Donnerstag, 30. April 2009

Ich wünsche allen meinen Lesern

einen schönen Maifeiertag.



Das Plakat von 1929 habe ich im Gedenken an die Opfer des Berliner Blutmai vor 80 Jahren ausgesucht.

Dienstag, 28. April 2009

Immer diese Drohungen...


"Diejenigen, die das Unrecht von SED und Stasi leugnen, dürfen in Zukunft nicht mehr ungeschoren davon kommen"

Das sagt Frau Dorothee Bär, geboren 1978 in Bamberg und CSU-Politikerin. Schon wieder so eine Unrechtsexpertin. Aber vielleicht hat sie ja vorher mit Petra Pau telefoniert, die Pionierleiterin a. D. springt ihr, wenn sie nicht gerade am Entschuldigen ist, sicher bei.


  • Ich leugne nicht das Unrecht, daß das Kapital 40 Jahre im Osten Deutschlands, in der DDR, keine Chance hatte.
  • Ich leugne nicht, daß es in der DDR die Diktatur des Proletariats war, wäre auch blöd, war ja Staatsdoktrin.
  • Wie käme ich dazu, das Unrecht zu leugnen, daß über die Verfassung der DDR 1968 in einem Volksentscheid abgestimmt wurde, fiele mir im Leben nicht ein.
  • Ich leugne nicht das Unrecht, daß das Ministerium für Staatssicherheit viele gute Kundschafter hatte, die mit ihrer Arbeit dazu beigetragen haben, 40 Jahre lang in Europa den Frieden zu bewahren.
  • Ich würde nie das Unrecht leugnen, daß Mütter in der DDR arbeiten konnten, weil ihre Kinder während dieser Zeit unentgeltlich zwangsgetopft wurden. Unrechterweise mußte das Essengeld, das die armen Kleinen, meine Person eingeschlossen, verbrauchten, natürlich subventioniert, bezahlt werden.
  • Im Leben fällt mir nicht ein zu vergessen, daß jedem Schüler nach abgeschlossener Schulausbildung ein Lehrplatz zur Verfügung stand. Da kann ich nur sagen, elementares Unrecht.
  • Das Unrecht, daß in der DDR jedem Bürger ein Recht auf Arbeit zustand, wie verwerflich im Gegensatz zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, auch das leugne ich nicht.
  • Und wie war das mit dem Gesundheitswesen? Da war es das Unrecht von nur einer Krankenkasse, tut mir leid, das war wirkliches Unrecht.
Und so könnte ich die Liste fortführen, so ziemlich in jeden gesellschaftlichen Bereich rein. Unrecht über Unrecht, nein, das will ich nicht, das werde ich nicht vergessen.


Unser aller Gebührenfinanziertes


Was bin ich doch froh, daß wir die ARD und das ZDF haben. Immer werde ich neutral, parteiunabhängig und allumfassend informiert. In besonderer Erinnerung, weil noch nicht ganz so lange her, bleiben natürlich das hervorragende Interview, welches der Rußlandexperte Thomas Roth mit Wladimir Putin zusammengeschnitten hat, die ausgewogene Berichterstattung im Vorfeld der olympischen Spiele von Bejing und natürlich die völlig unvoreingenommene Dokumentation der Ereignisse in Südossetien/Georgien. All das verdient meinen uneingeschränkten Beifall und da sehe ich doch meine Gebühren bestens eingesetzt.

So auch bei Anne Wills Sonntagssendung. Da ging es doch mal wieder um meine Unrechtsheimat. Leider habe ich diesen Beitrag nicht gesehen, denn das Gestammel von Thierse zwang mich einfach zum Weiterzappen. Heute habe ich mir denn mal die Zusammensetzung der Gesprächsrunde genauer angeschaut: Also Wolfgang Thierse, geb. in Breslau, aufgewachsen in Eisfeld; Wolfgang Schäuble, geboren im Breisgau; Ulrich Maurer, geb. in Stuttgart und natürlich der selbsternannte DDR-Experte und damit für eine solche Gesprächsrunde prädestinierte sowie in Unna geborene Hubertus Knabe.

Ich bedanke mich bei Frau Will, daß sie ihre Gesprächspartner wohl vor allem nach ihrem Heimatort in der Nicht-DDR eingeladen hat und somit für eine kompetente Sendung sorgte.

Gleich noch ein Programmhinweis: Wer heute die Vorzüge des öffentlich-rechtlichen Fernsehens genießen möchte, schaue doch mal rein in "DDR - geheim" um 20.45 Uhr beim mdr.


Montag, 27. April 2009

Meine Erwartungen an Bundestagsabgeordnete,


das durfte ich heute erfahren, sind doch sehr verschieden von denen der Partei, der ich bisher immer meine Stimme gegeben habe.

Am Wochenende wurde in Hessen und Sachsen-Anhalt um die aussichtsreichen Listenplätze der Partei Die Linke gekämpft.
U. a. bewarb sich die jetzige Bundestags-abgeordnete Elke Reinke aus Aschersleben um den 5., diesen wohl letzten sicheren Platz auf der Landesliste Sachsen-Anhalt.

Nein, sie hat ihn nicht bekommen, jemand anderes hat mehr Stimmen ergattert.
Pikant finde ich allerdings die Begründung, warum Elke Reinke auch nicht für diesen Platz vom Landesvorstand vorgeschlagen wurde.

Zitat junge Welt vom 27.04.2009:

"...Markus Höhn griff auf dem Treffen Reinke und ihre Unterstützer scharf an. Unter anderm warf er ihr erneut 'mangelnde Kooperation mit dem Landesvorstand' vor. Zudem bekräftigte er, Reinke habe sich zu einseitig für die Betroffenen von Sozial- und Arbeitsplatzabbau eingesetzt."

Das muß Frau sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Ich dummes Wählervolk erwarte nämlich ziemlich genau das von einem Abgeordneten der Partei Die Linke. Aber da bin ich wohl auf dem Holzweg.

Samstag, 25. April 2009

Ein alter Vorschlag 20 Jahre später, genauso bescheuert!

Vor ein paar Tagen hat Heribert Prantl in der Süddeutschen einen alten Vorschlag von Lothar de Maizière aus dem Jahr 1990 aufgegriffen.

Man könnte doch der Bundesrepublik Deutschland (Prantl schrieb Deutschland, aber 60 Jahre alt wird nicht Deutschland, sondern die BRD, soviel Zeit muß sein!) zum 60. Geburtstag (dessen genaues Datum niemand wirklich kennt, einen Nationalfeiertag in diesem Staat gibt es jedenfalls nicht, da die BRD ja nicht am 03.10.1990 gegründet wurde) eine zweite Strophe zur Nationalhymne schenken. Hervorragend würde sich die 1. Strophe DDR-Hymne eignen, da sie sich so klasse zur Melodie der Kaiserhymne singen ließe. Vor allem wäre es doch so ein unpolitischer Text...schlaf weiter, Prantl! In der Hymne stand nichts von zurück in den Kapitalismus, sondern "...und der Zukunft zugewandt". Ist natürlich für ewig Gestrige als politisch nicht zu erkennen. Und wenn Becher von "alter Not schreibt, dann war auch das hochpolitisch.

Zur Erinnerung hier der Text der DDR-Hymne:

1. Strophe

Auferstanden aus Ruinen
Und der Zukunft zugewandt,
Lass uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen,
Und wir zwingen sie vereint,
Denn es muss uns doch gelingen,
Dass die Sonne schön wie nie
|: Über Deutschland scheint. :|

2. Strophe

Glück und Frieden sei beschieden
Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
Reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
Schlagen wir des Volkes Feind!
Lasst das Licht des Friedens scheinen,
Dass nie eine Mutter mehr
|: Ihren Sohn beweint. :|

3. Strophe

Lasst uns pflügen, lasst uns bauen,
Lernt und schafft wie nie zuvor,
Und der eignen Kraft vertrauend,
Steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben
Unsres Volks in dir vereint,
Wirst du Deutschlands neues Leben,
Und die Sonne schön wie nie
|: Über Deutschland scheint. :|


Wer sie auch noch gern hören möchte, kann das gern auf youtube tun.

So schön dieses Lied von Joannes R. Becher und Hanns Eisler ist, es paßt inhaltlich weder zur Innen- noch zur Außenpolitik dieses Staates, der im Staatenverbund der NATO es für richtig hält, Krieg in die Welt zu tragen und es würde sich mir mehr als der Magen umdrehen, sollte jemand diese dämliche Idee, anders als 1990, aufgreifen. Das hätten weder Johannes R. Becher noch der Staat, der sich 40 Jahre lang die Erhaltung des Friedens auf die Fahnen geschrieben hat, verdient.


Freitag, 24. April 2009

Fehlende Unterstützung? Zum Glück!!!

Herr Jung, seines Zeichens VERTEIDIGUNGsminister, wünscht sich mehr Unterstützung für seine Soldaten im Kriegseinsatz.

Manchmal stelle ich mir die ketzerische Frage: Was würden wir eigentlich dazu sagen, wenn irgendwer aus der weiten weiten Welt meinen würde, sein Heimatland mitten im Harz, in Hessen oder irgendwo in der BRD verteidigen zu müssen.

Dienstag, 21. April 2009

Ich bin wohl zu doof


Heute früh konnte ich an keiner Zeitung (mit Ausnahme der jW) vorbeikommen, ohne das mir das Wort "Eklat" entgegensprang. Daß damit die Rede von Ahmadinejad gemeint sein mußte, okay, das war mir klar. Ist doch der Mann zum großen Teil dafür verantwortlich, daß Deutschland gehorsamerweise die UN-Konferenz in Genf boykottiert. Mit ihr noch weitere 8 Staaten, an der Spitze Israel und die USA.

Nun bin ich seit der Amselfeldrede Milosevics 1989 und deren Übersetzung sehr mißtrauisch geworden, was solche Allgemeinplätze angeht. Was tun, mal eben googlen nach einer Übersetzung im Internet. Aber Pustekuchen, außer "Eklat" kommt da auch wenig, vielleicht auf der 25. Seite, okay, bis dahin habe ich nicht gesucht.

Einen Blog habe ich gefunden, aber der bringt auch nur drei Sätze. Daß Irans Präsident nicht der größte Freund Israels ist,wissen wir ja alle, aber zumindest diese Sätze rechtfertigen wohl kaum den gesamtmedialen deutschen Aufschrei und sorry, erst recht keinen deutschen Boykott.

Nachtrag: 21.11 Uhr die morgige Junge Welt bringt die Knut Mellenthins Übersetzung von Auszügen der Rede.


Montag, 20. April 2009

Wahlprogramme

haben natürlich zur Zeit Hochkonjunktur, ob für die Europawahl, die Bundestagswahl und die Landtagswahlen, von denen es in diesem Jahr bekanntlich auch einige gibt.

Die SPD hat ihr Wahlprogramm am Wochenende in Berlin vorgestellt und angesichts aller Erfahrungen kann man es auch gleich wieder vergessen. Die SPD zeichnet sich seit mehreren Bundestagswahlen vor allem dadurch aus, daß nach der erfolgreichen Wahlen niemand mehr ins Wahlprogramm schaut, das wäre nämlich unbequem, nun auch die sozialen Forderungen durchzusetzen.

Was wird denn diesmal serviert: 300,00 EUR für jeden einzelnen Bürger, 600,00 EUR für jedes Ehepaar beim Verzicht auf eine Lohnsteuererklärung, eine höhere Reichensteuer, die vorgeschlagene Wiedereinführung der Vermögenssteuer scheiterte, wie kann es anders sein, an der eher neoliberalen Parteiführung. Da hat eine Andrea Nahles nicht sehr viel zu sagen. Dafür soll es eine Börsenumsatzsteuer geben, der Eingangssteuersatz soll von 14 auf 10 Prozent sinken, der Höchststeuersatz, den die SPD auf in der Schröderära gesenkt hat, darf jetzt wieder auf 47 Prozent steigen. Achja und endlich soll ein bundesweiter Mindestlohn her. Erinnern wir uns, das war schon einmal Thema und wurde vergessen, dann hat die LINKE diesen Vorschlag aufgegriffen, aber mit der LINKEN zu stimmen, nein das ging nicht und geht auch bis mindestens 2013 nicht.

Klingt ganz schön, aber nicht ehrlich und in der jW von heute wird eine interessante Frage aufgeworfen. Wer eigentlich braucht diese Partei noch, ein bißchen Mitte für den Seeheimer Kreis macht unser Merkel mit und nachdem die LINKE in der BRD wunderbar angekommen ist, kann sie den sozialen Teil übernehmen.

Fazit für mich: Für eine Wahl sind Wahlprogramme nicht wirklich ausschlaggebend
.

Mittwoch, 15. April 2009

Eva Lippold - heute


wäre ihr hundertster Geburtstag. Nicht bekannt? Vielleicht hilft der Film "Die Verlobte" mit Jutta Wachowiak in der Hauprolle von 1980 auf die Sprünge. Ich kann keine Wertung abgeben, mich sprach er genauso an wie "Die erste Reihe - Bilder vom Berliner Widerstand", wie "Nackt unter Wölfen", wie "Sterne" oder "17 Augenblicke des Frühlings". Auf jeden Fall war es ein sehr bedrückender und doch einfühlsamer Film, der leider bisher nicht auf DVD erschienen ist.

Eva Lippold, geboren am 15.04.1909, trat 1927 der KPD bei und arbeitete in der Redaktion der kommunistischen Zeitung "Tribüne".

Im Jahr 1933 ging sie in die Illegalität, um den Widerstandkampf gegen den Hitlerfaschismus zu unterstützen. So war sie Kurier für die Rote Hilfe, bis sie 1935 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 9 Jahren Haft verurteilt wurde. Für die damalige Zeit ein sehr hartes Urteil gegen eine Frau, das erste Todesurteil im faschistischen Deutschland wegen genau dieses Vorwurfes wurde im Jahr 1937 gegen Liselotte Herrmann ausgesprochen.

Eva Lippold wurde 1943 aus dem Zuchthaus entlassen und nahm in der Zwangsarbeit den Widerstand wieder auf. Erneut verraten, erlebte sie nur durch viel Glück das Kriegsende und die Befreiung vom Hitlerfaschismus. Ihr Freund Hermann Danz wurde noch am 5. Februar 1945 hingerichtet. Sein Abschiedsbrief an Eva Lippold findet sich in"Deutsche Widerstandskämpfer 1933 - 1945 Band 1" Dietz Verlag Berlin 1970.

Erst spät entschloß sich Eva Lippold ihre Erlebnisse, ihren Widerstand literarisch zu verarbeiten. "Haus der schweren Tore" und "Leben, wo gestorben wird" sind die Vorlagen für den erfolgreichen Film "Die Verlobte". Der Film errang 1981 auf dem Filmfestival in Sydney den 1. Preis und auf dem XXIII. Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary 1980 das Prädikat "Besonders wertvoll".


Dienstag, 14. April 2009

Der Münte nun wieder

Wenn nicht alles an Politikern mit der Krise beschäftigt ist, kommt das zweite große Thema in diesem Jahr dran... ab und zu muß man schließlich auch an den September und die Bundestagswahl denken.

Deshalb scheint der Münte über Ostern in sich gegangen sein und hat festgestellt, wir brauchen eine neue Verfassung. Wenn ich recht rechne, ist die SPD seit fast 11 Jahren ununterbrochen in der Regierungsverantwortung. Da sollte eigentlich die Zeit ausgereicht haben, um ein solches Vorhaben in Angriff zu nehmen, wenn man es denn wirklich wollte.

Also sind leichte bis mittelschwere Zweifel angebracht. Bisher war die SPD ja auch erfolgreich damit beschäftigt, den Neoliberalismus zu unterstützen. Hartz IV und andere unsoziale Neuigkeiten der letzten Regierungsjahre zeugen davon.

Warum dieser Gedanke jetzt? Die SPD war 2005 in den neuen Bundesländern die stärkste Kraft und das ist in diesem Jahr sehr in Gefahr. Die CDU ist lt. letzter Sonntagsfrage an ihr vorbeigezogen, die Linke liegt nur einen Prozentpunkt hinter ihr. Es droht der Abrutsch gar auf den 3. Platz. Sich darauf zu verlassen, daß es ihr die Linke leicht macht, ist Müntes Sache nicht.

Im Westen unserer Republik wird die Forderung nach einer neuen Verfassung die Wähler nicht in die SPD-Arme treiben, warum auch. Hier sind die Menschen mit dem Grundgesetz aufgewachsen und wir wollen uns nichts vormachen, die überwiegende Mehrheit auch nicht unglücklich damit.

Bleiben also die ostdeutschen Pfründe, die es zu sichern und wieder auszubauen gilt. Und hier haben viele Menschen es satt bekommen, sich, wenn sie nicht gerade Angela Merkel heißen, ständig dafür zu entschuldigen, daß das Kapital 40 Jahre keine Chance hatte, daß sie in Parteien oder Massenorganisationen organisiert waren und sie sich immer noch als Menschen 2. Klasse fühlen. Eltern erzählen ihren Kindern auch keine Gruselmärchen über das kleine arme Land mehr, die Vergleiche fallen, nachdem sich die soziale Marktwirtschaft komplett verabschiedet hat, nicht mehr negativ aus.

Also muß was neues her, womit man die Ostdeutschen ködern kann - warum dann nicht eine neue Verfassung, die dann allerdings auch 20 Jahre überfällig wäre.
Wir sollten nur eines nicht vergessen, vor den letzten Bundestagswahlen im Wahlkampf tönte die SPD, daß eine Mehrwertsteuer mit ihr nicht zu machen sei, ich hoffe, es wissen noch sehr viele, wie hoch die Mehrwertsteuer vor den Wahlen 2005 war.


Montag, 13. April 2009

Osterpredigt


"Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. "

Dieses Zitat ist bekanntlich von Marx und damit der letzte Satz seine Gültigkeit behält, hat der römisch-katholische Bischof Walter Mixa mal wieder ordentlich vom Leder gezogen.

"Die Unmenschlichkeit des praktizierten Atheismus haben im vergangenen Jahrhundert die gottlosen Regime des Nationalsozialismus und des Kommunismus mit ihren Straflagern, ihrer Geheimpolizei und ihren Massenmorden in grausamer Weise bewiesen" wird der Militärbischof in der Welt und der Süddeutschen Zeitung zitiert, wohlwissend, daß zumindest der Faschismus so gottlos nicht war, sondern nur die schweigende Unwilligkeit des damaligen Heiligen Vaters Pius XII. dem Faschismus gegenüber hervorgerufen hat.

Dafür hat dann der Vatikan aktiv die Flucht von Faschisten nach Südamerika über den Römischen Weg bzw. die Rattenlinie unterstützt.
Von der Geschichte, den Kreuzzügen, der Hexenverbrennung - alles im Namen Gottes - will ich gar nicht sprechen.

Sieht der Bischof die Macht der Kirche in Deutschland und Europa gefährdet? Seit Jahren nimmt die Zahl der Gläubigen vor allem in Afrika zu, allerdings hat Benedikt XVI. auch gleich für eine zukünftige Reduzierung gesorgt, indem er seinen neuen "Untertanen" den Gebrauch von Kondomen zum Schutz vor Aids untersagte. Sterben im Namen Gottes - menschlich und der Himmel auf Erden?

Es sind für nicht mal 4 Monate des Jahres 2009 schon ziemlich viele Fettnäpfchen, in die Vertreter der römisch-katholischen Kirche getreten sind.


Bildnachweis: Bischöfliche Pressestelle Bistum Augsburg (IBA)

Sonntag, 12. April 2009

Nur eine kleine Unterlassungssünde

video

Bemerkenswert, am 27.01.2009 zeigte der MDR einen Film des DDR-Fernsehens über den Kampf deutscher Kommunisten gegen den Hitlerfaschismus aus dem Jahr 1987. Ich will ja auch gar nicht meckern, daß der 27. Januar dieses Jahr auf einen Wochentag fiel und die Sendezeit 23.05 Uhr sicherlich als die Primetime schlechthin gilt, aber eine Kleinigkeit gäbe es da doch.
Irgend jemandem war der Film in seiner Gänze von 1987 noch in Erinnerung und fand glatt: hier stimmt nicht alles, irgendetwas fehlt mir da.

Achja, im MDR-Beginn nicht ganz zuzuordnen: der Film beginnt in der Neuen Wache Berlin, die damals noch "Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus" hieß. Im Krieg wurde die Neue Wache völlig zerstört und bis 1960 wieder restauriert.

Anläßlich des 20. Jahrestages der DDR wurde infolge einer Umgestaltung die ewige Flamme in einem Glasprisma errichtet und gleichzeitig die sterblichen Überreste eines KZ-Häftlings und eines unbekannten Soldaten dort beigesetzt.


video

Im Originalbeginn des Filmes "Die Erste Reihe - Bilder vom Berliner Widerstand" ist das aber ganz deutlich zu sehen. Warum nur hat der MDR diese 30 Sekunden geschnitten. Sind jetzt schon lachende Jugendliche der DDR gefährlich? Naja, an dem eng gedrängten Nachtprogramm kann es wohl nicht gelegen haben, daß man auf das Originalintro verzichtete.

Natürlich wurde die Gedenkstätte inzwischen umbenannt in "Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft". Das Wort Faschismus erfreut sich keiner großen Beliebtheit und unter "Gewaltherrschaft" kann schließlich jeder verstehen, was er möchte.


Samstag, 11. April 2009

Tja, doch nur die Mogelpackung

Die Lichtgestalt hat sich ziemlich schnell verzogen, noch keine 3 Monate ist der "Change-Man" im Präsidentenamt, und von Change keine Spur. Gut, aber das war wohl auch nicht zu erwarten.

83 Milliarden Dollar zusätzlich, ein für Otto Normalbürger schier unvorstellbarer Wert, verlangt Barack Omama für Militäreinsätze bzw. nennen wir es beim richtigen Namen für die Kriege der USA.

In Afghanistan läuft es nicht ganz so geschmiert, auch die Drohneneinsätze gegen Pakistan müssen finanziert werden, auch der Irak kostet eben nach wie vor Geld, aber sollten denn dort die Soldaten nicht ganz schnell abgezogen werden? Jetzt heißt es schnellstmöglich, na so bald ist das eher nicht.

Ach und ein paar Groschen bekommt auch die Palästinenensische Autonomiebehörde, einerseite für humanitäre Hilfe (was immer sich der Weltgendarm darunter vorstellt), aber natürlich darf das Geld auch für die Bekämpfung der Hamas verwendet werden.

Wer wirklich daran gedacht bzw. geglaubt hat, der schwarze Mann in Washington ändere etwas, der hat Kapitalimus und Imperialismus noch nicht begriffen. Kapitalismus beugt sich keiner politischen Macht, nein, er führt sie aus.

Parlamentarische Demokratie heißt das Mäntelchen, das diese Macht verschleiert und dem gemeinen Volk vorspielt, es sei frei. Frei allerdings nur solange, we es an den angeblich gottgegebenen Besitzverhältnissen nichts ändern will. Gena darin liegt der Knackpunkt, etwas an den Besitzverhältnissen will auch Barack Obama nicht ändern. Deshalb durfte er Präsident der USA werden. Und er dankt es schnell, mit neuen Rüstungsaufträgen.

Freitag, 10. April 2009

Allen Mitlesern


ein wunderschönes Osterfest,

schöne bunte Ostereier

und schöne Stunden in der Natur bei einem Osterspaziergang.


Dienstag, 7. April 2009

Für friedliebende Menschen ein Hohn

"In schwieriger Zeit hast Du Dich mutig für den
Weg des Friedens entschieden.
Wie sehr unser Land in der Welt davon davon profitiert,
erlebe ich als Außenminister heute jeden Tag."

Zitat des Tages in der jW vom 07.04.2009

Dieser Satz stammt von Frank-Walter Steinmeier und ist unserem Kriegskanzler Gerhard Schröder zu seinem 65. Geburtstag gewidmet, der zwar offiziell die Teilnahme deutscher Soldaten am Irakkrieg verhindert hat, ansonsten hat Deutschland sehr wohl an diesem Krieg als Helfer teilgenommen. Die Überflugrechte für die USA nicht beschnitten und deutsche Geheimdienste haben für die USA Ziele im Irak ausspioniert.

Seine friedliche Unschuld hat Schröder aber bekanntlich schon 1999 verloren, als aus herausragendem Engagement der deutschen rot-grünen Koalition Serbien durch die NATO bombardiert wurde, weil es wagte, sich westlichem Diktat zu widersetzen. Besonders schändlich die Vorbereitung, aufgebaut auf Lügen und dem infamen Vergleich der restjugoslawischen Situation mit Ausschwitz.

Unter Schröder ist etwas gelungen, wovor jede noch so konservative Regierung der BRD zurückgeschreckt hat, einen Angriffskrieg in Europa zu führen, der dem Völkerrecht widerspricht und der dazu der 3. Angriff deutscher Soldaten in einem Jahrhundert auf Serbien darstellte...gut Frieden gehalten, kann ich dazu nur sagen.

Und noch eine achso friedliche Entscheidung unter der Kanzlerschaft Schröders, mit dem Mandat vom 24. Oktober 2003 wurde der Einmarsch deutscher Truppen in Afghanistan legalisiert, wieder ein Krieg, der bis heute viele unschuldige Menschenleben gekostet hat. Auch deutsche Soldaten bezahlten diesen Einsatz mit ihrem Leben, angeblich um Deutschland am Hindukusch zu verteidigen. Aber ebenso wie in Jugoslawien geht es nicht um hehre Ziele, sondern nur um die Ausweitung des Machtbereiches der "westlich freiheitlich und demokratischen Grundordnung", wenn es sein muß, wird sie eben herbeigebombt. Auf Kollateralschäden kann bei solcher humanistischen Aufgabe keine Rücksicht genommen werden.

Ob im Irak, in Serbien, in Afghanistan, wird es als nächstes den Iran oder Nordkorea treffen, seit Schröder 1998 Kanzler wurde, ist Deutschland an vorderster Front dabei. Herzlichen Glückwunsch!

Donnerstag, 2. April 2009

Es wird anscheinend Mode

Vorgeschichte:

Gestern war bei uns im Casino der Kassencomputer kurzzeitig nicht abkassierfähig, wir durften unsere Kaffees, Eis und andere Kleinigkeiten erstmal mitnehmen, mit dem Hinweis, es später zu bezahlen.
Natürlich hat jeder von uns 5 Kollegen beim Verlassen des Casinos seine Ware bezahlt, wäre ja auch noch schöner.


Dann der heutige Dialog:

Wir stehen wieder am Kaffeeautomaten, ich sage noch spaßig zu meinem Kollegen: "Haste gestern noch bezahlt, wobei bei Deinem Kaffee wäre das nicht mal ins Gewicht gefallen." Ich dachte, ich höre nicht richtig, als er zu mir sagt: "Klar und sei nicht böse, lustig ist das gar nicht, meine Frau hat am Montag die fristlose Kündigung bekommen, sie soll ein Brötchen unterschlagen haben."

Auf mein Nachfragen bestätigte er meinen Verdacht, ja, seine Frau wäre in der Personalvertretung und außerdem in der Gewerkschaft organisiert.

Stellt sich mir doch glatt die Frage, macht das Beispiel der Kassiererin "Emmely" bei Kaiser's in Berlin langsam Schule, klauen seit kurzem alle Personalvertretungsmitglieder ihren Arbeitgebern Pfandbons, Brotaufstrich oder Brötchen? Drei Fälle in so kurzer Zeit, von denen allein ich weiß????

Leider mußte ich beim nachherigen Tischgespräch feststellen, daß 2 Kollegen den Fall nicht kannten, der Begriff "Verdachtskündigung" völlig unbekannt war. Hier besteht wohl bei sehr vielen, nicht nur meinen Kollegen dringender Aufklärungsbedarf, gerade in Zeiten, in denen Arbeitsplätze derart unsicher sind wie jetzt.

Schlußfolgerung des Mittagstisches: das unbedarfte Nehmen eines Betriebs-Briefumschlages für einen privaten Brief ist Geschichte. Man(n) bzw. Frau weiß ja nie.

Mittwoch, 1. April 2009

Kann ja mal vorkommen


vor allem in Hessen. Ihr wißt schon, das ist das Bundesland, im dem immer vier Abgeordnete nicht das tun, was sie eigentlich sollten.

Das ist das Bundesland, in dem das Opelstammwerk in Rüsselsheim mal eben seine Patente General Motors überschreibt, um dann für die Nutzung eben dieser ureigensten Patente brav an den großen Bruder zu löhnen. Tja so ist das in Hessen, der Volksmund sagt, zu "grünen" Zeiten, also als der Joschka noch pazifistisch war und in Turnschuhen in den Wiesbadener Landtag einzog, konnte man dort mit Sport und Religion das Abi machen. Und was heute noch Mainzer machen, wenn sie in ihrer Stadt das Abi nicht bestehen, könnt Ihr Euch sicher denken. Schließlich ist Wiesbaden nicht wirklich weit weg.

Aber nun wird dort alles besser, die Bildung hat nämlich jetzt die FDP übernommen. Das ist ja im Moment die Partei für jeden und jedes.

Nur mit Mathe hats sie es wohl nicht wirklich. Nach den kleinen Pannen in den Abiprüfungen Französisch, Physik und Informatik war am Freitag Mathe dran. So ganz gut ists nicht gelaufen, denn wieder schlug der Fehlerteufel zu und so dürfen 15.000 Abiturienten am 30.04. das Matheabitur wiederholen, weil sie das Pech hatten, an Schulen zu sein, in denen die Fehler nicht rechtzeitig behoben wurden.


"Die Fehler

    • Im Mathe-Grundkurs fehlte bei einer "Integrationsvariablen x" ein Minuszeichen.
    • Eine Teilaufgabe lautete: "Skizzieren Sie die Parabel p mit p(x) = und die Hyperbel h mit h(x) = in Material 1". Hinter den Gleichheitszeichen fehlte jeweils ein y.
    • Eine unvollständig formulierte Teilaufgabe forderte: "Stellen Sie die Zusammenhänge in einer Vierfeldertafel dar und füllen Sie diese vollständig aus".
    • In der Französisch-Prüfung fehlte im Text bei einem Wort ein Akzent. Der Satzteil lautete: "... on dormait n'importe où".
    • In Physik und Informatik mussten Sätze in der Aufgabenstellung ergänzt werden"
Irgendwo hatte ich in diesem Zusammenhang die Frage gelesen: "Wer testet eigentlich die (Prüfungs)Tester." Na, in Hessen offensichtlich niemand.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, ganz allein liegt die Verantwortung nicht bei der jetzigen hessischen Kultusministerin von der FDP, denn die Aufgaben wurden bis November 2008 erarbeitet und da hatte noch die CDU den Hut auf.