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Dienstag, 29. Mai 2012

Die Spaziergängerin

Wenn immer ich mit Romy Schneider konfrontiert werde, steht mir ihr letzter Film "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" vor Augen. Gesehen habe ich ihn meiner Erinnerung zufolge erst nach ihrem Tod, der sich heute vom 30. Mal jährt. 1982 wurde er an einem der Weihnachtsfeiertage im Abendprogramm des Fernsehens gezeigt.
Das Bild nebendran zeigt für mich eine absolut berührende Szene, die sicherlich dadurch so authentisch rüberkommt, daß sie, die gerade ihren Sohn durch einen Unfall verloren hat, einem kleinen Jungen beim Geigespielen zuschaut und -hört. 
Ich kann nicht viele Worte machen, ich kann auch kaum ihr Schaffen als Darstellerin in solchen Filmen wie "Das alte Gewähr", "Die Dinge des Lebens", "Der Kommissar und das Mädchen", um nur einige zu nennen, einschätzen, das können andere viel besser. Ich kann nur sagen, ich habe sie unheimlich gern gesehen und war bei der Nachricht von ihrem Tod wohl so erschüttert, wie man es sein kann, wenn ein Mensch geht, den man gar nicht kennt, der einem in bestimmten Situationen trotzdem nahe ist.

Es muß 1989 gewesen sein, als ein Bildband von Romy Schneider veröffentlicht wurde. Er wurde auch in der DDR verlegt, kostete (ich hoffe, ich sage nichts falsches) 58,00 Mark der DDR und war damit exorbitant teuer. Trotzdem so schnell vergriffen, daß ich es eben nicht erstehen konnte. In der Bibliothek mußte ich lange auf diesen Bildband warten, bis ich ihn endlich in meinen Händen hielt.

Ja, die Sissi-Filme gehören zu Romy Schneider, aber sie sind eben nur der Beginn einer Schauspielerkarriere, die wohl auch heute noch ihres gleichen sucht. Dabei sollte man nicht vergessen, Romy Schneider wurde nur 43 Jahre alt. Wieviel hätte sie uns noch zu geben gehabt. Danke Romy.

Bildnachweis: Szenenfoto aus dem Film "Die Spaziergängerin von Sans-Souci"


Mittwoch, 4. April 2012

Jeden Monat wieder

warte ich auf den RotFuchs. Im März hatte er sich ziemlich verspätet, jetzt war er schon am 2. April in meinem Briefkasten.
Daß Archie so ziemlich das erste ist, was ich in jedem neuen Heft lese, hatte ich schon erwähnt. Seit mehreren Monaten blättere ich allerdings zuerst die Zeitschrift sehr neugierig durch, ob ein neuer Beitrag von Cornelia Noack abgedruckt ist. In diesem Monat sind es sogar zwei, der erste würdigt das Schaffen von Käthe Kollwitz. Käthe Kollwitz, natürlich sind ihre Zeichnungen, ihre Plastiken ein Begriff, hat man sie vor Augen, aber sonst? Auf einmal machte es Klick, da war doch ein Begriff, ein Name, der fremdländisch klang und der in irgendeinem Buch über Käthe Kollwitz stand. Lang mußte es her sein, daß ich es gelesen hatte, außer dem Namen "Tintarolo" könnte ich heute nichts mehr über den Inhalt sagen.

Das ist das Schöne am Internet, ich konnte einfach googlen und siehe da, das Buch selbst heißt sogar "Tintarolo", ist von Brigitte Birnbaum und enthält Zeichnungen von der Künstlerin. Das Buch erschien im Kinderbuchverlag Berlin. Vor ca. 25 Jahren Jahren wäre ich wohl einfach in eine Bibliothek, sogar in eine Kinderbibliothek gegangen, um mir dieses Buch einfach auszuleihen und noch einmal zu lesen.
Heute ist das wohl leider kein Weg mehr, um in solchen Büchern nochmal nachzulesen.

"Cornelias kleine DDR" ist der zweite Artikel, eigentlich eine Serie, erschien im aktuellen Rotfuchs die fünfte Folge. Und ist die ca. 8 - 9 Jahre ältere, in Eisenhüttenstadt ausgewachsene Autorin, mir in ihren 4 vorangegangenen Episoden schon nahe gewesen, so fühlte ich mich diesmal direkt in die 9. und 10. Klasse meiner eigenen Schulzeit versetzt. So viele Gemeinsamkeiten sind mir aufgefallen, auch wenn ich um meine Berufsausbildung mit Abitur bis zum 1. Schultag des letzten Schuljahres bibbern mußte und ich bereits in der 7. Klasse Polytechnik kennengelernt habe. Herrlich war es , mal wieder den Begriff "Vornote" zu lesen, wie lange ist das schon her, daß ich mir darum Gedanken machen mußte. Ein herzliches Dankeschön dafür!


Sonntag, 1. April 2012

Ein frisches Lied für diesen Sonntag


Irgendwie paßt es zu diesem schönen Sonntag.

Über die Entstehung des Liedes kann ich nur mutmaßen. Ich denke mir, es ist in Vorbereitung der XVII. Weltfestspiele, die ja eigentlich 2009 in Minsk stattfinden sollten, entstanden. Vor den X. Weltfestspielen in Berlin wurden ja schließlich auch wunderschöne Lieder geschrieben. Wer erinnert sich nicht an "Leuchte, mein Stern" oder "Ja, ja wir treffen uns auf jeden Fall".

Leider hat Belarus seine Zusage für die Weltfestspiele zurückgezogen, so daß sie 2010 dann in Süfafrika stattfanden. Das Lied jedoch ist immer wieder hörenswert.

Vielleicht gibts ja auch eine ganz andere Entstehungsgeschichte und jemand kennt sie?


Montag, 12. März 2012

Programmhinweis


Meist werden wir ja von den öffentlich-rechtlichen und noch weniger von den privaten Fernsehsendern mit niveauvollem Programm verwöhnt.

Deshalb für heute abend ein kleiner Tip, arte zeigt den Konrad-Wolf-Film "Sonnensucher", der sich mit der SDAG Wismut und dem Uranabbau in der jungen DDR auseinandersetzt. 1958 gedreht, wurde er 1972 veröffentlicht. Ich kann mich nur dunkel daran entsinnen, ihn gesehen zu haben... also ists Zeit für eine Auffrischung der Erinnerung, zumal ich neben dem Interesse für den Inhalt auch Geschonnenk, Simon, Christian d. Ä und Agnes Kraus sehr gern gesehen habe.
Achso, Christian d. Ä. ist natürlich Norbert Christian.

Bildnachweis: Szenenfoto aus "Sonnensucher" Mit Erwin Geschonnek

Dienstag, 28. Februar 2012

Hä????


Was fällt Euch zu "Kleine Riesen" ein. Mir spontan Kinder, Kindervereine, Kindersportmannschaften na usw. usf. Dazu braucht es keine Kreativität, das ist für meine Begriffe einfacher deutscher Sprachgebrauch. Und so wäre mir nie in den Sinn gekommen, daß sich seit 2008 eben nicht mehr jeder Kindergarten so nennen darf.


2008 hat ein Ehepaar in Esslingen sich für ein biliguales Konzept für Kindergärten entschieden und damit eine private Kindergartenkette gegründet. Sehr löblich, zumal es ja erwiesen ist, daß gerade Kinder in ganz jungem Alter Fremdsprachen schneller erlernen als Jugendliche bzw. Erwachsene. Das löblich meinerseits bezieht sich nur auf das Konzept, weniger auf die dort zu entrichtenden Gebühren.


Soweit so gut, hätte sich dieses Ehepaar den Namen "Kleine Riesen" nicht markenrechtlich schützen lassen. Mal davon abgesehen, daß fast überall z. B. auf der Webseite die engliche Übersetzung "Little Giants" verwendet wird, hat genau dieser markenrechtliche Schutz natürlich Folgen.


Ein Kindergarten in Atens (Stadtteil im niedersächsischen Nordenham) mußte sich aufgrund einer Abmahung des Esslinger Ehepaars bereits umbenennen in "Atenser Butscher".

Ich habe jetzt kurz gegoogelt, wie viele Kindergärten es in der BRD gibt, die den Namen "Kleine Riesen" tragen. Allein auf der ersten Seite sind es einige. Vielleicht sollte man in einem Jahr mal schauen, wieviele "Kleine Riesen" es noch gibt.


Könnte man jetzt noch sagen, diese Kindergärten treten mit dem geschützen Namensträger in Konkurrenz, wird es bei dem nächsten Beispiel schon etwas grotesk.


In Wildetaube (einem kleinen Ort in Ostthüringen) gibt es einen Kindergarten, der heißt "Die wilden Tauben". Eigentlich kein Problem. Aber dieser Kindergarten hat auch noch drei Gruppen. Und diese Gruppen führen, wie in vielen anderen Kindergärten, interne Namen. Eine Gruppe heißt Sternengruppe, es gibt die Grünschnäbel und eben die kleinen Riesen. Nun hat eine Zeitung über eine Initiative dieser kleinen-Riesen-Gruppe berichtet und so kam die Kunde (Internet machts möglich) wohl auch nach Esslingen. Was folgte? Naklar, eine Abmahnung. Heute veröffentlicht SpOn ein Interview mit der Geschäftsführerin der Little Giant-Kette.


Jetzt kenne ich mich im Markenrecht ja nicht aus, aber eine interne Kindergartengruppe in einem anders benamsten Kindergarten in einem kleinen Dorf kann doch nun wirklich keine Konkurrenz für eine vor allen in Städten beheimatete Kindergartenkette sein.


Das sind die Momente, in denen ich mich frage: wo leb ich eigentlich.


Bildnachweis: Holger Zaumsegel/OTZ

Donnerstag, 12. Januar 2012

Es ist erstaunlich,

wie aktuell Liedtexte sind, die wir in unserer Jugend in der DDR gelernt haben. Dabei war das doch alles pure Propaganda.
Gern gehört und gesungen habe ich z. B. Carpe diem von der Singegruppe der TU Dresden:

Carpe diem, carpe diem, carpe diem
nutze den Tag.

Der Tag gehört uns und wir werden ihn nutzen,
es geht um die glückliche, bessere Welt.
Heut kommt es drauf an, heut gilt es zu siegen,
in Hörsaal und Werkstatt, im Schacht, auf dem Feld.

Denn unsre alte Erde soll der Stern des Friedens sein,
für alle soll die Sonne glühn,
für alle soll die Rose blühn,
für alle Brot und Wein.

Uns mahnen die Gräber gefallener Väter,
zu schützen das Leben, die Liebe, das Land.
Die Hand am Gewehr und wachsame Augen,
so wird hier das Feuer des Krieges gebannt.

Denn unsre alte Erde soll der Stern des Friedens sein,
für alle soll die Sonne glühn,
für alle soll die Rose blühn,
für alle Brot und Wein.

Heute werden wir lernen, das Steuer zu führen;
die Straße zum Glück liegt in unserem Land.
Wir wollen den Traum aller Menschheit vollenden,
mit guten Gedanken mit Herz und Verstand.

Denn unsre alte Erde soll der Stern des Friedens sein,
für alle soll die Sonne glühn,
für alle soll die Rose blühn,
für alle Brot und Wein.

Worte: Bernd Walther


Sonntag, 15. Mai 2011

Es ist gut so


24 Stunden lang habe ich mich über die Nachricht geärgert, daß Täve nicht in die sogenannte "Hall of Fame" aufgenommen wurde. Geärgert, weil der Friedensfahrtsieger, der Weltmeister und Medaillergewinner zweier Olympischer Spiele keine Beachtung gefunden hat.

Aber Leute, was soll Täve in einer solchen Halle der Deutschen Sporthilfe? Gerade Täve, populärster Sportler der DDR, kann wohl auf eine solche Ehrung verzichten. Hat er Unterstützung durch diese Einrichtung erhalten? Nein, er war Sportler in der DDR und hatte neben seinem Fleiß, seinem Talent die Unterstützung seiner Familie, seiner Trainer, seiner Freunde und eben jenes jungen Staates, der heute so geschmäht und kriminalisiert wird.

Als ich aus Klaus Huhn's Artikel in der Jungen Welt erfuhr, wer denn so in der Deutschen Sporthilfe etwas zu sagen hat, kam ich eben zu dem Schluß, es ist gut so!!!

Bildnachweis: http://www.historisches-bevensen.de/blog/images/Taeve_Schur_Doppelbild.jpg


Samstag, 14. Mai 2011

Von nix 'ne Ahnung,

aber davon eine Menge.

Nachdem ich pünktlich zum Schnelldurchlauf des Eurovision Song Contest den Fernseher eingeschaltet habe, will ich doch glatt meine Wertung hier abgeben. Wie gesagt, von derzeitiger Mainstreammusik und ein wenig rechts und links daneben, habe ich null Ahnung, deshalb würde ich eh nur viermal Punkte vergeben:

1. Platz: Finnland
2. Platz: Ukraine
3. Platz: Frankreich
4. Platz: Dänemark.

Tja, irgendwie bin ich nicht von dieser Welt, denn mehr gefiel mir im Schnelldurchlauf nicht.

Mittwoch, 20. April 2011

Ein Tag im Spreewald


Immer wenn ich zu Hause bin, versuche ich, einen Tag für die Umgebung zu nutzen. Das ist der Tag, an dem ich mir den Enkel meiner Schwester ausborge und dann gehts los in die Umgebung. Mal in den Berliner Tierpark, mal in die Therme von Bad Saarow und gestern eben in den Spreewald.

Das Wetter hat prima gepaßt und die Kahnfahrt von Lübbenau nach Lehde war wunderschön. Irgendwann während meiner Schulzeit führte mich schon mal ein Wandertag auf diese Fließlandschaft, aber die Erinnerungen sind eher wage.

Somit konnte ich gestern meine Kenntnisse über den Spreewald, die Entstehung und Entwicklung dieses Gebietes aufbessern und nebenbei noch die Seele baumeln lassen.

Übrigens, wen es nicht unbedingt in die Weite zieht, wer gern wandert oder auf dem Fahrrad unterwegs ist und wer nicht unbedingt den Komfort großer Ferienhotels braucht, für den ist der Spreewald sicher ein prima Urlaubstip.


Montag, 11. April 2011

Vor 35 Jahren,

am 11. April 1976 erhielten die Schüler und Schülerinnen der 8. Klassen der 9. POS "Nikolai Bersarin" die Jugendweihe. Vor 35 Jahren wurden wir also in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen.

Ach und damit keiner googeln muß, Nikolai Bersarin (1904 - 1945) war 1945 der 1. Stadtkommandant in Berlin. Leider verunglückte er im Juni 1945 bei einem Motorradunfall tödlich.

Aber zurück zur Jugendweihe und ihre Folgen. Die Feierstunde im Klubhaus "Peter Edel" war schon ein Ereignis, aber schließlich, soviel Wahrheit muß sein, wurde das geprobt. Dazu hat die Schulaula in der Woche davor hergehalten, und während es da noch sehr lustig zuging, war es am Sonntagmorgen dann wirklich feierlich.

Der Nachmittag wurde, zumindest in unserem Jahrgang mit den Familien verbracht, eine gemeinsame Feier haben wir nicht zustande gebracht.

Dem Tag der Jugendweihe vorausgegangen waren die Jugendstunden. Da gab es interessante, zum Beispiel der Besuch des Hohenschönhauser Widerstandskämpfers Stahl oder der Besuch im Obersten Gericht. Das hatte schon was. Die eher uninteressanten sind mir nicht in Erinnerung geblieben.

Der darauffolgende Montag war frei, aber am Dienstag begann der Spaß. Jeder Lehrer befragte uns als erstes, wie wir es denn mit dem "Sie" als Anrede hielten. Unheimlich gönnerhaft kamen wir uns vor, den meisten Fachlehrern zu erklären, es dürfe selbstverständlich beim "Du" bleiben.
Dann gabs natürlich auch die Lehrer, die gar nicht erst fragten, sondern uns weiter duzten. Die meisten kannten uns ja inzwischen auch jahrelang. Wirklich eingebürgert hat sich das "Sie" erst ab der 9. Klasse und auch das nur bei neuen Fachlehrern.

Alles in allem war das ein Tag, an den man sich gern auch nach 35 Jahren erinnert.

Montag, 28. Februar 2011

Zum 90. die herzlichsten Grüße


Willi Sitte wird heute 90 Jahre alt. Die herzlichsten Glückwünsche und dem Jubilar ein gutes 91. Lebensjahr.

Wann immer sich bestimmte Jahreszahlen, Geburtstage runden, überlege ich mir, haben sie für Dich eine Rolle gespielt, kannst Du etwas damit verbinden.

Wann genau Willi Sitte in Form seiner Gemälde in mein Leben getreten ist, weiß ich nicht mehr genau. Aber es könnte schon sein, daß es mit dem vor Eröffnung des Palastes der Republik im Jahr 1976 war, als sein Wandbild "Die rote Fahne - Kampf, Leid, Sieg" in den Medien der DDR vorgestellt wurde. Von Malerei verstand ich sicher mit meinen 14 Jahren nichts, bis dahin wußte ich nur mit Gewißheit, das "Die Wolgatreidler" von Ilja Repin und "Eisenwalzwerk" von Adolph Menzel geschaffen wurden. Schulstoff Zeichnen halt.

"Die rote Fahne - ..." begeisterte mich von Anfang an, immer wieder und als Berlinerin war ich über Jahre hinweg mindestens einmal monatlich im Palast, stand ich vor diesem Werk und schon sehr zeitig wollte ich genau von diesem Gemälde einen Kunstdruck besitzen. Aber während hier die vor zig Jahren aufgeblockten Spitzwege hängen, habe ich den Kauf bei Sitte irgendwann aus den Augen verloren. Schade!

Aber eines hat dieses Bild bewirkt, daß ich mich für bildnerische Künste zu interessieren begann. Interessieren? Vielleicht zu hoch gegriffen, aber anschauen, meine eigenen Gedanken machen, ja, das begann mit "Die rote Fahne - Kampf, Leid, Sieg".

Bildnachweis: "Die rote Fahne - Kampf, Leid, Sieg", Willi Sitte, aus "Der Palast der Republik", VEB E.A.Seemann Verlag Leipzig 1979

Donnerstag, 3. Februar 2011

Wenn es nicht so traurig wäre,


könnte man sich wohl kaputtlachen. Unter der Überschrift "Schnee verhindert Unterricht" meldet die Mainzer Allgemeine Zeitung, daß heute im Frauenlob-Gymnasium der Stadt der Unterricht ausfallen muß.

Schnee? Also in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat es sowohl in der Stadt Mainz als auch im Landkreis geschneit. Ich nehme an, damit war meine nächste Umgebung nicht allein betroffen, es wird wohl auch anderswo mal mehr, mal weniger Schnee vom Himmel gefallen sein.

Hier jedenfalls waren es maximal 5 cm und auch wenn ich nicht weiß, ob das onige Foto tatsächlich am gestrigen Tag geknipst wurde, so wie dort könnte die gefallene Schneemenge auf dem Schulhof tatsächlich ausgesehen haben.

Auch wenn das Schneeräumgerät seit Dezember 2010 defekt ist, stellen sich mir einige Fragen:

Gibt es an der Schule keinen Hausmeister, der den Mittwoch dazu nutzen konnte, den Schulhof so vom Schnee zu räumen, daß heute der Schulhof ohne Gefahr zu betreten gewesen wäre? Wohlbemerkt, es hat seit gestern morgen nicht mehr in Mainz geschneit.

Gibt es an der Schule keine Schneeschieber und keine Klasse, die freiwillig gemeinsam am Mittwoch nach dem Unterricht in einer halben Stunde den Hof hätten freischieben können?

Ist die Stadt tatsächlich nicht in der Lage, kurzfristig Abhilfe zu schaffen?

Ich selbst bin von 1968 - 1978 in Berlin in die Schule gegangen. Was den Schneefall betrifft, denke ich, daß Mainz und Berlin sich nicht viel nehmen, in Berlin eher mehr Schnee fällt. Auch gab es ganz sicher kein wie auch immer geartetes Schneeräumgerät, von Besen und Schneeschiebern abgesehen.
Ich kann micht nicht erinnern, daß wir ein einziges Mal wegen Schneefalls (und wir reden hier nicht von ländlichen Regionen, sondern von Städten) Unterrichtsausfall hatten.

Allerdings hatten wir einen Hausmeister, der auch im Schulgebäude wohnte. Herr Buder führte ein strenges Regime und wenn der Schneefall wirklich eine Unfallgefahr bedeutet hätte, okay, dann wäre in einer DDR-Schule wohl an eine obere Klasse die Weisung ergangen, eine Unterrichtsstunde für die Räumung zu opfern. Wobei ich im Rückblick annehme, das hätte unser Herr Buder auch allein geschafft.

Eine Stunde für eine Klasse - kein völlig sinnlos ausgefallener Unterrichtstag für ein ganzes Gymnasium.

Bildnachweis: Sascha Kopp in AZ vom 03.02.2011

Dienstag, 1. Februar 2011

Gefunden


Winterlandschaft 1990


Kleines Land, weithin verschneit.
Die Stille gefriert unterm Mond.
Schnee deckt ein Leichentuch,
schön anzuschaun.
Stöhnen die Bäume?
Bebt die Erde?

Ich geh durch die Nacht, höre
die gierigen Krähen und sehe
den Anblick des Engels
im Schnee.

Wer starb hier?
Ich nicht ...
doch mein Land.


Gefunden habe ich das Gedicht in der Veröffentlichung "DDR - Realität und Hoffnung" vom GNN-Verlag, die gerade erschienen ist.

Es ist der 6. Band des Projektes "Als Zeitzeugen erlebt - Spuren der Wahrheit". 2003 erschien der 1. Band mit dsem Titel "Vereinnahmung der DDR", 2005 folgte "Bewahrenswertes DDR-Erbe", 2007 "DDR-Erfahrungen für eine sozialistische Zukunft. Der 4. Band lautete 2008 "DDR - unauslöschbar". Ein Jahr später der 5. Band "Vermächtnis DDR" und eben seit kurzen der 6. Band.

Christa Kozik
, am 1. Januar dieses Jahres 70 Jahre alt geworden, dürfte so ziemlich vielen Menschen, die in der DDR geboren und aufgewachsen sind, durch ihre Bücher bzw. Szenarien für Filme bekannt sein, gehören doch dazu "Philipp, der Kleine", "Der Engel mit dem goldenen Schnurrbart", "Ein Schneemann für Afrika", "Moritz in der Litfaßsäule" oder auch "Die Hälfte des Lebens".

Bildnachweis:
/ © goes / Christa Kozik, am 15.6.06 in Göttingen bei Autogrammen für Kinder, auf www.goest.de


Dienstag, 4. Januar 2011

Ich mach ein Lied aus der Stille - Eva Strittmatter


(08.02.1930 - 04.01.2011)

Vor dem Winter

Ich mach ein Lied aus Stille
Und aus Septemberlicht.
Das Schweigen einer Grille
Geht ein in mein Gedicht.


Der See und die Libelle
Das Vogelbeerenrot.
Die Arbeit einer Quelle.
Der Herbstgeruch von Brot.


Der Bäume Tod und Träne.
Der schwarze Rabenschrei.
Der Orgelflug der Schwäne,
Was es auch immer sei,


Das über uns die Räume
Aufreißt und riesig macht
Und fällt in unsre Träume
In einer finstren Nacht.


Ich mach ein Lied aus Stille.
Ich mach ein Lied aus Licht.
So geh ich in den Winter;
Und so vergeh ich nicht.


Eva Strittmatter

"Ich mach ein Lied aus der Stille", unter diesem Titel wurde 1973 Eva Strittmatters erster Gedichtband veröffentlicht. Sie war im Kinderbuchverlag Lektorin, schrieb selbst Kinderbücher bis sie sich Anfang der 70ziger Jahre fast ausschließlich der Lyrik zuwandte.

Heute ist sie im Alter von fast 81 Jahren verstorben. Noch 2010 erschien von ihr der Band "Zwischenspiel" und trotz ihres hohen Alters muß man wohl sagen, sie wurde mitten aus der Arbeit gerissen.

Bildnachweis: Paulus Pozniak/picture-alliance/BerlinerZeitung


Freitag, 15. Oktober 2010

Herbstimpressionen

Manchmal gibt es anscheinend doch soetwas wie Gedankenübertragung. Ich habe ja schon mal geschrieben, daß ich meist tagsüber darüber nachdenke, was könnte ich denn in den Blog schreiben.

Heute drehte sich im Kopf alles um den Herbst. Wir hatten hier im Südwesten die ganze Woche so wunderbare Tage, daß sich dieses Thema geradezu aufdrängte.

Mein lieblingsherbstlied ist "Bunt sind schon die Wälder". Es entstand 1782 als "Herbstlied" getextet von Johann Gaudenz Salis-Seewis, 1799 entstand die Melodie, geschrieben von Johann Friedrich Reichardt. Erstmals gedruckt wurde das Lied im Vossischen Musenalmanach für 1799.


Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.

Wie die volle Traube
Aus dem Rebenlaube
Purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche, mit Streifen
Rot und weiß bemalt.

Flinke Träger springen,
Und die Mädchen singen,
Alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
Zwischen hohen Reben
Auf dem Hut von Stroh.

Geige tönt und Flöte
Bei der Abendröte
Und im Mondesglanz;
Junge Winzerinnen
Winken und beginnen
Frohen Erntetanz.


Gedankenübertragung deshalb, weil mein Freund Micha eben ausgerechnet heute mich auf dieses Lied in youtube aufmerksam machte:




Mittwoch, 22. September 2010

Zwei Anzeigen in der Zeitung


In Anlehnung des Titels eines von mir unzählige Male gelesenen Buches, sind mir in der heutigen Jungen Welt zwei Anzeigen aufgefallen.

Die eine lädt am 2. Oktober zur "Langen Nacht der DDR-Literatur" in die jw-Galerie ein und auf dem Programm stehen Becher, Reimann, Reiber, Strittmatter und Kahlau. Von den Lesenden springt mir sofort Carmen Maja Antoni in die Augen und weckt die Erinnerung an ihren "Zwerg Nase" - ein wunderbarer Film.

Gern würde ich diesen Termin wahrnehmen, leider bin ich dieses Mal erst später im Oktober in der Hauptstadt. Becher klingt gut, Strittmatter auch, bei Brigitte Reinmann gehöre ich wohl zu den wenigen Menschen, die mit Ihrer "Franziska Linkerhand" nichts anfangen können, allerdings habe ich das Jugendbuch "Ankunft im Alltag" verschlungen.

Auf der gleichen Seite die Ankündigung des Filmes "Zucker und Salz", ein Film über 4 Kubanerinnen, die 1959 als Jugendliche die Revolution erlebt haben. Dieser Film wird ebenfalls in der jw-Galerie, allerdings am 29.09.2010 gezeigt.

Und hier schlug glatt mal das Glück zu. Eben jener Film, der mich natürlich sehr interessiert, wird am 03.10.2010 um 15.00 Uhr in Mainz in Kino Capitol gezeigt. Einladende Gruppen in Mainz sind:

  • DKP Mainz;
  • Trotz alledem! Mainz;
  • SDAJ Hessen;
  • Venezuela Soli Frankfurt am Main;
  • RotFuchs-Initiative Rhein-Main;
  • Infoladen Linker Projekte, Wiesbaden.
Falls also jemand in Mainz und Umgebung ebenfalls Interesse zeigt, dem schicke ich den Flyer gern per Mail zu. Einfach hier im Blog melden. Ist sicher das Sinnvollste was man an diesem Tag machen kann.

Bildnachweis: Info-Flyer für Mainz



Sonntag, 18. Juli 2010

Meine Erinnerung an Günter Görlich


Es ist noch kein Jahr her, da habe ich eines seiner Bücher zum Aufhänger eines Blogeintrages gemacht.
Am 14. Juli 2010 ist der Schriftsteller Günter Görlich im Alter von 82 Jahren verstorben. Günter Görlich, das sind lieb- und teuergewordene Bücher: Der Fremde aus der Albertstraße, Den Wolken ein Stück näher, Eine Sommergeschichte, Eine Anzeige in der Zeitung, Die Chance des Mannes, Das Liebste und das Sterben sind die, die mir auf Anhieb einfallen, ohne irgendwo nachgeschaut zu haben.

Natürlich noch eines: Heimkehr in ein fremdes Land, in dem Görlich in autobiographischen Zügen den Weg eines jungen deutschen Soldaten über 4 Jahre in den Kriegsgefangenenlagern Sibiriens, über den schweren Anfang im zerstörten Berlin bis zu dem Moment, wo der Romanheld seinen Platz in der jungen DDR gefunden hat, zeichnet.

Warum ich für diese Auflistung nicht nachschauen muß? Alle diese Bücher stehen in meinem Bücherschrank, keines davon habe ich nur einmal gelesen. Im Frühjahr erst habe ich wieder zu "Das Liebste und das Sterben" gegriffen.

Seine Bücher wurden verfilmt, eine Szene aus "Den Wolken ein Stück näher" mit Kurt Böwe als Lehrer sei hier vorgestellt:





Als ich die Nachricht vom Tode Günter Görlichs gestern in der Jungen Welt las, war es erst einmal ein Schock. Immer, wenn jemand geht, der, wenn auch nicht persönlich, so doch durch sein öffentliches Schaffen, mein Leben mitgestaltet hat, ist es, als würde damit ein Stück Heimat wegbrechen.

Das ist nicht so, ich weiß, niemand kann mir die Bücher, niemand die Erinnerungen nehmen und niemand kann mich davon abhalten, im ersten Arbeiter- und Bauerstaat auf deutschem Boden die bessere, die friedlichere, die gerechtere Gesellschaftsordnung zu sehen.

Bildnachweis: picture alliance/DPA

Samstag, 17. Juli 2010

Heute mal Werbung


Eben stand ich noch auf dem Balkon und dachte, was macht eigentlich das doofe DRA, nie sieht man zu ordentlichen Fernsehzeiten richtig gute Filme der DEFA oder des DDR-Fernsehens und damit meine ich jetzt nicht die jährlich einmal ausgestrahlten obligatorischen 4 Folgen von "Zur See". So sehr ich Horst Drinda auch in der Rolle des Kapitäns Karstens geliebt habe, so sehr weiß ich, daß es wichtigere Filme mit ihm gibt, die nie zur besten Sendezeit gezeigt werden.

Nein, ich meine u. a. Filme wie "Die besten Jahre" mit Horst Drinda in der Hauptrolle, ich meine "Krupp und Krause", Filme wie "Hans Beimler - Kamerad", "Die große Reise der Agathe Schweigert" und und und.

Und kaum war ich wieder am PC, kam der Newsletter von der Buchredaktion. Zumindest kann man "Krupp und Krause", den hervorragenden Fünfteiler aus dem Jahr 1969 mit Günter Simon in der Hauptrolle ab dem 16. September 2010 kaufen.

Noch mal zurück zum DRA, die könnten einen eigenen Sender aufmachen und ihre gehorteten DEFA- und DDR-Fernsehfilme allabendlich zeigen, ich bin ziemlich sicher, es gäbe genug Menschen, die angewidert vom hiesigen Fernsehprogramm genau auf diese Sparte ausweichen würden.


Samstag, 10. Juli 2010

Und manchmal paßt es eben


Mit der Post kam eben "Unsere Buchredaktion empfiehlt" und was finde ich auf Seite 42? Ein neues Buch von Wolfgang Held und genau in meiner damals viel geliebten Knabes Jugendbücherei erschienen. Die gestern erwähnten Kinderbücher wurden auch dort verlegt.

Ehrlicherweise habe ich nicht gewußt, daß es diesen Verlag noch gibt. Im Onlineangebot sind u.a. oben genanntes Buch, "Rebell auf der Karlsschule" (ein Buch über Friedrich Schillers Jugendjahre) und "Knurks hat doch ein Herz". Wer kannte damals nicht das Märchen vom Nußknacker Knurks.

Sehr umfangreich ist das Angebot nicht, aber ich hoffe sehr, daß sich in der Sparte JUgendbücher in den nächsten Jahren noch was tut.

Bildnachweis: Produktbild auf der Buchredaktion


Freitag, 9. Juli 2010

der 9. Juli


erinnert mich jedes Jahr an Katrin. Katrin war meine beste Freundin von 1971 bis 1976 und Katrin hat am 9. Juli Geburtstag. Damals war Katrin stolz darauf, gemeinsam mit Willi Stoph Geburtstag zu haben, somit hat sich auch dessen Geburtstag in mein Gedächtnis gegraben.

Katrin war mir damals in vielen Dingen ein Vorbild. Schulisch immer besser als ich selbst, war sie ein Mädchen, an dem ein waschechter Bengel vorbeigegangen ist. So wollte ich auch sein. Immer Nietenhosen (so hießen in der DDR Jeans), während meine Mutter mich bis zu einem bestimmten Alter immer mal in einen Rock zwängte, sportlich eine Kanone und halt so ziemlich alles, was ich sein wollte. Gemeinsam waren wir 1973 am Frauensee und gemeinsam nahmen wir an den X. Weltfestspielen teil.
Die Anfänge meines geschichtlichen Interesses verdanke ich Katrin, wollte sie doch damals Etnographin wie Liselotte Welskopf-Henrich werden. Bis dahin kannte ich nicht mal diesen Begriff. Unsere Wege trennten sich, als sie 1976 auf die EOS kam und ich auf der POS verblieb.

Wie stolz wäre sie damals gewesen, hätte sie gewußt, daß mit ihr gemeinsam der Autor eines ihrer Lieblingsbücher Geburtstag hat. "Petrus und die 3 PS", ein Mädchenbuch, daß allein aufgrund dieser Einordnung nur Katrins Verachtung hervorgerufen hätte. Aber in diesem Buch wird ein Mädchen beschrieben, auf das kein Mädchenbild paßte. Das Buch fand Gnade bei ihr und damit bei mir.

Die nächsten Bücher von Wolfgang Held fand ich dann schon ohne Katrin. In "Zwirni träumt vom Weltrekord" wird der Weg Roland Matthes' vom 12-jährigen Nichtschwimmer zum Weltrekordler beschrieben, in "Mücke und sein großes Rennen" ist die Friedensfahrt Mittelpunkt des Geschehens.

Heute kann Wolfgang Held auf 80 Jahre zurückblicken und auch mit seinen Romanen "Die gläserne Fackel" und "Visa für Ocantros", seinen Filmen "Das Licht der schwarzen Kerze", "Die gläserne Fackel" oder "Zweite Liebe ehrenamtlich" änderte sich nichts an meiner Begeisterung.

Deshalb unbekannter Weise meinen herzlichen Glückwunsch an den heutigen Jubilaren.