Donnerstag, 12. Januar 2012

Es ist erstaunlich,

wie aktuell Liedtexte sind, die wir in unserer Jugend in der DDR gelernt haben. Dabei war das doch alles pure Propaganda.
Gern gehört und gesungen habe ich z. B. Carpe diem von der Singegruppe der TU Dresden:

Carpe diem, carpe diem, carpe diem
nutze den Tag.

Der Tag gehört uns und wir werden ihn nutzen,
es geht um die glückliche, bessere Welt.
Heut kommt es drauf an, heut gilt es zu siegen,
in Hörsaal und Werkstatt, im Schacht, auf dem Feld.

Denn unsre alte Erde soll der Stern des Friedens sein,
für alle soll die Sonne glühn,
für alle soll die Rose blühn,
für alle Brot und Wein.

Uns mahnen die Gräber gefallener Väter,
zu schützen das Leben, die Liebe, das Land.
Die Hand am Gewehr und wachsame Augen,
so wird hier das Feuer des Krieges gebannt.

Denn unsre alte Erde soll der Stern des Friedens sein,
für alle soll die Sonne glühn,
für alle soll die Rose blühn,
für alle Brot und Wein.

Heute werden wir lernen, das Steuer zu führen;
die Straße zum Glück liegt in unserem Land.
Wir wollen den Traum aller Menschheit vollenden,
mit guten Gedanken mit Herz und Verstand.

Denn unsre alte Erde soll der Stern des Friedens sein,
für alle soll die Sonne glühn,
für alle soll die Rose blühn,
für alle Brot und Wein.

Worte: Bernd Walther


Kommentare:

Nadja Norden hat gesagt…

Liebe Jettchen,
Habe Dank! Denn dieses Lied hatte auch ich gerne, und ich habe gleich eine aktuelle Verwendung dafür.
Und was tut sich mit Berlin?
Ganz liebe Grüße,
Nadja

Anonym hat gesagt…

Wie wahr! Und deswegen wohl auch hört man es heute nicht - offiziell. Carpe diem. Da denke ich an "Wie der Stahl gehärtet wurde" und natürlich auch an die "LLL"- so hieß ja die Demonstration früher als Ausdruck des proletarischen Internationalismus. Aber mit der Zerschlagung des realen Sozialismus wurde - getreu dem Motto des vielgepriesenen Pluralismus - das divide et impera wirksam und Lenin von den Revisionisten "wegrationalisiert". Wie kann man da noch den Tag nutzen, wo er nur noch als Fragment in dieser Desinformationsgesellschaft nach den Mitteln der Beliebigkeit und zum Zwecke der Ausbeutung vermittelt wird. Deshalb gilt in Ergänzung des Liedes für jeden einzelnen überhaupt:

"Das Kostbarste, was der Mensch besitzt,
ist das Leben.
Es wird ihm nur einmal gegeben,
und leben soll er so,
daß nicht sinnlos vertane Jahre
ihn schmerzen,
daß nicht die Scham um eine schäbige
und kleinliche Vergangenheit ihn brennt
und daß er im Sterben sagen kann:
Mein ganzes Leben und all meine Kräfte
habe ich hingegeben
für das Schönste der Welt -
den Kampf um die Befreiung der Menschheit."

Nikolai Ostrowski

E.Rasmus hat gesagt…

Danke für die Veröffentlichung. Das mit dem Anonym war wohl ein Versehen von mir.
Gruß
E.Rasmus