Dienstag, 3. Januar 2012

Präsidenten


Heute jährt sich zum 136. Mal der Gebrutstag der ersten und einzigen Präsidenten meines Vaterlandes. Vor 136 Jahren wurde Wilhelm Pieck in Guben geboren. Seit 1895 Mitglied der SPD, gründete er 1916 die Spartakusgruppe mit, aus der Ende 1918 die KPD entstand.
Am 15. Januar 1919 ist er dem Mörderkommando knapp entkommen, gemeinsam mit Karl und Rosa war er im Hotel Eden gefangen genommen worden.

Er war Mitglied ders Exekutivkomitees der III. Internationalen und Reichstagsabgeordneter und emigirierte 1933 auf Beschluß der KPD in die Sowjetunion. Auf der Brüsseler Konferenz (Oktober 1935 nahe Moskau) wurde er Vorsitzender der KPD.

Er kämpfte im Nationalkomitee "Freies Deutschland" während des II. Weltkrieges für eine breite antifas´chistische Front. Auch nach Beendigung des Krieges warb er unermüdlich für die Einheit der deutschen Arbeiterklasse, die in der sowjetischen Besatzungszone mit der Gründung der SED im April 1946 vollzogen wurde.

Nach Bi-, Trizone und Währungsreform in den von den westlichen Alliierten kontrollierten Besatzungszone sowie Gründung der BRD wurde am 7. Oktober die DDR gegründet. Präsident dieses ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschen Boden wurde Wilhelm Pieck.

Wilhelm Pieck - ja, ein Vorbild für die jungen Menschen in der DDR, die ihm Zeit seiner Amtstätigkeit am Herzen lagen, denen in der kleinen DDR eine Perspektive geboten wurde. Ja, vieles, was in den ersten schweren Jahren hart erkämpft und erarbeitet wurde, war meiner Generation schon selbstverständlich - wurde nicht mehr geachtet als Errungenschaft, wurde 1989 weggeworfen.

Und dann gibt es da heute einen Präsidenten, einen Bundespräsidenten, einen Präsidenten, der bestens in dieses Staatsgebilde BRD paßt, jedoch jungen Menschen als Vorbild nicht taugt.


Kommentare:

Nadja Norden hat gesagt…

Liebe Jette,
Froh daß Du endlich wieder mal zum bloggen kommst, dazu mit ein Gedenken an unser unvergesslichen Genossen Wilhelm Pieck.
Ich werde einen Hinweis bei mir machen (als Zuschrift!).
Warst Du auch bei mir vorbeischauen? Ich traue mich kaum noch eine Zuschrift von Dir zu erbeten.

Trotzdem ganz liebe Grüße aus Flandernland,
Deine Nadja

E.Rasmus hat gesagt…

1876 erblickte er das Licht der Welt

In Berlin hat man seinen Namen getilgt
Wie anderswo auch.
Von wem ist die Rede? Und wer ist hier »man«?
Eines Kutschers Sohn zu gedenken,
Geziemet sich nicht?

Er wurde in Guben geboren
Am 03. Januar -
Im gleichen Jahr, in Köln, zwei Tage später
Der Sohn eines Kanzleirates.
Seiner aber gedenkt man.

Letzterer war ja auch der Retter
Des Monopolkapitals
In seiner Eigenschaft als Separatist.
Der erstere lernte Tischler
Und wurde Arbeiterpräsident.

Friedrich Wilhelm Reinhold Pieck ist sein Name.
Sozialdemokrat – Kommunist,
Führend auch als Internationalist!
Was wissen die Deutschen von ihren Patrioten?
Nichts Gutes mehr - »man« sorgt dafür.

Pieck, das ist das Gewissen des Friedens
Und der sozialen Gerechtigkeit.
Sein Name steht für die Konsequenz
Der Einheit der Arbeiterklasse,
Untilgbar eingemeißelt, dem Morgenrot entgegen.


(verfaßt am 03.01.011 anläßlich des 135. Geburtstages)

Jeanette hat gesagt…

Danke für das Gedicht, das kenne ich aber schon aus dem RotFuchs oder?

E.Rasmus hat gesagt…

Im RotFuchs stand das Gedicht nicht, aber es stand Anfang vorigen Jahres auf der Internetseite "Kommunistische Standpunkte"

Herzlich grüßend
und noch alles Gute
fürs neue Jahr

E.Rasmus

Jeanette hat gesagt…

Und der E. Rasmus aus der gestrigen JW (Leserbriefe) bist Du bzw. sind Sie?

E.Rasmus hat gesagt…

Prima Seite - vor allem auch technisch, ich meine vom Anblick! Leider bin ich in dieser Beziehung sehr unbeholfen. Großartig, den Ausspruch von Peter Hacks als Leitsatz zu benutzen.
Ach ja, liebe Jette, der Lbrf. stammt von mir. Übrigens, wenn Du Lust hast, schau mal bei Jokers rein, da sind auch einige Verse von mir drin, außerdem gibt es ein Büchlein mit Gedichten (Und jedes Wort ein Flügelschlag), das beim Wiljo Heinen Verlag erschienen ist. Entschuldige die Unbescheidenheit, einfach so Werbung zu machen.

Daß Deine Seite im DDR-Kabinett Bochum als Link zu finden ist und ich dadurch aufmerksam wurde, weißt Du sicherlich?

Herzlich grüßend
E.R.

Jeanette hat gesagt…

Hallo E.,

also an der Seite bin ich schuldlos, das wird ja irgendwie in einem Baukastensystem zur Verfügung gestellt. Ich war früher mal wesentlich doller html-bewandert, jetzt ist schon das zusätzliche Einbinden eines Fotos ein mittleres Problem :-).
Bei jokers schaue ich öfter mal rein, allerdings noch nicht nach dem Buch gesucht...wird sich auf jeden Fall machen lassen.
Daß meine Seite im DDR-Museum Bochum verlinkt ist, wußte ich bisher nicht, zumal ich ja voriges Jahr sehr faul im Blog war. Aber ehrlich, schön zu wissen. Wiljo Heinen, ohja den kenne ich seit dieses Jahr Dortmund sogar persönlich :-).

Ebenfalls herzliche Jette