Donnerstag, 31. Dezember 2009

Ja, ich bin froh,


daß dieses Jahr endlich zu Ende geht. Neben vielen auch sehr schönen Erlebnissen, zu denen ich später kommen werde, hatte dieses 2009 für mich schon die Seuche am Fuß.

Das fing bereits am 01.01.2009 mit meinem Armbruch an, hat sich mit der Ausbreitung der Krankheit meiner Schwester und ihrem viel zu frühen Tod am 01.12.2009 fortgesetzt und während meine Kolleginnen und ich heute noch unsere Jahresabschlußarbeiten durchführten, erreichte uns die Nachricht, das ein lieber Kollege (ich habe selbst heute gegen 08.10 Uhr noch mit ihm telefoniert) mit Verdacht auf einen Schlaganfall ins Krankenhaus gebracht wurde.
In dem Punkt Gesundheit bin ich also mehr als froh, daß sich 2009 in Kürze verabschiedet.

Auch andere, für mich negative Ereignisse gab es. Ich denke an den Bombenanschlag, initiiert durch die Bundeswehr, auf die Tanklaster und die dabei zu beklagenden zivilen Opfer, ich denke an den Ausgang der Bundestagswahlen mit der schwarz-gelben Regierungskoalition.

Aber natürlich gab es auch sehr sehr schöne Erlebnisse. Eines gerade heute, heute habe ich an Besuchern dieser Seite die 10.000er Grenze überschritten. Dafür gilt Euch mein Dank.
Meine höchste Leserzahl hatte ich Oktober diesen Jahres mit 1.560, die niedrigste im Januar mit 475 Besuchern. Das heißt für mich, der Blog entwickelt sich, denn während ich im Vorjahr 576 Besucher hatte, ist diese Zahl bis zum jetzigen Zeitpunkt für 2009 auf 9.437 gestiegen.

Gelesen wird er natürlich vor allen in der BRD, aber auch in Belgien (danke Nadja), Österreich, Polen, Rußland, eigentlich in allen europäischen Ländern findet sich jemand, der aus Zufall mal auf meinen Blog kommt. Es wäre natürlich immer schön, wenn daraus Dauerleser entstehen könnten.

Im Vorjahr und auch noch bis zum ersten Geburtstag des Blogs war es vor allem das "Regenbogenlied", daß nachgefragt wurde, das hat sich in den letzten zwei Monaten gewandelt. Jetzt wird mein Blog hauptsächlich über die Google-Suche nach Simone FRost bzw. Wahlen in der DDR gefunden.
Das allerdings solls auch schon zur Blogstatistik gewesen sein.

Zu den besonderen besonderen Ereignissen dieses Jahr gehört auch, daß ich meinen Bloggerfreund Valli persönlich kennengelernt habe, daß ich auf dem DKP-Pressefest in Dortmund war und dabei auch neue persönliche Kontakte innerhalb des RotFuchs e.V. knüpfen konnte. Der Gedankenaustausch mit Freunden und Genossen, all das sind Dinge, die ich nicht missen möchte, die ich weiter ausbauen werde und für die ich dankbar bin.

Die letzten Ausflüge mit meiner Schwester werden wertvolle Erinnerungen bleiben, von einigen habe ich im Blog berichtet, nicht wissend, wie kurz die Zeit noch war, die wir hatten. Ein Video von einem Sänger, den sie geliebt hat, auf dessen Konzert im August sie noch war, soll meinen Blogabschluß für dieses Jahr bilden.



Bildnachweis: www.pixelio.de "Raureif-1 im Norden - Mitte Dezember 2009" von rolli




Einen guten Rutsch ins Jahr 2010


Allen regelmäßigen Lesern, allen zufällig Reinkiekern wünsche ich einen guten Rutsch

ins Jahr

2010

Dienstag, 29. Dezember 2009

Protest vor der Botschaft der BRD in Moskau


Am 22. Dezember diesen Jahres trafen sich 15 Vertreter von neun Parteien und Organisationen in Moskau vor der Botschaft der BRD, um gegen die Zerstörung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals zu protestieren.

Dabei wurde in der Botschaft eine Resolution in russischer und deutscher Sprache übergeben. Später wurde diese Resolution per email und Einschreibebrief auch an Bundeskanzlerin Merkel, den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Matthias Platzeck, an den zuständigen Landrat Stefan Loge sowie an Bürgermeister Lutz Frantzke gesandt.

Hier der Wortlaut:

An die Regierung

Der Bundesrepublik Deutschland

Bundeskanzleramt

Bundeskanzlerin

Angela Merkel

Willy-Brandt-Straße 1

10557 Berlin

Vertreten durch die Botschaft

der Bundesrepublik Deutschland

Herrn Botschafter

Walter Jürgen Schmidt

Resolution

zum Meeting vor der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in der Russischen Föderation, Moskau, am 22. Dezember 2009
„Die Vernichtung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals, Deutschland, muss verhindert werden“
(Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals, Seestr. 27, 15711 Niederlehme-Ziegenhals)


Im Jahre 2009 erinnern wir an das für die Geschichte der Menschheit tragische Datum – den Beginn des Zweiten Weltkrieges, der vor 70 Jahren mit dem Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen begann. Das Jahr 2010 ist das Jahr des 65. Jahrestag der Zerschlagung des faschistischen Deutschland und seiner Verbündeten, der Beendigung des Zweiten Weltkrieges.

In diesem denkwürdigen Jahr beabsichtigt man, die weltweit bekannte antifaschistische Ernst-Thälmann- Gedenkstätte zu zerstören. Sie erinnert an einen Menschen, der zum Symbol des Kampfes gegen den Faschismus wurde, sie erinnert an den hervorragenden Sohn des deutschen Volkes, an den Führers der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung – sie erinnert an Ernst Thälmann.

Die Erhaltung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals ist die Pflicht und Obliegenheit der Bundesrepublik Deutschland gegenüber der Menschheit.

Wir fordern, daß der heutige Besitzer der Gedenkstätte, der ehemalige Beamte der Brandenburgischen Landesregierung, Gerd Gröger, die öffentliche Zugänglichkeit, die Unversehrtheit der Museumsexponate und den Schutz der Gedenkstätte an ihrer historischen Stelle garantiert, wozu er beim Erwerb der Gedenkstätte verpflichtet hatte.

Falls Gerd Gröger seine übernommenen Verpflichtungen nicht einhalten sollte oder falls er versuchen sollte, die Gedenkstätte wieder zu verkaufen, bitten wir die Regierung der Bundesrepublik Deutschlands, das Grundstück zusammen mit der Gedenkstätte dem Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals“ e.V., zu übergeben oder zu einem möglichst niedrigen Preis zu verkaufen, mit dem Ziel der Eröffnung und Erhaltung der Gedenkstätte an ihrer historischen Stelle.


Die Teilnehmer des Meetings und Mitglieder folgender politischen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen:

Die regionale Organisationen «Vereinigung der Lohnarbeiter der Region Moskau» und «Bund der Arbeiter Moskaus»

Die Kommunistische Partei der Russischen Föderation

Die Kommunistische Allunions-Partei (Bolschewiki)

Die Gesamtrussische Kommunistische Partei der Zukunft

Die Russische Kommunistische Arbeiterpartei – Revolutionäre Partei der Kommunisten

Russische Kommunistische Partei – Kommunistische Partei der Sowjetunion

Revolutionärer Kommunistischer Jugendverband (Bolschewiki)

Bund der Kommunistischen Jugend

Moskau, den 22.12.2009


Quelle: www.kommunisten-online.de

Montag, 28. Dezember 2009

Ein paar Tage früher

als gewöhnlich und wie immer Freude hervorrufend, habe ich gestern nach meiner Rückkehr den Rotfuchs aus dem Briefkasten gefischt.

Ihr wißt schon, erst der Leitartikel, dann Archie und die Leserbriefe. Dabei habe ich mich besonders gefreut, meinen Bloggerfreund Valli als Autor eines Leserbriefes wiederzufinden. Den habe ich dann auch gleich zweimal gelesen.

Heute habe ich dann mit dem Lesen der anderen Seiten begonnen...und dabei fand ich ein wunderschönes Foto, wobei das wohl Geschmackssache ist.
Da ich nicht weiß, ob ich solch ein Bild hier einfach veröffentlichen darf, kann ich nur jedem empfehlen, der diese feine Zeitschrift nicht mit der Post bezieht, am 01.01.2010 obigen Link zu betätigen und dann sich mal die Seite 5 genauer zu betrachten. Schade, daß es ein Schwarz-Weiß-Foto ist, das Blau hätte sicher klasse geleuchtet.


Donnerstag, 24. Dezember 2009

Ein wunderschönes

Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben, genießt die Zeit, die Ihr miteinander habt. Vielleicht ist das in diesem Jahr meine wichtigste Botschaft neben dem Wunsch nach Frieden überall in der Welt.


Samstag, 19. Dezember 2009

Ich wünsche allen einen schönen 4. Advent

es schneit überall in der BRD, es ist kalt, also paßt auch dieses Video. Es ist nicht von mir, aber der Urheber freut sich sicher auch auf viele Klicks. Und Ihr werdet es ja wohl noch kennen.

Abgeschrieben


Aus: Allgemeine Zeitung Online-Angebot vom 19.12.2009

Schnee-Unfälle in Mainz - In Wiesbaden stecken Busse fest

18.12.2009 - REGION

(red.) Die hessische Landeshauptstadt erwischte es früher als die rheinland-pfälzische. In Mainz begann der heftige Schneefall erst gegen 16 Uhr, in Wiesbaden ging es schon vor 15 Uhr los. Schnell waren die Straßen schneebedeckt, in Mainz ereigneten sich nach Angaben der Polizei etwa 30 Unfälle. Viele Autos sind nur mit Sommerreifen unterwegs. In Mainz lief der Verkehr am Abend „nur noch im Schritttempo“, wie die Polizei berichtete. Die Stadt sei „ziemlich dicht“. Nach Beginn des Schneefalls am späten Nachmittag ereigneten sich zahlreiche Unfälle. Fahrer kamen von den spiegelglatten Straßen ab oder krachten in andere Fahrzeuge. Die Straßenmeisterei in Mainz hatte nach eigenen Angaben alle sechs Räum-und Streufahrzeuge im Einsatz.


In Mainz lief der Verkehr am Abend „nur noch im Schritttempo“, wie die Polizei berichtete. Die Stadt sei „ziemlich dicht“. Nach Beginn des Schneefalls am späten Nachmittag ereigneten sich zahlreiche Unfälle, Straßen mit Steigungen wurden zum Teil gesperrt. Fahrer kamen von den spiegelglatten Straßen ab oder krachten in andere Fahrzeuge. Die Straßenmeisterei in Mainz hatte nach eigenen Angaben alle sechs Räum-und Streufahrzeuge im Einsatz.


Busse in Wiesbaden stehen still


´Wegen Schneeglätte ging spätestens seit dem Nachmittag nichts mehr auf den Straßen. „Die City ist dicht“, meldete das erste Polizeirevier. Selbst auf den Einfallstraßen, wie Biebricher Allee und Dotzheimer Straße, kamen die Autos, wenn überhaupt, nur „sehr, sehr zähflüssig“ voran. Die Polizei meldete „viele kleine Blechschäden, aber keine schwerwiegenden Unfälle“ – was letztendlich auch an der Kriechgeschwindigkeit gelegen haben dürfte. Die Schneeglätte sorgte nicht nur für quer stehende Autos auf der Platte und Eisernen Hand sowie in den östlichen Vororten, Taunusstein und Georgenborn. So manch ein Autofahrer ließ seinen fahrbaren Untersatz stehen, nahm kilometerlange Wege in Kauf oder setzte sich in die S-Bahn, die zumindest kurz nach 19 Uhr „voll, aber nicht überfüllt“ war.


Andere Alternativen gab es gestern auch gar nicht. Denn der Eswe-Busverkehr brach völlig zusammen. Da auch die Linien („Und zwar alle durch die Reihe“) in den verstopften Straßen nicht voran kamen, sprach Eswe-Pressesprecher Holger Elze von „massiven Störungen“. Erst gegen 20 Uhr fuhren vereinzelt ein paar Buslinien wieder. Und bei den Taxizentralen kamen nur wenige Anrufer durch. Die Beamten im ersten Polizeirevier schätzen, dass sich vielleicht gegen Mitternacht die Lage entspannen wird. Streufahrzeuge stehen in den Startlöchern, kommen jedoch wegen der komplett dichten Straßen nicht zu ihrem Einsatz.


Glimpflich lief es dagegen auf den Autobahnen ab. Die Beamten registrierten zum größten Teil „umsichtige Autofahrer“, die mit 20 bis 30 Stundenkilometern auf der A3 und A66 entlang krochen. Ebenfalls gaben die Beamten im Main-Taunus-Kreis und im Rheingau Entwarnung.


Die Polizei Idstein meldete gestern Abend einen Unfall an der Kreuzung der B275 zur Bundesstraße 8 bei Waldems-Esch. In der Wiesbadener Straße in Idstein hatte sich in Höhe von McDonald’s ein Laster festgefahren. Auf der Dasbacher Höhe (L3026) zwischen Idstein und Niedernhausen überschlug sich ein Auto. Verletzt wurde niemand. Im Idsteiner Land sorgte der Schneefall ansonsten ebenfalls für Stop-and-go-Verkehr auf den Straßen. „Alles dicht“, so die Auskunft auch der Polizei Idstein gegen 18.30 Uhr.


Also mal ehrlich, nicht nur in Wiesbaden standen sie Busse still, sondern auch in Mainz. Ich habe meine Arbeitsstelle um 17.00 Uhr verlassen, um 20.30 Uhr war ich dann doch schon zu Hause und mußte für die letzten 6 Kilometer noch die Hilfe eines Unbekannten in Anspruch nehmen, der seine ebenfalls in Mainz gestrandete Frau in Nieder-Olm vom Bahnhof abholte.

Bildnachweis: Friedrich Windolf




Mittwoch, 16. Dezember 2009

Tja, privat...


ist die Bahn und das sollte doch vor allem heißen, mehr Service, weil kundenorientiert, sollte doch alles viel besser werden.

Natürlich habe ich auf zwei Fahrten mal wieder meine Erfahrungen gemacht. Wie das so auf dem Dorf ist, wenn man aus ner Stadt wegfahren will, muß Frau meist viel früher losfahren, denn soviele Busse in die Stadt gibts ja nicht.

Habe ich am Montag natürlich auch getan. Mit dem Erfolg, daß ich mehr als eine Stunde in Mainz auf dem Bahnhof Zeit hatte. Deshalb wollte ich auch gleich den ersten Zug nehmen, der mich zum Bahnhof Frankfurt Airport (ja, so heißt das) bringt. Zum Glück habe ich auf meinen Fahrschein nochmals geguckt. Das mit dem früher fahren ging natürlich nicht. Ich kann meinem Arbeitgeber natürlich nicht verübeln, daß er sparen will, für mich aber hieß dieses Dauerspezial natürlich Zugbindung. Nix früher fahren. Natürlich hatte mein Zug dann mal gleich 5 Minuten Verspätung.

Das an sich wäre nicht schlimm gewesen, genug Zeit, tja genug Zeit überall, nur nicht in Frankfurt Airport. Da muß man nämlich zwischen dem Regionalbahnhof und dem Fernbahnhof 15 Minuten Fußweg einplanen. Da ich gut zu Fuß bin, brauchte ich die natürlich nicht und so habe ich zwar ein gefühltes Magengeschwür mehr, aber doch gut meinen Anschlußzug bekommen. Ich konnte den Lehrgang pünktlich antreten.

Mit der Rückfahrt war das dann etwas anders. Absolut pünktlich fuhr der Zug in Köln ein und absolut pünktlich am er auch in Frankfurt Airport an. Umsteigen kein Problem, nur ein Gleis weiter lt. Fahrplan eben. Zwischenzeitlich meldete sich natürlich der Zugbegleiter, wünschte gute Fahrt naja, und was der immer so quatscht. Drei Minuten später erneut seine Stimme und er pries zu irgendeinem Kaffee, den man natürlich im Bordbistro bekam auch noch ein Stück Kuchen mit an. Klar, so kann die Bahn Nebengeschäfte machen.

Mir allerdings wäre lieber gewesen, er hätte gesagt, daß mein Anschlußzug heute ausnahmsweise auf einem anderen Bahnsteig anfährt, auf Gleis 3, na und wo ist das? Klar auf dem Regionalbahnhof. Zwischen Ankunft und Abfahrt 7 Minuten, hm, auch auf dem Bahnsteig keine ordentliche Ansage...ehe ich es selbst gemerkt habe, naja, also trotz gut zu Fuß war der Weg in zwei Minuten nicht zu schaffen.

Nun mag ich etwas altmodisch sein, aber Service im Zug heißt für mich nicht Kuchen essen, sondern die Reisenden über Änderungen im Fahrplan aufmerksam machen, dafür zu sorgen, daß sie informiert werden, wenn denn mal wieder kurzfristig aus welchen Gründen auch immer geändert wurde.

Aber so ist Service wohl nicht gemeint, da gehts eher darum, den Menschen für einen überteuerten Kaffee und anderen Mist das Geld aus der Tasche zu ziehen. Tja, eben die Bahn.

PS.: Auf das Bild sollte man klicken, damit man die Beschriftung erkennt. Zu gern wäre ich nach Berlin Ost gefahren :-), aber der Zug kam ja von dort.






Sonntag, 13. Dezember 2009

Mal wieder tschüß für 3 Tage


Hatte ich in den vergangenen 10 Jahren nicht eine Schulung, treibt es mich in diesem Jahr schon das dritte Mal zu einem Lehrgang. Diesmal gehts nach Köln und ich bin in Sachen Arbeitssicherheit unterwegs.

Seit wir selbständig sind, brauchen wir einen Sicherheitsbeauftragten und meine Kollegen dachten, mein Ingenieurstudium wäre eine gute Voraussetzung dafür.

Ob ich es auf den Kölner Weihnachtsmarkt schaffe, kann ich nicht sagen, vorgenommen habe ich es mir neben dem Dom natürlich schon.


Allen Lesern einen schönen 3. Advent

Samstag, 12. Dezember 2009

Erinnerung ob einer Mail


Irgendwann, inzwischen kann man wohl vor Jahrzehnten sagen, habe ich ein Quartett-Spiel geschenkt bekommen, herausgegeben von der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, der DSF. Es hatte 60 Karten, für jede der damals 15 Sowjetrepubliken waren 4 Karten vorgesehen. Ich kann mich erinnern, mit diesem Kartenspiel vor allem die 15 Hauptstädte auswendig gelernt zu haben, in meinen besten Zeiten konnte ich sie im Schlaf herbeten.

Heute hat mir ein Freund folgenden Artikel geschickt und da kam die Erinnerung an dieses Kartenspiel wieder auf:

"Chişinău, 10. Dezember 2009, Tribuna Popular

Der ausgezeichnete Bloq „Ein Vallekaner in Rumänien berichtete, dass laut letztem Meinungsbarometer der moldauischen Regierung (heute in den Händen von Antikommunisten) 68% der Bevölkerung der Meinung sind, dass die Bevölkerung in den Zeiten der Sozialistischen Sowjetrepublik Moldawien als Teil der UDSSR besser lebte.

57% meinen, dass damals das Lebensniveau gewährleistet war. 55% meinen, dass es mehr Sicherheit und medizinische Fürsorge gab. 46% würden am liebsten sofort der UDSSR erneut beitreten.

Die meist gewählte Partei in den Wahlen von 2010 wird die Partei der Kommunisten sein, die in Wirklichkeit eine eurokommunistische Partei ist und auf 38,9% käme. Nach unserer Hypothese würde diese Partei noch mehr Stimmen erhalten, wenn sie eine marxistisch-leninistische Linie verfolgt.

Die Umfrage beweist erneut, was wir immer wieder äußerten. Es gibt eine sich entwickelnde immer kräftigere Tendenz zur Wiedervereinigung der sowjetischen Völker, was den Imperialisten und ihren Agenten vor Ort in Gestalt der georgischen, ukrainischen, moldawischen und baltischen Faschisten sowie nicht wenigen großrussischen Bourgeois die Haare zu Berge stehen lässt.

Quelle: La Conquista de la Civilización Socialista"

Früher hieß die Stadt Kischinjow, aber da waren ja auch noch Georgier Grusinier. Die Hauptstadt von Litauen hieß Vilnius, die von Estland Tallinn. Einige Namen haben sich geändert, andere sind zum Glück die, die ich kenne.

Wird es möglich sein, daß die Völker der Sowjetunion tatsächlich wieder zueinander finden? Wenn nicht alle, so doch einige?



Freitag, 11. Dezember 2009

Der Frey also

ist nun DER Mann beim ZDF. Da Brender ja lt. Kochs Äußeren für diesen Posten nicht geeignet war, frage ich mich schon, was denn Peter Frey so dafür prädestiniert.

Seine Sommerinterviews können es allerdings nicht gewesen sein, selten wurde derart flach, an der Oberfläche und dringende Fragen vernachlässigend, interviewt. Aber vielleicht soll ja genau das das nun offizielle neue Gesicht des ZDFs werden.

Von investigativen Journalismus war schon unter Brender nicht mehr viel zu spüren, das wird mit einem Chefredakteur Frey nicht anders sein.

Was bleibt von diesem Postengerangel, ein schaler Beigeschmack ob der politischen Einmischung und die Erkenntnis, daß ich völlig umsonst GEZ bezahle, da die öffentlich-rechtlichen Sender hier ziemlich tabu sind.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Was lange währt, wird anscheinend doch noch


Das konnte ja so auch nicht weitergehen. Wo kämen wir da hin.

20 Jahre kam Brandenburg ohne solch einen Quark aus, jetzt soll es eine Stasi-Beauftragte geben. Seit dem Frühjahr 2009 noch unter rot-schwarzer KOalition ist dieses Amt geplant.

Ulrike Poppe - Bürgerechtlerin - soll diese Position nun einnehmen. Sie sitzt im Beirat der Stasi-Unterlagen-Behörde, gilt als engste Beraterin von deren Chefin Marianne Birthler und ist in zahlreichen Gremien zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte aktiv.

Na, da kann man dem Land Brandenburg ja wohl nur gratulieren.

Montag, 7. Dezember 2009

Что делать - Was tun?

Diese Überschrift habe ich gewählt, weil mir heute früh das Ankommen auf meinen Arbeitsplatz schon ein kleines Lächeln auf die Lippen gezaubert hat.

Ich schaue auf meinen Platz und sehe einen russischen Text. Uff, was ist denn das, schießt es mir durch den Kopf. Dann erinnere ich mich. Irgendwann wurde bei uns mal eine Aufstellung erstellt, in der einige Mitarbeiter mit den entsprechenden Fremdsprachenkenntnissen aufgeführt wurden. Als Ossi bin ich natürlich Exotin und so fanden meine eigentlich nach entsprechend langer Zeit inzwischen eher bescheidenen Russischkenntnisse Eingang in besagte Datenbank.

Nun hat sich unsere Marketing-Abteilung in den Kopf gesetzt, bestimmte Flyer über unsere Fördermöglichkeiten auch in Russisch rauszugeben. Obwohl der Text anscheinend sehr professionell übersetzt wurde, meinte mein Chef, ich könnte doch mal drüberschauen.

He, das nenne ich doch mal Würdigung meiner Fähigkeiten :-).


Sonntag, 6. Dezember 2009

Gedanken auf der Autobahn

Immer wieder auf dem Weg von Mainz nach Berlin habe ich bei Eisenach auf der Autobahn ein warmes Gefühl im Bauch. Guten Tag Heimat, heißt es da unhörbar für andere. Obwohl nie in Thüringen gelebt, fängt dort das an, was meine Heimat ist. Und immer wieder ärgere ich mich auch über den Sehenswürdigkeitenhinweis an der Strecke "Ehemalige innerdeutsche Grenze 1945 - 1989", der dort herumsteht.
Innerdeutsch? NEIN!!!

Es war eine Staatsgrenze, eine Staatsgrenze zwischen zwei souveränen deutschen Staaten, die beide Mitglied der UNO waren, die zur gleichen Zeit in diesen Staatenbund aufgenommen wurden, die aber außer zwei Jahreszahlen, eben die der Aufnahme in die UNO 1973 und der jeweiligen Gründung im Jahr 1949 nichts, aber auch gar nichts gemein hatten.

Und es war die Grenze, die geholfen hat, daß es 45 Jahre in Europa keinen Krieg gegeben hat. Auch das darf niemals vergessen werden. Wer immer diese Grenze zu einer innerdeutschen Grenze herunterdiskutiert, klittert europäische und deutsche Geschichte nach dem 2. Weltkrieg.

Es waren nicht nur zwei völlig unterschiedliche Staaten mit zwei völlig unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen, mit zwei völlig unterschiedlichen Heransgehensweisen in der Politik, in der Ökonomie, sondern auch Mitglieder zweier sich konträr gegenüberstehenden Militärblöcke.

Während der eine zwar Freiheit verkündet und trotzdem eine Diktatur des Kapitals war und ist, hatte sich der andere zur Diktatur des Proletariats bekannt und in seiner Gesellschaft auch gelebt. Konnten in dem einen deutschen Staat Naziverbrecher, Kriegsgewinnler und anderes Gesindel gut untertauchen, baute sich mein Staat mit Hilfe von Widerständigen, KZ-Häftlingen und aus Hitlerdeutschland Emigrierten auf. Entschiedener Antifaschismus und die Liebe zum Frieden waren seine Geburtsgründe, waren Staatsdokton während seiner 40 Jahre Leben. Schwer war der Anfang, doch ich durfte schon die Früchte ernten. Wohl auch zuviel Früchte, soviel hatte diese kleinere deutsche Staat sich noch nicht erarbeitet.

Ich lebe seit dem 03.10.1990 zwar in der Bundesrepublik Deutschland, nur wie meine Gedanken auf der Autobahn beweisen, Heimat ist er mir nicht geworden und wird er mir nicht werden.

Aus den Leserbriefen im RotFuchs Nr. 143, Dezember 2009, möchte ich einen Satz zitieren, dem von meiner Seite aus nichts hinzuzufügen ist:

"Danke DDR, daß es Dich 40 Jahre gab! Ich bin stolz darauf, zu Deiner Zeit im Sinne des Humanismus und des Friedens gelebt und gewirkt haben zu dürfen."


Samstag, 5. Dezember 2009

Zum 2. Advent




Auch wenn mir zur Zeit nicht wirklich nach Weihnachten ist, hat mir heute ein Freund folgendes Gedicht geschickt. Leider hat er den Verfasser nicht dazugeschrieben.

Brief an den lieben Gott

In Neuss lebte einst eine alte Frau,
für sie war die Welt nicht rosig, eher grau.
Mit ihrem Einkommen war es schlecht bestellt,
mit einem Wort: "Sie hatte kein Geld."

Sie überlegte lang hin und her
woher denn Geld zu kriegen wär.
Ihr kam die Idee, so sapperlott,
sie schrieb einen Brief an den lieben Gott.

"Lieber Gott ich bin alt und arm
das Geld ist zu wenig, hab doch Erbarm
und schicke mir schnellstens einhundert Mark,
sonst müsste ich hungern und das ist arg.

Eine andere Hilfe weiß ich nicht mehr
und ohne Moneten ist's doch verdammt schwer.
Aber bitte beeile Dich mit dem Geld,
sonst ist's nicht mehr schön auf dieser Welt."

Der Brief wird frankiert in den Kasten gesteckt,
der Postbote hat ihn sogleich auch entdeckt.
Er sieht die Adresse, was soll er machen,
"An den lieben Gott", das ist ja zum Lachen.

Er denkt sich aber, ein Spaß muss sein,
der Brief kommt ins Fach vom Finanzamt hinein.
Am nächsten Tag dort angekommen,
vom Beamten in Empfang genommen.

Wenn Sie nun glauben, er schmeißt weg diesen Brief,
da irren Sie sich, da liegen Sie schief.
Er liest die Adresse und denkt gleich daran,
wie man der Frau wohl helfen kann.

Ja, glauben Sie mir, das ist kein Scherz,
es gibt beim Finanzamt auch Menschen mit Herz.
Ihm kommt ein Gedanke und das ist sehr fein,
das könnt für die Frau eine Hilfe sein.

Er fängt gleich an durchs Büro zu wandern
und sammelt recht fleißig von Einem zum Andern.
Doch leider war der Erlös etwas karg,
statt hundert, bekam er nur siebzig Mark.

Doch dies wurden dann unverwandt
gleich an die arme Frau gesandt.
Die Frau, sie freut sich, kann's kaum ermessen,
dass sie der Herrgott nicht hat vergessen.

So schrieb sie rasch einen Dankesbrief,
in Eile sie zum Postamt lief.

Sie schrieb: "Lieber Gott, ich bin wieder stark
und danke Die für die hundert Mark.
Doch solltest Du mal wieder an mich denken
und mir gütigst ein paar Märkchen schenken,
dann möchte ich Dich um eines bitten,
das Geld nicht übers Finanzamt zu schicken,
denn die Lumpen haben mir ungelogen,
von den hundert Mark, dreißig Mark abgezogen."

Bildnachweis: aus dem Regensburgblog geklaut


Mittwoch, 2. Dezember 2009

Du wirst immer bei uns sein!




Sylvia


11.06.1958 -

01.12.2009



Freitag, 27. November 2009

Wenn der Amtschimmel wiehert

Ja, ich weiß, natürlich ist es meine Schuld. Aber nachdem ich meine neue ec-Karte und mein Jobticket hatte, sind Führerschein und Personalausweis so ein wenig in Vergessenheit geraten. Vielleicht hatte ich auch einfach die Hoffnung, der Finder schickt mein Portemonnaie noch zurück.

Nun hat es sich aber ergeben, daß ich urplötzlich am Sonntag mal wieder eine Heimatreise antreten muss und schaudernd fiel mir ein, ohweia Du hast ja keine Papiere.

Also habe ich mich heute morgen mit Paßbild und Geburtsurkunde bewaffnet und ab ins Bürgerbüro Nieder-Olm. Die machen ja auch freundlichst um 07.00 Uhr schon auf und auch von dort brauche ich mit dem Bus nur eine halbe Stunde zur Arbeit.

Ich kam dort gegen 7.25 Uhr an, kein Mensch war vor mir und als ich der Dame mein Anliegen erklärte, fragte sie auch prompt nach Geburtsurkunde und Paßbildern. Okay, einen vorläufigen Führerschein gibts dort nicht, aber das wäre mir egal, wenn ich doch gleich einen vorläufigen PA in den Händen halten sollte. Fahre ich eben ohne Führerschein, ausweisen könnte ich mich ja zumindest.

Tja weit gefehlt, zwar war die Geburtsurkunde der Deutschen Demokratischen Republik in Ordnung, auch wenn die Dame dort etwas komisch draufguckte, aber das war dann doch kein Problem. Nur die Bilder, die Bilder, de gingen ja gar nicht, schließlich wären sie auf jeden Fall älter als zwei Monate. Damit könne sie nun gar nichts anfangen, aber um 10.00 Uhr mache gegenüber der Fotograf auf, dann würde alles sehr schnell gehen.

Um 10.00 Uhr hatte ich bereits auf der Arbeit einen Termin und so sagte ich ihr auch noch den wahrlich nicht sehr schönen Anlaß meiner Reise und ob mein Foto nicht wenigstens für den vorläufigen PA gehen würde, für den richtigen würde ich dann ein ganz aktuelles Foto vorbeibringen.
Nein, das ginge selbstverständlich nicht, schließlich gäbe es eine Vorschrift, Bilder dürften nicht älter als 2 Monate sein und wenn sie mir den vorläufigen PA ausstellen würde, könnte ich Ärger bekommen.

Auf mein Argument, ich würde ohne PA sicher viel mehr Ärger bekommen, ging sie leider nicht ein.
Nun frage ich mich schon den ganzen Tag, weshalb für ein Dokument, welches 10 Jahre Gültigkeit hat, ein Foto nicht genommen wird, obwohl ich darauf eindeutig als diese Person zu erkennen bin, ich habe doch nicht das Foto rechts hier im Blog mitgenommen.


Sonntag, 22. November 2009

Zum 50. Geburtstag des Sandmännchens


Die Sonne schickt uns nach und nach
ihr Licht herab zur Erde,
daß jeder Stadt und jedem Land

und jedem Dorf am Wegesrand

ihr Licht zum Leben werde.

Und wo sie immer untergeht,

da folgt im Abendscheine

ein Männlein ihr, ein zarter Wicht

mit gutem, altem Bartgesicht,

der Sandmann ist's, der kleine.

Der Sandmann ist's, der aller Welt

den Schlaf und die Träume;

er folgt der Sonne sehr geschwind,

damit er nirgendwo ein Kind

zur guten Nacht versäume.



Dieser Vers ist Bestandteil des 1964 erstmals im Kinderbuchverlag Berlin erschienenen Buches "Sandmännchen auf der Leuchtturminsel" von Rudi Strahl und Eberhard Binder-Staßfurt.

Heute vor 50 Jahren strahlte der Deutsche Fernsehfunk (DFF) um 18.55 Uhr die erste Sandmännchensendung aus und damit war der DDR-Bürger mit dem größten Fuhrpark geboren. Im An- und Abspann erfreute der kleine Mann uns mit immer schöneren und der Zeit angepaßte Fahr- und Flugmitteln, besuchte er zweimal im Jahr das hier schon vorgetellte Messemännchen, brachte Lunachod 1 den Kindern nahe, besuchte er Eskimos in ihren Iglus usw. usf. Dem Macher des Sandmännchens muß man auf jeden Fall einen gewaltigen Einfallsreichtum bescheinigen.

Und ehrlich, es war ja nicht nur das Sandmännchen, daß mich und sicherlich viele andere Kinder begeistert hat, da waren Pitti, Schnatterinchen, Moppi, Herr Fuchs und Frau Elster, Frau Igel, Mauz, Borstel und Hoppel, Thadeus Punkt und Struppi, Felix und Pünktchen oder auch Flax und Krümel sowie Frau Puppendoktor Pille. All diese Figuren begleiteten mich, bei meinen Kindern kam dann Siegfried Uhlenbrock mit Kindern am Freitagabend dazu, Plumps und der kleine König.

Nach dem, was sich heutzutage Wiedervereinigung nennt, vielmehr aber eine feindliche Übernahme war, schien auch das Schicksal des Sandmännchens besiegelt. Schließlich war er ein sozialistisches Erbe und das wollte die Obrigkeit weghaben.
Das jedoch scheiterte am Proteststurm der Zuschauer, der Menschen dieses Landes und so werden auch meine Enkel noch in den Genuß dieses vergnüglichen Abendgrußes kommen.

Ich wünsche dem Sandmännchen ein noch langes Leben in dieser furchtbar kurzlebigen Fernsehwelt.

Copyright Foto Sandmann: rbb/Stephan Pramme



Mittwoch, 18. November 2009

Tage und Nächte


Eigentlich sollte ein Artikel zu Konstantin Simonow bereits im August erscheinen. Am 28. August jährte sich sein Todestag zum 30. Mal. Da er zu meinen Lieblingsschriftstellern gehört, hatte ich mir eben zu diesem Termin den Beitrag vorgenommen.
Aber dann irgendwie auch wieder vergessen, es gab wohl andere Themen, die mich im Spätsommer beschäftigten.

Unbewußt im November greife ich regelmäßig zu einem Simonowbuch, in diesem Jahr ist es "Erinnerungen an Konstantin Simonow", diesmal kein Buch von, sondern eines über ihn.
November, ja voriges Jahr las ich um diese Zeit seine "Kriegstagebücher", im Ergebnis daraus entstand eines meiner Videos.

Heute habe ich mal überlegt, warum immer November. Vielleicht ist es einfach die Tatsache, daß ich als erstes Buch von Simonow "Tage und Nächte" gelesen habe, die Geschichte der drei Häuser in Stalingrad, mal verkürzt dargestellt. Und im November 1942, genau morgen vor 67 Jahren, begann die Offensive der Roten Armee bei Stalingrad.
Wenn auch gerade die Tagebücher ja den ganzen Krieg behandeln, ist für mich Simonow anscheinend fest mit dem Monat November verbunden.

Es gibt übrigens ein Buch von ihm, das ich nur ein einziges Mal gelesen habe, "Die Waffengefährten". Also wird es in diesem Jahr nicht bei einem Simonowbuch bleiben.

Bildnachweis: Schutzumschlag von Sibylle Juraschek "Erinnerungen an Kontantin Simonow", erschienen 1988 im Verlag Volk und Welt


Montag, 16. November 2009

Zufälle, zumindest einer,


der mich auch ein wenig traurig stimmt.
Am Wochenende, ich habe gerade im Youtube einen Ausschnitt von "17 Augenblicke des Frühlings" gesehen und dachte dabei mal wieder an meine eigene Reise nach Moskau vor fast 35 Jahren.

Ich erinnerte mich an den Belorussischen Bahnhof, an den Flughafen Scheremetjewo, an das nicht enden wollende Revolutionsmuseum und auf einmal, ja wie hieß die Straße noch gleich, die große Straße, die zum Roten Platz führte. Jeden Tag sind wir damals diese Straße entlanggegangen, sind in den Trolleybus gestiegen. Es fiel mir einfach nicht ein. Die 128. Schule war wieder da, die Schatzkammer im Kreml, nur der Name der Straße, wo es dieses wunderbare Eis für 28 Kopeken gab, in der ich meine Tischtenniskelle gekauft habe, war weg.

Heute hat mir ein Genossen den Link zu einem Bericht über die Moskauer Veranstaltung zum 92. Jahrestag der Oktoberrevolution geschickt.
Und nur ein Blick, da stand ja Gorkistraße, sofort war die Erinnerung wieder da, naklar, die Gorkistraße.

Was mich traurig stimmt, da steht auch ehemalige Gorkistraße. Also nicht nur in der BRD ist man damit beschäftigt gewesen, wichtige Persönlichkeiten, nach denen Straßen, Schulen usw. benannt waren, aus der Öffentlichkeit zu entfernen.

Bildnachweis: Moskauer Gorkistraße 1982, gefunden als Ansichtskarte unter www.kartenhimmel.de

Sonntag, 15. November 2009

Vielleicht kann sich ja die SPD

wieder mal auf ihre Wurzeln besinnen. Heute hege ich noch die Hoffnung, morgen werde ich wohl die Ergebnisse des Parteitages in Dresden lesen.



Wenn allerdings schon in der Vorbereitung des Parteitages Sätze fallen wie: "Viele Bürger haben den Eindruck, daß sich für sie die Reformen der SPD-Regierungszeit nicht rechnen.", so Olaf Scholz, brauche ich wohl keine Hoffnung mehr.

Viele werden wohl nicht nur den Eindruck haben, sondern es schmerzlich am eigenen Leib erfahren, daß sich die Reformen Hartz I bis IV nicht rechnen, sondern sie in die Armut führen.

Freitag, 13. November 2009

Ein Ärztehaus in Mainz


Heute fand ich in der AZ einen Artiekl über ein Ärztehaus. Anfang 2010 entsteht im Taubertsberg-Bürokomplex ein solches Haus und wenn bis 2011 alle Praxen eingezogen sind, sollen ca. 100.000 Patienten pro Jahr behandelt werden.

Tja, irgendwie ist mir das gar nicht neu, bin ich doch mit Begriffen wie Poliklinik und Landamulatorium aufgewachsen. Ich frage mich eher, warum erst jetzt.
Und wird dieses Ärztehaus z. B. auch nur eine Anmeldung für alle Praxen haben, nur eine Krankenakte pro Patient, in der dann die notwendigen Untersuchungen, Medikationen usw. vom entsprechenden Arzt eingetragen werden.
Dazu fand ich leider in dem Artikel nichts und so richtig glauben kann ich an eine solch effiziente Patientenversorgung nicht richtig.

Schade, vielleicht sollte man auf diesem Gebiet der Organisation doch etwas von der DDR lernen.

Natürlich heißen diese Häuser auch im Osten nicht mehr unbedingt Landambulatorium oder Poliklinik, in Leegebruch, nur als Beispiel, wurde das dortige Landambulatorium (1950 -1990) in ein Ärztehaus umgewandelt.

Bildnachweis: Zeiss-Poliklinik, 1964 fertiggestellt (www.jena.de)


Donnerstag, 12. November 2009

Soljanka-Sammelsurium, hoffentlich wird es eins


Ich gebe ja zu, mir fällt im Moment nichts anderes ein. Ich bin immer noch zu erschüttert von der Inhaltslosigkeit der Bundesmutti'chen Regierungserklärung und den 9 Minuten, die der kompetente Wirtschaftsminister einen Tag später folgen ließ.

Da habe ich mir gedacht, vielleicht finden sich Leser in diesem Blog, die mit mir ihre Soljanka-Rezepte tauschen. Also nicht unbedingt aus einem Kochbuch, sondern so, wie Ihr sie macht. Jeder nimmt ja so einige Veränderungen im Laufe der Zeit vor.

Grundlange meiner Soljanka-Kochkunst ist das Rezept aus "Kochen" Verlag für die Frau, Leipzig.

Ich koche ca. 150 g Kaßlerschälrippchen (muß ich mir aus dem Doppeldorf mitbringen) mit 2 Lorbeerblatt und ca. 6 Wacholderbeeren zu einer Brühe. Das von den Rippchen übrigbleibende Fleisch, natürlich ohne Fett, schneide ich klein.
Dann nehme ich 200 gr Zwiebel, schneide sie eigentlich nicht wirklich klein, sondern eher großzügig und brate sie in 100 g Schweineschmalz glasig. Von einem Fleicher in der Stadt besorge ich mir 200 gr Wurstanschnitte und außerdem 200 gr Fleischwurst. Die schneide ich in Würfel und alles zu den glasigen Zwiebeln. 2 Knoblauchzehen quetsche ich und 4 mittlere Gewürzgurken werden kleingeschnitten. Alles in meinen Topf zu den Zwiebeln. 100 gr Tomatenmark und 1 Eßlöffel edelsüßer Paprika vervollständigen meinen Topfinhalt. Nach ca. 5 Minuten fülle ich mit der Brühe auf, damit es 1 1/2 Liter werden, muß ich meißt aus einem Brühwürfel einen halben Liter machen. Das Ganze lasse ich 5 Minuten kochen, dann kommt noch ca. 1 Eßlöffel Soljankagewürz (wird auch aus dem Doppeldorf mitgebracht). Jetzt hat das Gericht meist 24 Stunden Zeit richtig durchzuziehen.

Serviert wird am kommenden Abend in den im Bild abgebildeten Suppentassen mit einem Teelöffel sauerer Sahne zum Binden der Soljanka.

So nun hoffe ich, daß sich über die Kommentarfunktion tatsächlich noch andere Rezepte finden.


Montag, 9. November 2009

Der Tag sollte in keinem Jahr untergehen


Heute vor 71 Jahren brannten im ganzen Dritten Reich die Synagogen. Tausende jüdischer Bürger wurden wie Freiwild gejagt. Mit der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, mit der Kristallnacht, begann die erste Aktion der verstärkten psychologischen Kriegsvorbereitung.

Als Vorwand für den Pogrom diente die Ermordung des deutschen Legationsrates Freiherr von Rath in Paris. "8 Synagogen gingen in dieser Nacht in Flammen auf. Über 7.500 jüdische Geschäfte, Wohnhäuser und Schulen wurden zerstört. 91 Juden wurden während der Nacht in Konzentrationslager verschleppt. Den jüdischen Bürgern in Deutschland wurde eine Kontribution von einer Milliarde Reichsmark auferlegt.

Die barbarische Grausamkeit des Judenpogroms vom November 1938 stellte einen Höhepunkt in den schon seit 1933 eingeleiteten Judenverfolgungen dar. Vom 1. Februar 1933 bis zum 1. April 1936 waren bereits 93.000 jüdische Bürger aus Deutschland vertrieben worden.

Am 15. September 1935 hatten die Faschisten auf einem Parteitag das unter führender Mitarbeit von Hans Globke ausgearbeitete Rassengesetz verkündet. Danach waren Eheschließungen mit Juden unter Strafandrohung verboten. Der Nachweis der sogenannten arischen Abstammung wurde Voraussetzung für jede Anstellung bei staatlichen Dienststellen.

Nach der "Kristallnacht" folgte ein ganzes System von Verordnungen und Polizeimaßnahmen. Juden durften kein Einzelhandels- und Versandgeschäft führen. Auf die angekündigte Enteignung, die "Arisierung" der in jüdischem Besitz befindlichen Betriebe und Banken wurde forciert. Die Deutsche Bank schluckte die Menselsohn-Bank, Siemens verleibte sich das Kabelwerk Cassirer und die Helioth-Werke ein. Die AUG strich Hüschs Kupfer- und Messingwerke ein, Friedrich Flick übernahm die mitteldeutschen Braunkohlegruben des Petscheck-Konzerns und die jüdischen Anteile am Rhenania-Schiffahrts-Konzern.

Die Judenhetze und die Judenpogrome waren wohlberechnete Teile der psychologischen Vorbereitung der deutschen Bevölkerung auf dem Krieg. Sie sollten das Mitgefühl und das Solidaritätsempfinden abtöten und an Grausamkeit und Brutalität gewöhnen.

Quelle: "Geschichte der Deutschen Arbeiterbewegung", Dietz Verlag Berlin 1966



Zu Feiern gibt es wohl nichts


Es gibt Dinge, Sachverhalte, die kann ich einfach nicht beser ausdrücken:

20 Jahre "Mauerfall" - 20 Jahre Turbo-Kapitalismus

Die Propaganda-Maschinerie läuft auf vollen Touren: Wer damals noch nicht gelebt hat, muss glauben, die absolut friedliche - wenn auch etwas ungeordnete - Öffnung der Grenzübergänge am 9. November 1989 sei eine Art "Sturm auf die Bastille" gewesen. Die bewaffnete Staatsmacht hätte vor den Volksmassen nur noch kapitulieren können. Nichts davon ist wahr: Die Menschen - gleich ob Uniformträger, SED-Mitglieder oder DDR-Kritiker - schwebten im arglosen, seligen Glauben, dass der Kalte Krieg beendet sei und eine friedliche, gerechte Welt sich abzeichne. Gewalt gab es von keiner Seite.

Schon bald nach der "Wiedervereinigung" ein Jahr später wurde erkennbar, was man sich wirklich eingehandelt hatte: Unter der Devise "Die Wende muss unumkehrbar gemacht werden" wurde eine im Weltmaßstab leistungsfähige Industrie weitestgehend zerschlagen und wurden massenhaft Arbeitsplätze vernichtet. Neuerliche Montagsdemonstrationen in Leipzig gegen diese Politik fanden keinerlei Resonanz mehr in den Medien. Vielen Menschen wurde klar, wo man mit "Demokratie und Sozialer Marktwirtschaft" wirklich gelandet war: In einem Kapitalismus, der sich nun keinem Wettkampf der Systeme mehr zu stellen brauchte. Dieser Kapitalismus hat sich inzwischen zum "Turbo-Kapitalismus" weiterentwickelt.

20 Jahre später ist nicht nur eine gigantische Börsen-Spekulationsblase geplatzt; das System des modernen Kapitalismus befindet sich in einer tiefen Systemkrise. Entgegen allen Beschwichtigungsreden ist weder deren Ende erreicht, noch wissen die Kapitalismus-Befürworter, wie es wirklich weiter gehen kann. Erneutes Wachstum soll die Lösung bringen. Abgesehen davon, dass dieses nicht in Sicht ist, - die reichen Länder der Welt brauchen kein Wachstum, sie brauchen nur eine etwas gerechtere Verteilung des Überflusses. Ein - möglichst umweltschonendes - Wachstum kann nur den wirklich armen Regionen der Welt gewünscht werden.

"Demokratie" ist bekanntlich kein beliebig definierbarer Begriff; er bedeutet "Herrschaft des Volkes". Wie die Herrschaftsverhältnisse im realen System von "Demokratie und Sozialer Marktwirtschaft" wirklich verteilt sind, wird gerade aktuell wieder demonstriert: Über das Schicksal von Tausenden von Arbeitsplätzen und die Existenz ganzer Industrie-Regionen entscheidet weder das Volk noch eine gewählte Regierung. Über das Schicksal entscheiden die Manager internationaler Großkonzerne, und zwar ausschließlich unter Aspekten der Profit-Maximierung. Besser - nein schlechter - konnte zum 20 Jahrestag der wahre Charakter von "Wende" und "Mauerfall" kaum demonstriert werden.


Wolfgang Bergmann am 05.11.2009 auf Initiativgruppe Kundschafter des Friedens.



Samstag, 7. November 2009

Noch ein Jahrestag


7. November - erster Sonnentag im Leben des Proletariats
(für alle, die kein russisch lesen und verstehen können)

Plakat eines unbekannten Künstlers, veröffentlicht 1920
(aus: Illustrierte Geschichte der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, Dietz-Verlag 1977)

Dr. Richard Sorge - Kommunist, Kundschafter, Held der Sowjetunion


Heute vor 65 Jahren wurde der Kommunist und Kundschafter der Sowjetunion in Japan - Tokio - gehenkt.

Wer war Richard Sorge, einer der erfolgreichsten Kundschafter der Sowjetarmee.

"Getarnt als Korrespondent der 'Frankfurter Zeitung' baute R. Sorge im Dienst der Sowjetunion seit 1933 in Tokio ein nachrichtendienstliches Netz auf und entwickelte Beziehungen zur deutschen Botschaft und zu Botschafter Ott, für den er ein unentbehrlicherBerater wurde und über den er die Politik der Nationalsozialisten mitbestimmte.
Im Oktober 1941, nachdem er die Sowjetunion vom geplanten Angriff der Deutschen informiert hatte, wird Sorge von den Japanern enttarnt und zum Tode verurteilt. Die Sowjetunion verleugnete ihn. 1944 wird Richard Sorge in Tokio gehenkt...
Der Mann Richard Sorge bleibt ein Rätsel. In der historischen Person aber treffendie ideologischen und moralischen Antagonismen des 20. Jahrhunderts aufeinander. Der britische Meisterspion Kim Philby bewunderte ihn als den 'einzigen moralisch nicht angreifbaren Spion'. Sorges Schicksal wird in exemplarischer Weise zum Spiegel unseres Jahrhunderts, das Margret Boveri das Jahrhundert des Verrats genannt hat."

So steht es im Klappentext des Buches "Richard Sorge - Der Mann mit den drei Gesichtern" von Robert Whymont.

Vielleicht habe ich einen falschen Eindruck, denn nach der Lektüre von "Dr. Sorge funkt aus Tokyo" von Julius Mader, Gerhard Stuchlik und Horst Pehnert hat mich o. g. Werk bis zu der Seite, an der ich nicht mehr weitergelesen habe (Seite 235 von 511, das Lesezeichen ist noch drin), sehr enttäuscht. Ich persönlich hatte den Eindruck, daß man sich mehr mit dem Alkoholkonsum und den Frauenbekanntschaften R. Sorges befaßte, als das es um die Kundschaftertätigkeit ging.

Neben der Information über den genauen Angriffstermin der faschistischen Wehrmacht konnte Richard Sorge der Sowjetunion ebenfalls mitteilen, daß Japan in absehbarer Zeit keinen Angriff auf die SU vorsah, so daß die Sowjetunion in der Lage war, sich auf die Westfront zu konzentrieren.

1964 wird Richard Sorge posthum der Titel "Held der Sowjetunion" verliehen. In Moskau gibt es in der 141. Schule seit 1967 ein "Richard-Sorge-Museum", daß 2007 nach einer Runderneuerung zum 40-jährigen Bestehen neu eröffnet wurde.

In Berlin-Friedrichshain gibt es eine Richard-Sorge-Straße, unweit der ehemaligen Bersarinstraße, in Dresden wurde ein Straße gleichen Namens nach dem Anschluß der DDR umbenannt. Weitere Straßen und Oberschulen mit seinem Namen gab es in Jena, Magdeburg und Chemnitz.

Heute an seinem 65. Todestag denken wir auch an den 92. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, die den Staat hervorbrachte, für den Richard Sorge sein Leben nicht nur einsetzte, sondern auch gab.

Bildnachweis: DDR-Briefmarke aus dem Jahr 1976

Dienstag, 3. November 2009

Königsberger erklärt die Welt

"Ob Abdullah Abdullah ein vorzeigbarerer Präsident für Afghanistan gewesen wäre als der jetzt endgültig zum Sieger ausgerufene Hamid Karsai, darf getrost bezweifelt werden. Der Verzicht des Konkurrenten des alten und neuen Präsidenten auf eine Stichwahl schmälert deshalb weder die Demokratie noch fördert er sie, denn sie steht ohnehin nur auf dem Papier."

Ohja, also nach 8jährigem Militäreinsatz, oder nennen wir das Kind beim Namen, Krieg, keine Demokratie in Afghanistan, na sowas aber auch. Dabei sind doch die Streitkräfte der USA und ihrer Statthalter ausgezogen, die Taliban zu besiegen und dem afghanischen Volke die achso unerläßliche westliche Demokratie zu Füßen zu legen.
Das scheint ja selbst nach Ansicht des Kommentators meiner Zeitung nicht geklappt zu haben.

Aber weiter:

"Das wissen alle, allen voran der US-Präsident Obama. Doch ihm bleibt nichts übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Denn ein Abwenden vom bösen Mann im Präsidentenpalast hätte zur Folge, daß die Taliban das Land endgültig überrennen würden."

Also nicht nur keine Demokratie, nun nicht mal ein Sieg gegen die Taliban wurde erreicht? Völlig neue Töne in der deutschen Presse, wenn sie nicht gerade "junge Welt" heißt.
Herr Königsberger findet aber gleich einen neuen Kriegsgrund und will uns den ordentlich schmackhaftmachen...gut, das Schüren von Angst kennen wir inzwischen.

"Deshalb wird den USA und mit ihnen Deutschland, Groß-Britannien und all den anderen Staaten, die Truppen am Hindukusch stehen haben, nichts anderes übrig bleiben, als so weitermachen wie bisher. Fällt Afghanistan, droht dem Nachbarn Pakistan endgültig offener Krieg auf eigenem Boden. Mit Blick auf die Atomwaffen dort wäre das erst recht ein Albtraum für den Rest der Welt."

Klar, so ein paar Drohnen in Pakistan, weil von der USA eingesetzt, sind nicht weiter schlimm, aber offener Krieg? Jetzt verteidigen wir also Pakistan.

"Der Verzicht auf eine Stichwahl, auch wenn sie die Verfassung des Landes vorschreibt, ist richtig. Denn mit nur einem Kandidaten wäre sie zur Farce geworden und zwar zu einer, die viel Geld und was noch weit schlimmer wäre, ganz sicher viele Menschenleben gekostet hätten. Die Taliban hätten auf jeden geschossen...."

Aha, daß schon die Ansetzung zu diesem Termins die Stichwahl zu einer Farce machte, daß die geographischen Gegebenheiten in Afghanistan eine Wahl jetzt für viele gar nicht möglich machen, keine Rede davon. Also leben die westlichen Vorzeigedemokraten mit einem Präsidenten, der schon bei der ersten Wahl massiv getrogen hat, Hauptsache, der Krieg geht weiter.

In einer anderen Rubrik der heutigen Ausgabe findet sich der Satz eines Grenzsoldaten: "Man darf nicht vergessen. Die Grenztruppe war auch Kanonenfutter."

Ich allerdings frage mich, welcher Staat wohl seine Soldaten als Kanonenfutter mißbraucht, der, der seine Soldaten in 40 Jahren seines Bestehens nie, kein einziges Mal, außerhalb des eigenen Landes eingesetzt hat, oder der Staat, der seit 1999 wieder aktiv an Kriegen in aller Welt teilnimmt.

Quelle: AZ vom 03.11.2009, Kommentar von Peter Königsberger; und Artikel "Ich habe die DDR verteidigt"

Sonntag, 1. November 2009

Ein Artikel und meine Gedanken dazu


Unter der Überschrift "Hunderte Ex-Soldaten wollen Pinochet-Verbrechen beichten" findet sich heute ein Artikel bei SpOn.

Nun ist der Artikel an sich nicht mal etwas Sensationelles. Eher die Art und Weise, in der der Artikel verfaßt wurde. Da findet sich das Wort "Machtergreifung" statt Putsch, kein Wort davon daß die Regierung Allendes aus demokratischen Wahlen hervorgegangen ist, kein Wort auch über Hintergründe, über die Beteiligung des CIA und schon gar kein Wort über die Solidarität der sozialistischen Ländern nach dem Putsch. Kein Wort auch über die Haltung der damaligen BRD-Regierung.

Ist ja schließlich auch lange her, was kümmern einen da ca. 3.200 getötete Menschen, die nichts anderes getan hatten, als ihre demokratisch gewählte Regierung während der Zeit von 1970 bis zum September 1973 zu unterstützen.
Außerdem hat man ja auch anderes zu tun, als die Aufarbeitung der Außenpolitik der damaligen Jahre. Schließlich steht ein wichtiges Jubiläum an.

Wer sich über die Haltung der DDR-Regierung, die doch so geschmähte, zur Regierung Allendes informieren will, wer erfahren will, wie Funktionäre der sozialdemokratischen Partei aus Chile mit Hilfe der HVA des Ministeriums für Staatssicherheit gerettet wurden, findet in "Flucht vor der Junta" eine interessante Lektüre.


Ungeduldig oder Warten ist schwer


Peter Hacks mit Ehefrau Anna Elisabeth Wiede

Ja, ich kann es nie wirklich abwarten. Am 1. eines jeden Monats muß ich auf die RotFuchs-Webseite, ist doch mit dem gedruckten Exemplar frühestens am 2. oder 3. zu rechnen.

Bei meinem Besuch zu Hause hatte ich sogar das Glück, die letzten Korrekturlesungen der Novemberausgabe mitzuerleben und ein wenig in dem Kommenden zu blättern.

Und während wir seit Wochen in Presse, Funk und Fernsehen auf den 20. Jahrestag des "Mauerfall" als Jubelveranstaltung vorbereitet werden, findet sich Peter Hacks' (1928 - 2003) ganz eigene Sicht auf diesen "Mauerfall" im oben erwähnten RotFuchs.

Und sie füllten alle Plätze,
Wo man Weiber hat und Wein,
Und sie führten die Gesetze
Von ganz früher wieder ein,
Stahlen auch mit langen Fingern
Land und Häuser, Vieh und Brei,
Und ein Heer von Peitschenschwingern
Brachte uns Gehorsam bei.

Bildnachweis: Edith Beseler-Remkus



Freitag, 30. Oktober 2009

Ljonka und all die anderen


Urlaubszeit ist Lesezeit. Auch in der Heimat habe ich mir dieses Vergnügen gegönnt und weil ich natürlich meinen Bücherschrank nicht mitgeschleppt habe, habe ich mich mit denen bei meiner Verwandtschaft begnügt.

Und weil es dort eben rumstand, war die "Schkid - Republik der Strolche" mal wieder an der Reihe. Schkid bedeutet Schkola imeni Dostojewskowo oder zu deutsch Schule namens Dostojewski. Der Roman wurde von zwei Insassen dieser Schule geschrieben. Die Schule wurde 1919 gegründet, um im vom Bürgerkrieg gebeutelten Sowjetrussland der Straßenkinder Herr zu werden.

Jankel und Ljonka beschreiben ihren Weg vom Halunken, vom Dieb bis hin zu jungen Menschen, die ihren Weg in der gerade erst gegründeten Sowjetunion gehen werden. Es werden uns die anderen Insassen wie Japs, Zigeuner und viele andere, aber auch die Phropheten genannten Lehrer nahegebracht. Zuviel will ich nicht erzählen, ist ja ein Buchtip von mir. Es liest sich auch für einen Erwachsener sehr gut und kann bei booklooker relativ preiswert erstanden werden. Ich jedenfalls kann es für lange Winterabende nur empfehlen.

Das Buch wurde 1966 verfilmt. Diesen Film habe ich leider nicht gesehen, Hoffnung, daß er nochmals im Fernsehen kommt, habe ich nicht.

Leonid Pantelejew oder eben Ljonka begegnete mir in meiner Kindheit noch desöfteren. Bücher wie "Der tolle Ritt" oder "Ljonka" (handelt vor seiner Zeit in der Schkid) waren im Deutschunterricht auf dem Plan.

Grigori Bjelych (Jankel) ist leider bereits 1938 verstorben, aber auch er hat vor seinem Tod in der Sowjetunion einige Erzählungen veröffentlich. Der Eulenspiegelverlag notiert ihn mit folgenden: »Der Weißgardist«, »Das Haus der fröhlichen Bettler«.


Dienstag, 27. Oktober 2009

Kam ein kleiner Teddybär


Sehr viel ist zu dieser Zuschrift im ND wohl nicht zu sagen. Was will man auch von einer Gesellschaft erwarten, in der Profit das allein Heiligmachende ist, in der kein Platz ist für Wärme, für echte Wärme, in der außer Ellenbogen nichts zählt, die ihre jungen Männer wieder in einen Krieg schickt.

Viele der Menschen, die mit dem Bummilied großgeworden sind, werden nicht vergessen, daß sie in einem Staat gelebt haben, der vor allem ein Friedensstaat war und in dem Kinder als das höchste Gut angesehen wurden.




Montag, 26. Oktober 2009

Kennst Du noch? Die FRÖSI


Ich habe gedacht, es ist mal wieder Zeit für ein "Kennst Du noch?" und wie der Zufall es will, hat Anne mich ausgerechnet heute nach der FRÖSI gefragt.

Die FRÖSI, damals noch unter ihren langen Namen "Fröhlich sein und singen" erschien erstmalig am 25.06.1953. Sie wurde im Verlag "Junge Welt" hergestellt und war das Pioniermagazin in der DDR. Anfangs wurde sie 6-wöchentlich verlegt, ab 1956 kam sie monatlich an die Kioske.

Mit dem Abonnieren war es nicht so einfach, leider wurden immer zu wenige Exemplare hergestellt. Sicher habe ich dadurch nicht jede Ausgabe während meiner Pionierzeit lesen können, häufig war es aber auf jeden Fall.

Aufgrund ihrer wunderbaren Comic-Figuren Pionier Mäxchen Pfiffig, Atomino, Korbine Früchtchen (die uns immer zum Sammeln von Früchten, Pilzen und Kräutern aufrief) war sie sehr beliebt und wie oben schon erwähnt, nicht immer und überall vorrätig.

Die FRÖSI beinhaltete neben sozialistischen Comics (ich sage immer, bei jedem Buch, bei jedem Film, in der DDR hast Du etwas gelernt, man kam gar nicht dran vorbei, und natürlich vorzugsweise auch über den Sozialismus) u.a. Bastelbögen, Lieder und Rätsel.

Natürlich gabs in der FRÖSI auch einen Weihnachtskalender. Für mich war es ein schönes Magazin, das sich auch im Anspruch deutlich von dem heutigen mit Comics einfach auch überschwemmten Marktangebot unterscheidet.

2002 versuchte das Magazin einen Neuanfang, die Herausgabe wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

Bildnachweis: "Magazin"-Leser erkennen natürlich die Handschrift Werner Klemkes auf dem Titelbild

Unerwünschter Journalismus in Deutschland

Seit vorgestern gibt es auf Youtube ein kurzes Video von der Pressekonferenz A. Merkels zur "Koalition der Kompetenten" (Wortschöpfung von Valli) zu sehen. Das Video ist auch bei Spiegelfechter und in Vallis Blog verlinkt, deshalb erscheint es hier nicht mehr zum direkten Aufruf.

Interessant ist vielmehr was der Veröffentlicher dazu geschrieben hat und das kopiere ich einfach mal hierein.

"Rob Savelberg, Berlin-Korrespondent der niederländischen Tageszeitung "De Telegraaf", spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der schwarz-gelben Koalitionsvereinbarung auf die Rolle von Wolfgang Schäuble bei der CDU-Spendenaffäre von 1999/2000 an, weil dieser ausgerechnet Finanzminister der CDU/CSU/FDP-Koalition werden soll.
Merkel ist sichtlich verärgert, dass da jemand so frech ist, diese alte, noch immer ungeklärte Geschichte um 100.000 verschwundene DM wieder aufzuwärmen, antwortet nur knapp und ignoriert die weiteren Nachfragen des Journalisten.

Ganz großes Lob an den Journalisten (bei dem man die Berufsbezeichnung nicht in Anführungszeichen schreiben muss) - solch beißend sarkastisches Nachbohren ist Merkel sichtlich nicht gewohnt.

UPDATE: Savelberg hat das zu einem Artikel verarbeitet, inkl. Link hierher:

http://www.telegraaf.nl/buitenland/51...

Nochmal meinen allergrößten Respekt, Herr Savelberg - diese Frage habe ich schon vor 4 Jahren vermisst, als Schäuble trotz seiner zweifelhaften Vergangenheit zum Innenminister ernannt worden war.

(Inoffizielle) deutsche Übersetzung des Artikels:
http://www.2muchin4mation.com/merkel-...

Danke auch an Omar (toomuchcookies.net) dafür, dass er persönlich mit Savelberg gesprochen und ihn nach der Reaktion der anderen anwesenden Kollegen gefragt hat, siehe

http://www.toomuchcookies.net/archive...

UPDATE: Download-Links
Vielen Dank!
__________

Info zu dem eingefroren erscheinenden View-Counter:

Der Counter steigt im Moment wegen der hohen Zugriffszahlen sprunghaft, nicht kontinuierlich an, und hängt mehrere Stunden hinterher, die Zugriffszahlen sind also in Wirklichkeit wesentlich höher als durch die Zahl suggeriert wird.
Offizielle Begründung:

http://www.google.com/support/forum/p...

Laut YouTube Insight lag die Zahl der tatsächlichen Views heute Vormittag bei ca. 3000, doch diese Zahl wird auch seit einigen Stunden nicht mehr aktualisiert. Da Spiegelfechter & Co. den Link erst später brachten, dürften wir jetzt bei über 10000 sein."


Danke dem Veröffentlicher steavor.


Sonntag, 25. Oktober 2009

Mir grausts

vor den nächsten vier Jahren.

So sehr viel schlimmer hätte es wohl bei der Verteilung der Ministerposten nicht kommen können. Jung Arbeitsminister, der bisherige Innenfuzzi Schäuble darf jetzt nicht nur mit CDU-Spenden spielen, neee, der macht das jetzt mit unseren Steuergeldern, gelernt ist schließlich gelernt. Von und zu ist am Hindukusch präsent, Brüderle hat es endlich auf einen Ministerposten im Bund geschafft und macht in Wirtschaft. Am besten finde ich ja den Niebel als Entwicklungsminister. Erst wollen die Freien Demokraten dieses Ministerium abschaffen, aber weil sich kein anderer Posten gefunden hat, hatte dieses Ministerium auf einmal wieder Überlebenschancen. Das Grundgesetz möglichst weiter aushebeln darf de Maiziere und das Ende des Solidarprinzips in der GKV wird Rösler einleiten. Zum Vizekanzler und Außenminister schreibe ich wohl besser nichts.

Die komplette Liste der neuen Vortänzer findet sich im Spiegel und auch beim mehrmaligen Hinschauen, sie wird einfach nicht besser.


Mittwoch, 21. Oktober 2009

Es gibt Momente,


da möchte ich Mäuschen spielen. Zur Zeit tagen die drei auf dem Foto allein über die strittigen Punkte Gesundheit und Wirtschaft.

Nur was reden ausgerechnet diese drei Personen...ob das dieses Land wirklich weiterbringt. Ich wage es zu bezweifeln.

Bildnachweis: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2009-10/schwarz-gelb-verhandlungen

Montag, 19. Oktober 2009

4,50 EUR und wir können alle leben


Der alte und sicher neue Ministerpräsident des Saarlandes hat einen genialen Vorschlag gemacht. Nachdem sich die Koalitionäre ja gegen einen gesetzlichen Mindestlohn aussprechen, aber irgendetwas gegen sittenwidrige Löhne schwafeln, hat Peter Müller einen Wert in die Runde geworfen, eben jene 4,50 EUR, unter denen nichts gehen soll. Dieser Mensch entblödet sich tatsächlich nicht, 4,50 EUR in die Runde zu werfen, wohlwissend, daß mit solch einem Lohn kein Mensch in der BRD existieren kann, von leben ganz zu schweigen. Wie tief können Politiker eigentlich sinken und werden immer noch gewählt.

Und dann fällt mir wieder jener Spruch ein "in welcher Welt leben wir eigentlich?". In Europa kann es nicht sein, denn 20 europäische Länder haben seit Jahren einen Mindestlohn, der natürlich je nach Wirtschaftskraft des Landes unterschiedlich ist, der jedoch auch den jeweiligen Landesgegenheiten angepaßt ist. Bei der Böcklerstiftung habe ich eine Aufstellung der Entwicklung der Mindestlöhne gefunden.

Es ist schon erstaunlich, daß Belgien einen Mindestlohn von 8,41 EUR, Frankreich einen von 8,71 EUR und Luxemburg gar einen von 9,49 EUR im Jahr 2009 hat. Wohlbemerkt einen Mindestlohn. Und in allen diesen Ländern wird auch noch produziert, kein Land davon wurde von den eigenen Firmen in Größenordnungen wegen des zu zahlenden Lohnes verlassen. Dieses Schreckgespenst, was uns ja immer erzählt wird, wenn es um einen deutschen Mindestlohn geht, scheint es also in anderen europäischen Ländern nicht zu geben.

Aber statt wirklich über einen solchen Mindestlohn zu debattieren, wie es in Europa seit Jahren gang und gäbe ist, kommt Herr Müller mit den besagten 4,50 EUR. Man muß kein großer Rechner sein, um zu erkennen, daß sich von einem Lohn in dieser Höhe nicht leben läßt, das hat nicht mal etwas mit sittenwidrig zu tun, das ist Sklaverei, die die "Mittelschicht" finanziert.

Mal von den Finanzierern dieser Sklavenlöhne, wie fühlt sich ein Mensch, der eine Vollzeitstelle ausfüllt und mit dem verdienten Geld nicht auf eigenen Füßen stehen kann. Mit Menschenwürde entsprechend Art. 1 GG hat das nichts zu tun.

Bildnachweis: www.mindestlohn.de

Sonntag, 18. Oktober 2009

Das Schiffshebewerk Niederfinow


Heute nachmittag waren wir mal wieder auf den Spuren von Ausflügen in der Kindheit - die Fahrt ging zum Schiffshebewerk nach Niederfinow.

Vor dem Bau des Schiffshebewerk in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Schiffsverkehr ab 1914 über eine Kette von 4 Schleusentreppen geführt, die heute nicht mehr in Betrieb sind. Die Reste der einzelnen Schleusen können aber auch besichtigt werden.

Der Bau des Schiffshebewerkes Niederfinow begann im Jahr 1927 und konnte 1934 beendet werden. Im gleichen Jahr wurde es in Betrieb genommen und ist heute das älteste noch im Betrieb befindliche Senkrechthebewerk. 2007 erhielt es von der Bundesingenieurkammer die Auszeichnung "Historisches Wahrzeichen der Ingenierkunst in Deutschland."

Die Hubhöhe beträgt 36 Meter, das gesamte Bauwerk ist sogar 60 Meter hoch und dominiert seit dieser Zeit das Gebiet zwischen Niederfinow und Liepe. Die Hubdauer selbst beträgt nur 5 Minuten und wir hatten heute nachmittag Glück, es wurden Schiffe gehoben.

Leider sind die Betriebsstunden dieses alten Industriedenkmals gezählt. Zur Zeit entsteht gleich daneben ein neues, modernes und vor allem längeres Schiffshebewerk, das im Jahr 2014 in Betrieb genommen werden soll.

Bildnachweis: J. B. am 18.10.2009




Freitag, 16. Oktober 2009

Simone Frost


Simone Frost ist tot. Das Theater 89, an dem sie seit 1990 engagiert war, teilte heute mit, daß sie bereits am Mittwoch einer Krebserkrankung erlegen ist.

Simone Frost, geb. am 22. April 1958, spielte bis 1989 am Berliner Ensemble und war in einigen Fernsehfilmen und DEFA-Spielfilmen zu sehen.

Vielen in Erinnerung ist sie sicher als Franziska Linkerhand im Film "Unser kurzes Leben", der Verfilmung von Brigitte Reimanns "Franziska Linkerhand".

Am BE habe ich sie meines Wissens nie erlebt, die erste Erinnerung habe ich an den Fernsehfilm "Stine" von 1978. 1976 drehte sie "Die Leiden des jungen Werthers". Später folgten Filme wie "Chirurgus Johann Paul Schroth - Eine Geschichte aus den Anfängen der Charité", "Franziska", "Ab heute erwachsen", "Die Hälfte des Lebens".

Nach dem Verschwinden der DDR drehte sie noch einige Filme, zuletzt war sie in der Serie "Schloß Einstein" auf dem KiKa als Krankenschwester zu sehen.

Und wie beim Tod von Margot Ebert ist Trauer in mir, da geht eine, die ich gern gesehen habe und für die es im hiesigen Fernsehen (auch wegen mangelnder entsprechender Rollen) keinen Ersatz gibt.


Bildnachweis: www.actors-pool.de ©Dieter Jaeger

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Darauf kann Platzeck wohl verzichten


"Eigentlich mochte ich Sie sehr, Sie waren der Deichgraf, als die Oder überlief. Jetzt paktieren Sie mit den Denunzianten. Können Sie noch in den Spiegel schauen? Ich glaube nicht."

Kein Mensch braucht Franz Josef Wagner, Kolumnist der BILD-Zeitung, aber immerhin meinte er, er muß Matthias Platzeck seine nicht mehr vorhandene Wertschätzung mitteilen. Obiges Zitat fand ich heute online bei der Jungen Welt.

Anscheinend ist es sich nicht bis zu Wagner durchgesickert, daß mit 30,8 % für die SPD und 27,2 % für Die Linke ein deutliches Zeichen für eine rot-rote Koalition durch den Wähler gesetzt wurde.

Ich muß bei solchen Sätzen inzwischen mehr als schmunzeln, ist doch Die Linke seit einigen Jahren auf einem derart sozialdemokratischen Weg, daß sie keine Gefahr mehr für die derzeitige Gesellschaftsform darstellt. Aber das muß ein Franz Josef Walter nicht wissen, das wäre zuviel verlangt. Hauptsache, er hat mal wieder etwas Linken-Bashing für seine Leserschaft betrieben.

Bildnachweis: Foto ddp


Es gibt Tage,

die sind auch im Urlaub nur Schei.e! Ehrlich! Heute wollte ich meinen Horizont erweitern und zum ersten Mal einen IKEA besuchen.

Gesagt, getan...die Freude hielt leider nicht lange an. Denn bevor ich richtig im Laden drin war, habe ich mal eben mein gut mit persönlichen Dokumenten und Bargeld und allem, was sich so darin befindet, gefülltes Portemonnaie auf einem Tisch liegenlassen. Grrr, als ich es nach gefühlten 3 Minuten merkte, war es natürlich weg....

Nicht genug, daß es hier seit meiner Ankunft mehr oder weniger ununterbrochen regnet, nun also auch noch ein verlorenes Portemonnaie. :-(.

Montag, 12. Oktober 2009

Ich grüße

mal wieder aus dem Doppeldorf. Wenn die nächsten Tage hier weniger von mir zu lesen ist, dann liegt das an meinem Urlaub.
Ich werde natürlich versuchen, trotzdem den einen oder anderen Beitrag zu schreiben, aber so regelmäßig wird es nicht sein. Urlaub ist schließlich Urlaub.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Noch einmal Lehrer

Daß in meinem Blog kontrovers diskutiert wird, kommt ja so häufig nicht vor. Der Beruf bzw. die Berufung des Lehrers scheint sehr wohlzu unterschiedlichen Meinungen zu führen.
Hier also mal meine unmaßgebliche Meinung.

Mein Traumberuf war der einer Lehrerin, während der Berufsausbildung zum Maschinenbauer mit Abitur unterzog ich mich der damals notwendigen Untersuchung der Stimme, kurz Stimmtest genannt. Ich fiel damals aus alles Wolken, daß ich aufgrund einer ungeeigneten Stimmleistung diesen meinen Beruf nicht erlernen durfte, also eine Studienzulassung nicht bekommen hätte.

Bereits 1990 war ich froh, nicht Lehrerin geworden zu sein. Mein Fächerwunschkombination war Geschichte/Deutsch und naja, ich wäre wohl ziemlich schnell arbeitslos geworden.

Ich finde aber, man kann den Beruf des Lehrers in der DDR nicht mit dem des Lehrers in der BRD vergleichen. In der DDR hatte man keine Klassen mit Schülern, die die deutsche Sprache von Grund auf nicht beherrschen, weil ihre Muttersprache eben eine andere ist. Es gab keine Klassen mit einem 50-prozentigen Anteil von Schülern, die eben nicht oder nur schlecht deutsch sprechen. Von daher sind die heutigen Lehrer vor völlig andere Herausforderungen gestellt, als es z. B. meine Lehrer und damit ja meine Vorbilder waren.
Auch das sollte man bei der Bewertung der Lehrer nicht vergessen, nicht unter den Tisch fallen lassen.

Wie bereits im Beitrag vom 12. Juni 2009 bin ich der Meinung, daß Lehrer auch viel von der Gesellschaft allein gelassen werden und sie eben auch gern mal zu den Buhmännern und -frauen der Nation werden.

Ich jedenfalls habe eine Hochachtung vor jedem Lehrer, der sih mit Freude und mit Engagement jeden Tag vor überfüllte Klassen stellt und seiner Aufgabe, den Kindern Wissen zu vermitteln, nachkommt.

Das jedoch ändert nichts daran, daß ich das System, wie Bildung in diesem Staat organisiert und in Gesetze gepreßt ist, unmöglich finde und der Meinung bin, daß es in diesem gesetzten Rahmen der dreiklassigen Schule im besten Falle zu einer Stagnation, aber keinesfalls zu einer Verbesserung kommen kann.