieten, Bildung des Kommunekommissionen.
02.04. Die Versailler Regierung unter Thiers eröffnet den militärischen Bürgerkrieg gegen die Kommune.
02. - 04.04. Dekret über die Trennung der Kirche vom Staat. Dekret über die Einziehung des Vermögens der Mitglieder der Versailler Regierung.
06. - 08.04. Aufruf der Kommune an die Bevölkerung im übrigen Frankreich.
16.04. Dekret über die Übergabe der von den Besitzern verlassenen Werkstätten an Arbeitergenossenschaften.
17.04. Beginn der Offensive der Versailler Truppen
22.04. Errichtung eines Revolutionstribunals.
23. - 25.04. Dekret über die Beschlagnahme von leeren Wohnungen der Bourgeoisie.
26.- 30.04. Manifest der Kommune an die Landbevölkerung. Verbot der Nachtarbeit für die Bäckergesellen.
04. - 07.05. Verbot von sieben in Paris herausgegebenen konterrevolutionären Zeitungen. Dekret über die unentgeltliche Rückgabe verpfändeter Gegenstände im Wert bis zu 10 Francs. Manifest des Frauenverbandes mit dem Aufruf zur Verteidigung von Paris und Hilfeleistungen für die Verwundeten.
09.05. Festsetzung der Brotpreise.
10. - 12.05. Dekret über die Festlegung von Minimallöhnen und über die Überweisung aller Lieferaufträge der Kommune an die Werkstätten der Arbeitergenossenschaften.
13.05. - 20.05. Dekret über die Übergabe von Saboteuren an das Kriegsgericht. Außerordentliche Versammlung der Pariser Sektion der I. Internationale zur Erörterung der Verteidigung von Paris.
15.05. Aufruf der Kommune an die Städte Frankreichs um Hilfe für das revolutionäre Paris.


Chronik des Entscheidungskampfes zwischen der Pariser Kommune und der Konterrevolution

21.05. Die Versailler dringen in Paris ein.
22.05. Barrikadenbau und Vorbereitung zum Straßenkampf.
23.05. Schwere Straßenkämpfe in Paris. Massenerschießung von gefangenen Kommunarden auf offener Straße
25.05. Aufruf an die Versailler Soldaten, an die Seite der Revolution und des Volkes zu treten.
27.05. Erbitterte Kämpfe auf dem Friedhof Père Lachaise.
28.05. Gegen 11.00 Uhr fällt die letzte Barrikade der Kommune in Paris. Massenerschießungen, -verhaftungen, Repressalien der Versailler gegen die Pariser Bevölkerung.

Soweit einige Einzelheiten der revolutionären Tage in Paris vor 140 Jahren, die ich meinem eigenen Geschichtsbuch der 8. Klasse (Erscheinungsjahr 1973) entnommen habe.

Die Pariser Kommune, die völlig unorthodox aus den Wirren des deutsch-französischen Krieges 1870/71 und dem im Januar mit Bismarck geschlossenen Waffenstillstand entstand, war zuerst eine spontane Gegenwehr der Menschen in Paris gegen die im Vorfrieden mit Preußen dem französischen Volk auferlegten 5 Milliarden Francs Kriegsentschädigung.
Nahezu unblutig wurde an eben jenem 18. März in Paris die politische Macht erobert.

Es gab keine einheitliche Partei, es gab kein Programm mit dem die Bevölkerung einen entschlossenen und energischen Kampf führen konnte. Eher zufällig war der Nationalgarde und ihrem ZK die Führung zugefallen.

Mit ihrem Entstehen bereits zum Scheitern verurteilt, schätzte sie Karl Marx dennoch positiv für den weiteren Kampf der Arbeiterklasse für ihre Befreiung ein. Sie war "die erste Revolution, in der die Arbeiterklasse offen anerkannt wurde als die einzige Klasse, die noch einer gesellschaftlichen Initiative fähig war, anerkannt selbst von der großen Masse der Pariser Mittelklasse - Kleinhändler, Handwerker, Kaufleute -, die reichen Kapitalisten allein ausgenommen." "Sie war wesentlich eine Regierung der Arbeiterklasse..."
aus Karl Marx: Der Bürgerkrieg in Frankreich. In: MEW, Bd. 17, Berlin 1962, S. 342 und S. 344.

Am 25. Mai 1871 sagte August Bebel vor dem Reichstag:
"Meine Herren, mögen die Bestrebungen der Kommune in Ihren Augen auch noch so verwerfliche oder ... verrückte sein, seien Sie fest überzeugt, das ganze europäische Proletariat und alles, was noch ein Gefühl für Freiheit und Unabhängigkeit in der Brust trägt, sieht auf Paris. Meine Herren, und wenn auch im Augenblick Paris unterdrückt ist, dann erinnere ich Sie daran, daß der Kampf in Paris nur ein kleines Vorpostengefecht ist, daß die Hauptsache in Europa uns noch bevorsteht und daß ehe wenige Jahrzehnte vergehen, der Schlachtruf des Pariser Proletariats 'Krieg den Palästen, Friede den Hütten, Tod der Not und dem Müßiggange!' der Schlachtruf des gesamten europäischen Proletariats werden wird."
Zitiert nach: Geschichte der Deutschen Arbeiterbewegung. Bd. 1, Berlin 1966, S. 593


Dienstag, 8. März 2011

Schon wieder herzlichen Glückwunsch


Meinen herzlichsten Glückwunsch zum heutigen Internationalen Frauentag allen Mädchen und Frauen.

Einen Dank an M. M., bei dem ich sowohl das gestrige als auch das heutige Eintragbild freundschaftlich geklaut habe.

Hm, was schreibe ich nun zum heutigen Tag. Oft lese ich, es ist der 100. Frauentag in Deutschland. Meine Geschichtsdaten sagen mir, daß im August 1910 in Kopenhagen die Internationale Sozialistische Frauenkonferenz die Begehung eines solchen Frauentages ohne Festlegung eines besonderen Datums einmal jährlich zu begehen.
In den USA wurde 1908 von der Sozialistischen Partei Amerikas beschlossen, einen Kampftag für das Frauenstimmrecht zu begehen. Dieser Tag wurde 1909 bereits zu einem großen Erfolg, der dazu führte, daß im Februar 1910 ein weiterer Kampftag organisiert wurde.

Damit kam diese Idee auch in Europa an, nach dem Beschluß 1910 wurde in Dänemark, Österreich-Ungarn, Deutschland und in der Schweiz gefeiert. Dieser Tag wurde im Gedenken an die Märzgefallenen der 1848er Revolution in Deutschland gewählt, zumal auch die Pariser Kommune im März (1871) begonnen hatte.

Wann es denn der "8. März" wurde, ist lt. Wikipedia umstritten. Aber wie auch immer, wir blicken auf 100 Jahre Frauentag zurück, wenn es auch ganz sicher noch nicht der 100. begangene Frauentag ist.

Quelle: Quelle meiner geschichtlichen Ergüsse ist in diesem Fall wirklich mal Wikipedia, bist ich zu Ende woanders gesucht habe, ist der Tag vielleicht vorbei



Dienstag, 1. März 2011

Grüße für alle jene


"Glückwunsch allen, denen es noch etwas bedeutet, in der Nationalen Volksarmee der DDR gedient zu haben!!!"

Besser kann man es wohl nicht ausdrücken, deshalb klaue ich genau dieses Zitat unter dem Video "Es lebe das Brot" für meinen heutigen Eintrag. Vielen Dank, B.

Tag der NVA - am 1. März - genau weiß ich nicht, ab wann dieser 1. März der Ehrentag war, aber das am 18. Januar 1956, also vor 55 Jahren, die Volkskammer das "Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums der Nationalen Verteidigung" verabschiedet hat, dieser Fakt findet sich in der "Geschichte der DDR".

Damit begann die Aufstellung und die Entwicklung von Einheiten, Truppenteilen, Stäben und Schulen der NVA. Weiter wörtlich "Mit der NVA enstand das Kernstück in der Organisation der Landesverteidigung. Am Vorabend des 1. Mai 1956 leistete das erste Regiment den Schwur auf den Arbeiter- und Bauernstaat."

Somit existierte die NVA 34 Jahre - wichtig und gut für die Sicherung des Friedens in Europa. In diesem 36 Jahren hat die NVA weder ein anderes Land bombardiert noch zu kriegerischen Zwecken betreten.
Wie lange es nach dem Wegfall des sozialistischen Lagers gedauert hat, bis die Bundeswehr an einem völkerrechtwidrgen Krieg gegen einen anderen Staat teilgenommen hat, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Quelle des Zitats: "Geschichte der DDR", VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1981

Dienstag, 8. Februar 2011

Grauer Alltag?


Seit ein paar Tagen, ich hatte es bereits geschrieben, besitze ich das Buch "DDR - Realität und Hoffnung" vom GNN Verlag. Bei Lesen der einzelnen Beiträge kommen natürlich Erinnerungen hoch, besonders wenn von Orten bzw. Ereignissen die Rede ist, an denen ich war oder an denen ich teilgenommen habe.

Heute will ich diese - meine - Erinnerungen unter den Aspekt des grauen Alltags in der DDR stellen.
Das ist so ziemlich das harmloseste, was man zu hören bekommt. "Bei Euch war alles grau, alles von Geburt bis Sterben durchgeplant, kein Ausscheren möglich - eben langweilig. Wie gesagt, das sind wohl die nettesten Kommentare, wenn meine Kollegen oder Kolleginnen über mein Heimatland sprechen.

Ja, viele private Fotos, auch noch 1989, waren schwarz-weiß. Auch die meisten Fernseher, die in DDR-Haushalten standen, strahlten nur schwarz-weiße Bilder aus. An den Häusern in Stadt und Land fehlte die grelle Reklame, die heute mitunter einfach nur in den Augen schmerzt.
War deshalb unser Leben grau und trist?

Meines war es nicht, ganz sicher nicht. An Urlaube vor meiner Schulzeit kann ich mich selbst nicht erinnern. Bilder allerdings beweisen, als Zweijährige war ich an der Ostsee, als 5-jährige in Albrechts in Thüringen, wobei dort die Erinnerung an ein Erlebnis bereits wieder einsetzt.

Die Schulzeit ist allerdings sehr präsent. Kaum konnte ich lesen, war ich Stammgast der Autobibliothek, die jeden Donnerstag fast vor unserem Haus hielt. Später lief ich durch den Park zur Parkaue, das Zentralhaus der Jungen Pioniere "German Titow" hatte unzählige Bücher. Einmal führte eine Weihnachtsfeier von der Arbeit meiner Mutter ins ebenfalls dort befindliche Theater der Freundschaft. Nur der Name und das Thema istmir präsent geblieben "Schneeball" und Rassismus, auch wenn ich das damals wohl noch nicht so genannt habe.

Von meinen vielen Aufenthalten in unterschiedlichsten Ferienlagern war hier bereits die Rede, auch von meiner Teilnahme am Vorbereitungslager zu den X. Weltfestspielen im Pionierlager am Frauensee und dem X. Festival selbst.
Dazu kamen die jährlichen Wandertage, die wir von der Schule aus unternahmen oder die Schülerfahrten.

Pioniernachmittag, die mal mit Altstoffsammlungen, mal mit Drachensteigen, mit Wandzeitung basteln. Timurhelfer? Na klar, jahrelang trug ich älternen Menschen die Kohlen aus dem Keller und ging für sie einkaufen.
Das alles war natürlich geplant, mal von der Pionierorganisation, mal von der FDJ oder auch der Volkssolidarität, deren Mitglieder meist in die Schulen kamen, um neue Timurhelfer zu werden.

Sport? Auch das, da konnte man wählen. Sicher konnten das nicht alle in einem so vielseitigen Angebot wie ich. Nicht nur das ich in Berlin wohnte, nein es war auch noch gegenüber dem Sportforum in Berlin-Hohenschönhausen, so daß das Angebot fast überbordernd war. Und während meine Schwester sich früh für den Eisschnellauf entschied, als Spartakiadekämpferin und später B-Kader der DDR die Urkunden, Medaillen und Auslandstrainingsaufenthalte nur so sammelte, reichte mein Ehrgeiz nur zum Probieren. Geräteturnen, natürlich auch Eisschnellauf, Leichtathletik und Schwimmen, später Tischtennis, ich gebe zu, die rechte Ausdauer hatte ich für keine dieser Sportarten.
Das alles plante niemand mehr, das war meine freie Entscheidung, es kostete meine Eltern kein Geld und wenn ich keine Lust mehr hatte, habe ich mich abgemeldet und was neues probiert.

Tischtennis war dann schuld, daß ich als Jugendliche eine neue Freizeitbeschäftigung fand. In Hohenschönhausen gab es einen Jugendklub, benannt nach Victor Aronstein, der in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Alt-Hohenschönhausen wohnte und in Auschwitz ums Leben kam.
Sonntags wurde im Jugendklub Tischtennis gespielt, so landete ich dort und gehörte für die nächsten 4 Jahre zum Klubaktiv. Klingt für mich alles weder grau noch trist, eher nach einer schönen Kindheit.

Aber mit 17 hörte ja mein Leben in der DDR nicht auf. Als Lehrlinge hatten Freunde und ich ein Theaterabonnement, das uns in drei Lehrjahren insgesamt 18 Theaterveranstaltungen bot, die wir uns leisten konnten und das von 100,00 (1. Lehrjahr) - 150,00 (3. Lehrjahr) Mark der DDR monatlichem Entgelt.

Da kamen noch der Ernteeinsatz in den ersten beiden Studienwochen, der Studentensommer 1982 in Berlin, 1984 nochmal ein Fackelzug zum 35. Jahrestag der DDR und und und.

Sicher, diese Vielzahl an Freizeitbeschäftigungen hörten irgendwann auf. Geheiratet wurde, Kinder kamen und so drehte sich das Familienleben eben um neue Wichtigkeiten. Trotzdem Urlaube, ja natürlich innerhalb der DDR bzw. nach Ungarn, Polen oder die CSSR, Kurzreisen an die Ostsee, Neubrandenburg war ja nicht weit weg, immer wieder Berlin oder Karl-Marx-Stadt, all das gehörte auch mit Kindern und unserer Berufstätigkeit zu unserem Alltag. Grau? Trist?

Montag, 7. Februar 2011

7. Februar 1933


Gerade 8 Tage war es her, daß Hindenburg Adolf Hitler am 30. Januar zum Reichskanzler machte. Mit Errichtung der offenen faschistischen Diktatur in Deutschland mußte die KPD zur neuen Lage Stellung nehmen und die notwendigen Schlußfolgerungen für den weiteren Kampf der Partei ziehen.

Heute vor 78 Jahren fand deshalb im Sporthaus Ziegenhals bei Zeuthen eine illegale Tagung des Zentralkomitees mit etwa 40 Teilnehmern, darunter Ernst Thälmann, Walter Ulbricht, Matthias Thesen, Ernst Schneller, Hans Beimler, John Schehr und Wilhelm Pieck, statt. Zu verschiedenen Treffpunkten in Berlin bestellt, erhielten sie dort die Adresse der neuen Anlaufstelle bei der Treptower Sternwarte. Von dort ging es, getarnt als Angehörige eines Sportvereins zum Tagungsort weiter.

Während der Tagung sicherten drei Gruppen von zuverlässigen Parteimitgliedern die Umgebung des Lokals ab.

Kurz vor 20.00 Uhr signalisierten die Sicherungsgruppen dem Leiter der Veranstaltung, Walter Ulbricht, daß das Lokal unter Beobachtung stand. Deshalb wurde die Tagung geschlossen, ohne daß Ernst Thälmann seine Rede beenden konnte.
Ein Teil der Teilnehmer wurde mit den bereitstehenden Reisebussen nach Berlin gefahren, der andere mit einem Kahn über den See (Großer Zug) kommen und sich von dort nach Berlin durchschlagen.

Alle Teilnehmer erreichten ihr Ziel und als die SA gegen 22.00 Uhr erschien, war das Tagungslokal bereits leer.

Die Tagung war die letzte, auf der Ernst Thälmann zu seinen Genossen sprechen konnte, am 03.03.1033 fiel er der Polizei in die Hände und saß von da an bis zu seiner Ermordung am 18.08.1944 im KZ Buchenwald in unterschiedlichen faschistischen Gefängnissen und Zuchthäusern. Er wird des Hochverrats angeklagt, zu einem Prozeß kommt es nicht.

Auf der Tagung des ZK in Ziegenhals warnte Thälmann vor legalen Illusionen und stellte klar, daß diese Regierung nur durch den revolutionären Sturz abgelöst werden könnte. Dabei betonte er, der Sturz der Hitlerregierung und der Sieg der proletarischen Revolution seien nicht unbedingt ein und dasselbe.
Die zunächst wichtigste Maßnahme sei es, den Massenkampf und die Einheitsfront der Arbeiter zu organisieren. Thälmann schlug vor, ein Kampfprogramm auszuarbeiten. Darin sollte die Verbindung der Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen der Werktätigen mit dem politischen Kampf gegen die Hitlerdiktatur zum Ausdruck kommen: "Wir müssen erreichen, daß die Kette der Massenaktionen und Massenkämpfe gegen die faschistische Diktatur in Deutschland nicht mehr abreißt ..."

Thälmann
stellte die Aufgabe, diese Teilkämpfe über Demonstrationen und Streiks zum politischen Massenstreik für den Sturz der Hitlerregierung weiterzuentwickeln und die sozialdemokratischen Arbeiter zur Teilnahme an gemeinsamen Aktionen, zur Schaffung eines Selbstschutzes in den Arbeitervierteln und für die Einheitsfront zu gewinnen.

Ebenfalls an diesem Tag fand eine Massenversammlung mit ca. 200.000 Menschen im Berliner Lustgarten statt. Sie wurde von der Eisernen Front, der Kampforganisation der SPD organisiert. Otto Wels, damaliger Parteivorsitzender der SPD sagte: "Ein Stacheldraht Verboten, Strafandrohungen umgibt von uns, wohin wir blicken. Die verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte, die Freiheit des Wortes und der Schrift sind in einer nie dagewesenen Weise eingeengt. Wir erinnern an das alte Wort: 'Gestrenge Herren regieren nicht lange!'"

Heute wissen wir, 12 Jahre können sehr sehr lang sein und sie können Millionen Opfer fordern.

Von den o.g. Teilnehmern der illegalen ZK-Tagung in Ziegenhals haben nur Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht den Hitlerfaschismus überlebt. John Schehr wurde am 01. Februar 1934 "auf der Flucht" erschossen, Hans Beimler starb am 01. Dezember 1936 vor Madrid auf Barrikaden (wie Ernst Busch sang) bei der Verteidigung der Spanischen Republik, Matthias Thesen und Ernst Schneller wurden am 11. Oktober 1944 im KZ Sachsenhausen gemeinsam mit 22 weiteren Funktionären der illegalen Organisation der KPD des Lagers erschossen.

Quellen: "Geschichte der Deutschen Arbeiterbewegung", Bd. 5., S. 20 - 22, Dietz Verlag Berlin 1966,
"Deutsche Widerstandskämpfer 1933 - 1945", Bd. 2, S. 190, Dietz Verlag Berlin 1970



Freitag, 28. Januar 2011

Der 27. Januar


ist seit 1996! (man sollte wohl sagen erst) in der BRD ein nationaler Gedenktag. Es ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, so lautet offiziell sein Name.

Daß ich einen Tag zu spät mit meinem Blogbeitrag zu diesem Thema bin, hat mit der gestrigen Veranstaltung zu tun, die ich besucht haben. Der VVN-BdA Mainz hatte eingeladen, um an den jüdischen Mainzer Alfred Epstein zu erinnern.

Alfred Epstein wurde 1903 in Mainz geboren und verstarb nach einem interessanten und ereignisreichen Leben 1991 ebenfalls in Mainz.

Er war Jude, er war politisch aktiv und mußte 1933 nach Hitlers Machtantritt aus Deutschland fliehen. Einige Stationen seines Lebens wurden für die Ausstellung "Trotz alledem", die im vergangenen Jahr in Mainz im Haus der Jugend zu sehen war, zusammengetragen. So war Alfred bis zu seiner Flucht u.a. Mitglied des sozialdemokratischen Reichsbanner.

Die gestrige Veranstaltung stellte seine nie publizierten Memoiren in den Mittelpunkt. Zwei Schauspielstudentinnen lasen daraus vor, während von zwei anderen Mitwirkenden mit einzelnen Stationen von Epsteins Leben bekanntmachten.

Alles in allem war es ein sehr interessanter Abend, der jedoch verhinderte, daß ich bereits gestern etwas zu diesem Thema schreiben konnte.

Ich möchte auch auf den kurzen Lebenslauf von Erwin Epstein hinweisen. Der jüngere Bruder Alfreds floh ebenfalls 1933 nach Paris und ging 1936 nach Spanien zu den Internationalen Brigaden. Er kämpfte im "Thälmannbatallion" und war damit einer von 10 Mainzern, die während des Bürgerkrieges die Truppen der Volksfrontregierung gegen die spanischen, deutschen und italienischen Faschisten unterstütze. Erwin Estein fiel 1938 26-jährig.

Bildnachweis: Linoldruck aus der Werkstatt uah! von Thilo Weckmüller

Montag, 17. Januar 2011

Verbrechen gegen Afrika


"40 000 Kopfprämie 17. Januar 1961.
Vor dem Kommandoturm des Flughafens Elisabethvielle liegt die betonierte Start- und Landebahn im grellen Glast, in der Ferne begrenzt vom Urwald, den heute, an diesem Januartag, ein flimmernder Dunstschleier krönt. Die letzte Feuchtigkeit der Regenperiode ist der Sonnenhitze gewichen.
Auf dem kleinen Balkon des Kommandoturms stehen drei Personen - zwei Europäer und ein dicklicher Einheimischer mit massivem Genick. Sie tragen Anzüge nach der neuesten europäischen Mode. Aufmerksam beobachten sie ein Flugzeug, das soeben zur Landung ansetzt. Der Dicke kann das Ende des Landemanövers kaum erwarten, Er droht ungeduldig mit der geballten Faust. 'Diesmal entkommst Du mir nicht', sagt er mit leiser, erregter Stimme. 'Jetzt nehme ich Rache.'"

So beginnt das Kapitel "Verbrechen gegen Afrika" in Kurt Rückmanns "Schlagzeile Mord". Der Dicke ist Godefroid Munongo und Innenminister der Regierung Katanga, eigentlich ein Teil vom Kongo. Der, den er erwartet und der diesen Tag nicht überleben wird, ist Patrice Lumumba, Minsterpräsident der seit dem 30. Juni 1960 unabhängigen Republik Kongo.

Am 30. Juni 1960 rief Patrice Lumumba in Leopoldsville die Unanhängigkeit aus. Die Unabhängigkeit war hart erkämpft worden. In Gesprächen mit der belgischen Kolonialmacht wurden seit dem 20. Januar 1960 Gespräche über die Unabhängigkeit geführt. Zu diesem Zeitpunkt saß Lumumba im Gefängnis, verhaftet 3 Monate vorher auf einer Demonstration in Stanleyville, bei der von der Kolonialpolizei 75 Kongolesen getötet und über 200 verwundet wurden. Notgedrungen mußte er freigelassen werden, weil die kongolesische Delegation sonst die Verhandlungen zur Unabhängigkeit nicht aufgenommen hätte. Und in dem afrikanischen Staat gärte es.

Doch mit der Unabhängigkeitserklärung kam keine Ruhe in das zentralafrikanische Land. Zu viel Profit konnten die belgischen Besitzer der Union Minière, die aus der kongolesischen Schatzkammer Katanga Uran, Kobalt und Kupfer abbaute. 1959 wurden 280.300 Tonnen Kupfer, 8.430 Tonnen Kobalt sowie 2.900 hochwertiges Urankonzentrat gefördert. Das brachte der Union Miniére einen Reingewinn von ca. 6 Mill. Franc (Wert 1960). Und das aufgeben?

Heute vor 60 Jahren wurde Patrice Lumumba ermordet, weil er die Macht der belgischen Kolonialisten brechen wollte, weil seine Partei (MNC) und er für die Unabhängigkeit kämpften und nach der Proklamation der Republik Kongo alles dafür taten, es nicht bei einer Erklärung zu belassen, sondern wirkliche Unabhängigkeit anstrebten, den natürlichen Reichtum Kongos für Kongolesen nutzen wollten, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das Buch ist übrigens sehr lesenswert. Es zeigt politische und wirtschaftliche Zusammenhänge der Morde an Solomon Bandaranaike, Dr. Felix Moumié, Egerton Norman, Patrice Lumumba, Prof. Galindez, Stepan Bandera, Wolfgang Döring und John F. Kennedy auf.

Quellennachweis: "Schlagzeile Mord", Kurt Rückmann, Deutscher Militärverlag Berlin 1966, Zitat S. 135


Donnerstag, 13. Januar 2011

Kalenderblatt 13. Januar

1782: In Mannheim wird Friedrich Schillers Drama "Die Räuber" uraufgeführt.

1898: Emile Zola fordert in einem offenen Brief "J'accuse" (Ich klage an) die Wiederaufnahme des Prozesses gegen den wegen Hochverrats verurteilten Offizier Alfred Dreyfuß. Zola selbst wird zu einer Gefängisstrafe sowie einer Geldstrafeverurteilt, kann sich jedoch der Verhaftung entziehen. Sein offener Brief jedoch trägt mit zur Neuaufnahme des Prozesses und damit zur Rehabilitierung von Alfred Dreyfuß bei.

Quelle: Kalenderblatt 1913

1920: "Am 13 Januar, als die zweite Lesung des Betriebsrätegesetzes in der Nationalversammlung begann, versammelten sich Zehntausende Berliner Arbeiter vor dem Reichstagsgebäude, um ihrer Empörung über den Gesetzentwurf Ausdruck zu verleihen. Die konterrevolutionäre Sicherheitswehr schoß auf die friedlichen und waffenlosen Demontranten. Die Verantwortung für den Schießbefehl des Generals von Lüttwitz trugen der sozialdemokratische Reichswehrminister Günter Noske und der sozialdemokratische preußische Innenminister Wolfgang Heine. 42 Tote und 105 Verwundete waren Opfer dieses Blutbades, das den Wegh zur Annahme des Betriebsräte gesetzes freimachte."

Quelle: "Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung" Band 3, Dietz Verlag Berlin 1966

1935: In der Volksabstimmung zum Saarland sprechen sich ca. 91 % der Teilnehmer für die Wiedereingliederung in das Deutsche Reich aus. Lt. Wikipedia wird hier vermutlich zum ersten Mal der Slogan "Heim ins Reich gebraucht.

Quelle: Wikipedia

1945: Am 13 Januar beginnt die 3. Belorussische Front mit der Offensive gegen Königsberg und Ostpreußen. Der verfrühte Angriff war notwendig geworden, da sich die anglo-amerikanischen Truppen im Westen in einer schwierigen Lage befanden und Churchill die sowjetische Seite bat, den Angriff vorzuverlegen.

Quelle: "Geschichte des Zweiten Weltkrieges" Band 2, Deutscher Militärverlag Berlin 1961


Mittwoch, 22. Dezember 2010

Der 22. Dezember


Jedes Jahr ist es der Tag, an dem mein Alter um eine Zahl steigt.

Und jedes Jahr ist es auch der Tag, an dem ich bestimmter Personen gedenke. Vielleicht weil dieser Tag für mich eine persönliche Bedeutung hat, haben sich mir die Sterbedaten dieser Personen eingeprägt.

Zuerst ist das Nikolai Ostrowski, gestorben am 22. Dezember 1936 in Moskau, sein Roman "Wie der Stahl gehärtet wurde" begleitet mich nun sicher 36 Jahre lang. In jedes Poesiealbum habe ich damals das Zitat geschrieben, mit dem sich Pawel Kortschagin am Grab von Grischa verabschiedet. Sowohl in der 10. Klasse als auch im Abitur habe ich über diesen Roman meinen Deutschaufsatz geschrieben.

Ebenfalls an einem 22. Dezember, nämlich 1942, sind viele Mitglieder der "Roten Kapelle" auf dem Schafott von Plötzensee hingerichtet worden, Mildred und Arvid Harnack, Libertas und Harro Schultze-Boysen, Hans Coppi, denen ein Denkmal u.a. in dem Film "KLK an PTX - Die Rote Kapelle" gesetzt wurde.

Und so vergeht auch der 22. Dezember 2010 nicht, ohne daß ich diesen, mir persönlich unbekannten Menschen für das, was sie, jeder an seinem Platz, taten, dankbar bin, aus tiefsten Herzen dankbar!

Bildnachweis: Mildred und Arvid Harnack in "Deutsche Widerstandskämpfer 1933 - 1945" von Luise Kraushaar, Dietz Verlag Berlin 1970




Montag, 20. Dezember 2010

Kurt Tucholsky 1890 - 1935


Kurt Tucholsky, geb. 09. Januar 1890 in Berlin, gest. am 21.Dezember 1935 im schwedischen Exil in Göteborg.

Satiriker und Zeitkritiker mit den fünf "PS": sein eigener Name und vier Pseudonyme, die da waren Kaspar Hauser, Ignaz Wrobel, Peter Panter und Theobald Tiger.

Er gehörte zu den bedeutendsten und meistgelesenen Schriftstellern der Weimarer Republik und vertrat einen linksgerichteten pazifistischen Humanismus, schrieb aber auch Liebesgeschichten. Viele seiner Texte haben noch heute eine verblüffende Aktualität.

Morgen jährt sich sein Todestag zum 75. Mal. Folgendes Gedicht von ihm habe ich in den"Hundert proletarischen Balladen 1842 - 1945" vom Verlag Tribüne Berlin gefunden:


Aussperrung

Hier stehn wir in dem Garten
und warten, warten, warten.
Vater kommt nicht.
Bei Krauses wird gleich geschlossen;
er ist bei den Genossen...
Vater ist ausgesperrt.

Durch Rheinland zieht es brausend -
sie haben Zweihunderttausend
aus den Fabriken gezerrt.
Wir stehen hier und darben;
es blühn die I.G. Farben -
Vater ist ausgesperrt.

Wir sind dazu da, um später
an Stelle unserer Väter
an den gleichen Schraubstock zu gehn.

Großmutter, sag es den Kleinen:
sie sollen vor Hunger nicht weinen,
sie sollen geradestehn -!
Mit Vater und dem ganzen Chor:
Brüder!
Zum Licht, zur Freiheit empor -!

(1929)


Montag, 13. Dezember 2010

Die 17., diesmal in Südafrika


Heute eröffnet der Präsident Südafrika die XVII. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Pretoria (Tshwane). Bis zum 21. Dezember werden sich ca. 20.000 süfafrikanische und ca. 10.000 ausländische Jugendliche ein Stelldichein geben, ein Stelldichein gegen Krieg, Imperialismus, Rassismus, Faschismus.

Veranstaltet werden die Weltfestspiele vom WBDJ, dem Weltbund der Demokratischen Jugend.

Der WBDJ hat sich am 10. November 1945 als Lehre aus dem verheerenden II. Weltkrieg auf der Weltjugendkonferenz in London gegründet. Er vereinigt heute ca. 150 (da gehen die Quellen etwas auseinander) Jugendorganisationen mit ca. 30 Mill. Mitgliedern. Grundlage ist der Kampf für Frieden, Abrüstung, Demokratie, nationale Unabhängigkeit und Fortschritt. Sein höchstes Organ ist die Generalversammlung (bis 1957 Weltkongreß), die alle drei Jahre zusammentritt. Gegenwärtiger Vorsitzender des WBDJ ist Tiago Vieira aus Portugal.

Die I. Weltfestspiele fanden im Sommer 1947 in Prag statt. Es folgten 1949 Budapest, 1951 Berlin - Hauptstadt der DDR, 1953 Bukarest, 1955 Warschau, 1957 Moskau, 1959 Wien. Die weiteren Stationen der Weltfestspiele waren 1962 Helsinke, 1968 Sofia, 1973 erneut Berlin, 1978 fanden sie in Havanna statt, 1985 war die Vertreter der demokratischen Jugend wiederum in Moskau, 1989 in Pjöngjang.

Nach dem Zerfall der sozialistischen Weltsystems Anfang der neunziger Jahre sah es nicht gut aus für die Spiele, erst auf Initiative Fidel Castros fanden nach 8 Jahren erneut statt. Gastgeber war wie bereits 1978 Havanna. Algier folgte 2001, 2005 Caracas und nun 2010 Pretoria (Tshwane). Das diesjährige Festival ist Nelson Mandela und Fidel Castro gewidmet.

Ursprünglich war das 17. Festival in Minsk geplant und sollte bereits im vorigen Jahr stattfinden. Aus finanziellen Gründen hat der kommunistische Jugendverband von Belarus die Spiele absagen müssen.

Zu diesem Zwecke hat vor ca. 2 Jahren der philosophische Schiffskater ein Video gebastelt, die Hymne der demokratischen Jugend der Welt mit wunderschönen Bildern aus Belarus:



Ich hoffe aber, in den nächsten 9 Tagen hier auch wunderschöne Bilder aus Pretoria zeigen zu können.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Vor 30 Jahren wurde John Lennon ermordet


Auch wenn ich es meinen heutigen Kollegen immer wieder neu erklären muß, aber ja, auch wir armen DDR-Bürger kannten die Beatles, haben ihre Lieder gehört, waren begeistert und auch wir waren waren heute vor 30 Jahren geschockt von der Nachricht, daß John Lennon ermordet wurde.

Seine Lieder, die Lieder der Beatles haben selbstverständlich mein Leben begleitet, es fing an mit eher banalen Titeln wie "She loves you" und "I Want To Hold Your Hand". Meine hier schon mal erwähnte Freundin Katrin hatte sogar die deutschsprachige Single vom Auftritt der Beatles in Hamburg.

"Blutige Erdbeeren" mit "Give peace a chance", das war dann wohl der Film, mit dem ich auf das politische Wirken John Lennons aufmerksam wurde. Natürlich steht dieser Film heute in meinem DVD-Regal.

Nein, ich war sicher kein verrückter Fan der Beatles oder John Lennons, aber gern gehört habe ich sie auf alle Fälle.