Sonntag, 18. Juli 2010

Meine Erinnerung an Günter Görlich


Es ist noch kein Jahr her, da habe ich eines seiner Bücher zum Aufhänger eines Blogeintrages gemacht.
Am 14. Juli 2010 ist der Schriftsteller Günter Görlich im Alter von 82 Jahren verstorben. Günter Görlich, das sind lieb- und teuergewordene Bücher: Der Fremde aus der Albertstraße, Den Wolken ein Stück näher, Eine Sommergeschichte, Eine Anzeige in der Zeitung, Die Chance des Mannes, Das Liebste und das Sterben sind die, die mir auf Anhieb einfallen, ohne irgendwo nachgeschaut zu haben.

Natürlich noch eines: Heimkehr in ein fremdes Land, in dem Görlich in autobiographischen Zügen den Weg eines jungen deutschen Soldaten über 4 Jahre in den Kriegsgefangenenlagern Sibiriens, über den schweren Anfang im zerstörten Berlin bis zu dem Moment, wo der Romanheld seinen Platz in der jungen DDR gefunden hat, zeichnet.

Warum ich für diese Auflistung nicht nachschauen muß? Alle diese Bücher stehen in meinem Bücherschrank, keines davon habe ich nur einmal gelesen. Im Frühjahr erst habe ich wieder zu "Das Liebste und das Sterben" gegriffen.

Seine Bücher wurden verfilmt, eine Szene aus "Den Wolken ein Stück näher" mit Kurt Böwe als Lehrer sei hier vorgestellt:





Als ich die Nachricht vom Tode Günter Görlichs gestern in der Jungen Welt las, war es erst einmal ein Schock. Immer, wenn jemand geht, der, wenn auch nicht persönlich, so doch durch sein öffentliches Schaffen, mein Leben mitgestaltet hat, ist es, als würde damit ein Stück Heimat wegbrechen.

Das ist nicht so, ich weiß, niemand kann mir die Bücher, niemand die Erinnerungen nehmen und niemand kann mich davon abhalten, im ersten Arbeiter- und Bauerstaat auf deutschem Boden die bessere, die friedlichere, die gerechtere Gesellschaftsordnung zu sehen.

Bildnachweis: picture alliance/DPA

Kommentare:

Nadja Norden hat gesagt…

Liebe Kampfgenossin Jette,
Also, ich kann nicht behaupten daß der Verstorbene zu meinen Lieblingsschriftstellern gehörte. Ich habe, vor 25 Jahre, kein Buch von ihm mit hierher genommen. Ich erinnere mich düster von ihm „Das Liebste und das Sterben“(1963) und „Eine Anzeige in der Zeitung“ (1978) gelesen zu haben.
Nun sind wir ja alle sterblich, 82 Jahre ist schon ein schönes Alter, mein Vater wurde 85, um diese Welt zu verlassen. Die Erinnerungen an das Selbsterlebte und Selbstmitgemachte in unsere Deutsche Demokratische Republik kann uns wirklich keiner wegnehmen und es ist uns Pflicht diese weiterzugeben an die junge Generation zur Auswertung (Es war eben nicht alles Schwarz oder Weiß) für ihren eigenem Kampf für eine bessere Zukunft. Wie Willy Bredel es mal in einem Buchtitel ausdrückte „Die Enkel fechten es besser aus“.
An das heutige politische Deutschland könnte man verzweifeln, aber ich selbst bin überzeugt: es kommt mal eine einheitliche Deutsche Demokratische Republik in ganz Deutschland, die BRD Staatsordnung gehört und kommt auf der Müllhaufen der Geschichte.
Ganz liebe Grüße,
Deine Nadja

Anonym hat gesagt…

Hallo Jette,
ja, so ist es, als ob immer ein Stück von uns selbst verschwindet, aber das muss nicht so sein. Eigentlich hat Nadja es schon geschrieben - sie hat es mir als Gedanken "weggenommen" :-) - , es kommt darauf an, dass wir den Staffelstab weitergeben, die Erfahrungen mit den Erfolgen und den Fehlern, vor allem aber mit dem Wissen UNSERES Klassenstandpunktes und damit über das Wissen über unsere Feinde, ob als Wölfe oder im Schafspelz. Objektiv ist die zeit längste reif für eine bessere Gesellschaft, subjektiv haben wir noch viel zu tun.
Ganz liebe Grüsse an alle hier, Miau !

Anonym hat gesagt…

Hallo Ihr lieben Kampfgenossinnen und - genossen, einmal haben wir es geschafft, die Einheitsfront zu schmieden. Dies gelang mit dem Zusammenschluss der Sozialdemokratischen Partei D. (SPD)und der Kommunistischen Partei D. (KPD) zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Damit wurde der Grundstein für die Vergesellschaftung der Produktionsmittel in die Hand der Mehrheit des arbeitenden Volkes geschaffen, dem Antagonismus der Klassen der Nährboden entzogen und es gelang innerhalb des Sozialismus eine friedliebende Welt aufzubauen.LG falk.

Joseph hat gesagt…

Hello,
I don't know that the ddr-bücher had been massively destroyed.
Saving these books is a very good idea.
Salute