Montag, 19. Juli 2010

Zum Glück gabs das MfS

was würden die Oberen dieses Landes machen, wenn nicht andauernd irgendwelche Wissenschaftler, Historiker oder sonst irgendwie ominöse Gestalten feststellen könnten, das MfS sei schuld an allen Unwägbar- und Grausamkeiten des kapitalistischen Lebens auf dem Gebiet der ehemaligen DDR - es müßte glatt erfunden werden. Leider kann einem bei solchem Mist das Lachen mehr als vergehen.

Der Kommentar der Jungen Welt dazu:

Wider Erwarten handelte es sich nicht um einen verspäteten Aprilscherz. Marcel Tyrell ist es ernst. Der Professor der Zeppelin-Universität Friedrichshafen hat herausgefunden, warum die Leute im Osten weniger verdienen als ihre Kollegen im Westen und warum auch die Arbeitslosenrate Ost so viel höher ist. Man hätte selbst darauf kommen können: Die Stasi ist schuld. Und natürlich das Zwangstopfen.

Wie Tyrell und sein Mitarbeiter Marcus Jacob, ein gebürtiger Ostdeutscher, genau auf ihre Daten gekommen sind, haben sie dem Focus, der am Wochenende zuerst über ihre »Studie« berichtete, zwar nicht verraten. Nichtsdestotrotz sind die Ergebnisse völlig eindeutig: Das »von Stasi-Spitzeln gesäte Mißtrauen« bremst noch heute die Wirtschaft Ost aus. Die Spätfolgen sind für »bis zu sieben Prozent der Einkommensunterschiede zwischen Ost und West« und für »fast 26 Prozent der Unterschiede bei den Arbeitslosenzahlen« verantwortlich. Auch zählten die Ossiexperten vom Bodensee aktuell nur halb so viele Organspenden in Gebieten, in denen bis vor 20 Jahren die Stasi besonders aktiv war. Nach dem Motto: Meine Leber gebe ich nicht her, sie könnte ja einem Ex-IM zum Weitersaufen verhelfen. Gemessen wurde die Stasiaktivität an der Zahl der in einem Landkreis zu DDR-Zeiten registrierten Inoffiziellen Mitarbeiter.

Die Thüringer Landeszeitung fragte beim Prof nach, was sich mit den Daten zu Organspenden, zur geringen Mitarbeit in Vereinen und der schlechten Wahlbeteiligung beweisen lasse. Tyrell: »Unsere Ergebnisse zeigen eindeutig: Das Gift des Kraken Stasi wirkt noch heute in der Gesellschaft in Ostdeutschland weiter, wird weitergegeben von Generation zu Generation.« 20 Jahre Erfahrungen mit der Bundesrepublik sind da doch glatt zu vernachlässigen – Erfahrungen mit konkreter Benachteiligung, mit Ohnmacht gegenüber »Arbeitgebern« und ihren Lobbyisten in der Politik, mit Bevormundung und Enteignung.

(jf)


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

*lol* dümmer gehts immer.

Valli hat gesagt…

Für diesen Dreck haben die Schwachköpfe bestimmt noch Fördergelder bezogen.

Anonym hat gesagt…

Und weil es das MfS gab, ist es auch an der Zeit, dass die Wahrheit über diese DDR-Behörde ans Tageslicht kommt.
Hier einige Links für a. ein Sachbuch über Aufgaben, Ziele, Struktur, etc. SB1.pdf ((2 Bände, 1.287 Seiten, PDF, 3,85 MB) und b. Beiträge zu Fragen der IM's von verantwortlichen Genossen dieser Behörde zum Douwnload:

www.mfs-insider.de

Gruesse v. falk.

Frank aus Storkow hat gesagt…

Von der Stasi lernen, heißt Siegen lernen.
----das glauben viele Politiker der Bourgeoisieklasse ,aber sie irren.
-----------------------------------"Die Zeiten jenes Aberglaubens, der Revolutionen auf die Bösartigkeit einer Handvoll Agitatoren zurückführt, sind längst vorüber.
Alle Welt weiß heutzutage, dass jeder revolutionären Erschütterung ein gesellschaftliches Bedürfnis zugrunde liegen muss, dessen Befriedigung durch überlebte Einrichtungen verhindert wird.
Das Bedürfnis mag noch nicht so dringend, so allgemein empfunden werden, um einen unmittelbaren Erfolg zu sichern; aber jeder Versuch einer gewaltsamen Unterdrückung wird es nur immer stärker hervortreten lassen, bis es seine Fesseln zerbricht."

F. Engels, Revolution in Deutschland, MEW 8, 5.
----------------------------------
Hinter der Gefährdung des politischen Status quo verbirgt sich die Gefahr des Zusammenbrechens der ganzen bürgerlichen Gesellschaft.
Die einzig mögliche Lösung im Sinne der Bourgeoisie ist die Aufschiebung der Lösung.
K. Marx, Klassenkämpfe in Frankreich, MEW 7, 105.
---------------------------------

wie die "Lösung" aufgeschoben werden soll, könnt ihr in folgendem Video sehen
http://www.youtube.com/watch?v=SGD2q2vewzQ

viele Grüsse Frank aus Storkow
und nicht einschüchtern lassen

Anonym hat gesagt…

Man braucht sich nur ansehen, was das für eine "Universität" ist, dann ist alles klar. Selbst die Auskünfte bei Wikipedia reichen dazu :-)

Da kann ich nur verächtlich Miauen!

Anonym hat gesagt…

Morgen hat er seinen 66. Geburtstag.

Heinz H. Werner, hat mit entscheidend dafür gesorgt, dass wir in der DDR 40 Jahre in Frieden unser Vaterland aufbauen und aufwachsen, zur Schule gehen, Studieren und eine Familie ohne Existenzangst,gründen konnten. Heinz war Kundschafter für den Frieden, und zwar nicht irgend wo, sondern für die NVA-Aufklärung in der Bundesmarine, -wehr und im Auswärtigen Amt der BRD tätig.

Wenn man ihn nach seinen Beweggründen, für die DDR zu arbeiten, fragt, antwortet er, wie in seinem Bericht "Die Kunst des Dechiffrierens" in der Publikation "Kundschafter im Westen" edition ost,Zitat:"Das Leben in der DDR faszinierte mich. Ich nahm mit großer Begeisterung an Veranstaltungen der FDJ gemeinsam mit meiner Cousine teil. Das Miteinander der Jugend bei Sport, Spiel und politischen Veranstaltungen machte mich neugierig.

Selbst als Halbwüchsiger merkte ich, dass in der DDR eine andere Wertegesellschaft existierte als dort, wo ich zu Hause war."

In diesem Sinne sende ich Heinz zu seinemn Ehrentag am 24.07. kämpferische Gruesse, sowie Gesundheit und alles, alles Gute für die Zukunft, damit er seinen Idealen und Überzeugungen weiterhin treu bleiben kann.

falk.

Jeanette hat gesagt…

Danke Hartmut für Deinen erneuten Kommentar, leider kann ich Dir nicht sagen, ob Heinz H. Werner ausgerechnet in meinen Blog schaut, um Deinen Glückwunsch zu lesen.
Ja, die Kundschafter des Westens, gerade ihnen und ihren Führungsoffizieren gilt zumindest meine besondere Hochachtung. 40 Jahre Frieden in Europa. Kennst Du noch die Losung "Je stärker der Sozialismus, desto sicher der Frieden". Und wie schnell hat sie sich bewahrheitet.

Anonym hat gesagt…

Liebe Jeanett, aber dem kannst Du Dir ganz sicher sein.

Die Losung "Je stärker der Sozialismus, desto sicher der Frieden" ist allgegenwärtig. Vor über 20 Jahren haben viele DDR-Bürger aus Naivität derartige Losungen belächelt, ja sogar als kommunistische Propaganda defamiert, die aber bereits wenige Jahre später Realität, an ihrem Wahrheitsgehalt bewiesen und in die Geschichte eingegangen sind. Das Fatale ist, dass sich Menschen ihre Fehler vielmass nicht eingestehen und den "Kopf in den Sand stecken" . Das Leben ist ein langer Lernprozess, in dem am Ende letztendlich die richtigen Schlüsse gezogen werden.Nur gut, dass bei jedem Menschen dieser Lernprozess unterschiedlich lange dauert.Die künftige Geschichte wird den Beweis liefern! Darin bin ich mir ganz, ganz sicher.

LG falk.

Anonym hat gesagt…

Hallo Frank aus Storkow, Du reziterst wahre Klassiger!

Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.

Die Aufhebung dieser Lösung hat immer die Gefahr des Entstehen des F., und den hat die Menschheit bereits mehrmals erlebt. Seit wachsam!

Gruesse v. falk.

Anonym hat gesagt…

Dokumentiert
Dank der IKF an Ulla Jelpke

Liebe Ulla Jelpke,

mit Freude und Dank haben wir Deine Grußworte zur Tagung von Mitarbeitern der DDR-Auslandsaufklärung in Strausberg vernommen. Wir, illegale Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS und des militärischen Nachrichtendienstes der NVA, organisiert in der Initiativgruppe "Kundschafter des Friedens" - vulgo: Spione der DDR in der Bundesrepublik - haben teilweise über Jahrzehnte für den Sozialismus und für die DDR im Feuer gestanden. Viele von uns haben ihr Engagement mit mehrjährigen Haftstrafen gebüßt, während - wie Du auch herausgestellt hast - die Spione des Westens belobigt, entlohnt und für eventuelle Haftstrafen entschädigt wurden.

Wie zu erwarten, wurde Deine Grußbotschaft von einigen Medien aufgegriffen, um DIE LINKE mangelnder Distanz zum "Unrechtsstaat DDR" zu bezichtigen und insbesondere Dich persönlich zu diffamieren. Wir begrüßen es deshalb besonders, dass Du nicht vor den Schreihälsen einknickst, sondern in Deiner Replik vom 27.05.2010 die objektiven Sachverhalte nochmals nüchtern darstellst. Auch wenn die Main-Stream-Medien diese Replik ignorieren, werden wenigsten für die Anhänger und Mitglieder der LINKEN die Tatsachen nochmals in Erinnerung gerufen. Erfreulicherweise sind große Teile der Partei nicht bereit, jeden antikommunistischen Blödsinn als historische Wahrheit zu unterschreiben. Ein Kotau vor Geschichtsklitterungen von Birthler, Knabe und Bild würde den Zielen der LINKEN langfristig nichts nützen.

Wir bleiben unseren Idealen einer gerechteren Welt treu und werden die LINKE weiterhin mit solidarischem Interesse begleiten.

Für den Vorstand der IKF e. V.
Dieter Popp, Vorsitzender
31.05.2010

Quelle:kundschafter-frieden.de

Gruesse v. falk.

Anonym hat gesagt…

"TOPAS" begeht heute seinen 65. Geburtstag

Herzlichen Glückwunsch, Rainer!

Zu den Gratulanten zählt auch die junge welt. In der heutigen Ausgabe ist folgendes nachlesbar:


Gegenddarstellung

Rainer Rupp



Es gibt viele Gründe, jW zu

lesen und zu abonnieren. Ein

besonders wichtiger sind die

ständigen Beiträge von Rainer Rupp

in dieser Zeitung. Warum? Die

Antwort könnte lauten: Vorsprung

durch Wissen. Wer z. B. seinen

Artikel »Bomben im System« in der

jW-Krisenbeilage vom 29. Oktober

2008 über sogenannte Credit De-

fault Swaps und ihre zukünftige ver-

heerende Wirkung gelesen hatte, für

den war das, was dann bis hin zum

ersten Wackeln des Euro folgte,

keine besondere Überraschung. Das

mag ein schwacher Trost sein ange-

sichts des sozialen und politischen

Desasters, das der Kapitalismus der-

zeit wieder einmal anrichtet, aber

der Experte hat das zu schildern,

was sich aus seinen Recherchen

ergibt, nicht, was er sich wünscht.

Dieser Artikel Rainer Rupps zu den


tatsächlichen Krisenbeschleunigern

war vor zwei Jahren einer der ersten

in der deutschen Presse, die zu

diesem Zeitpunkt das K-Wort kaum

auszusprechen wagte. Viele andere

Beispiele ließen sich anfügen.

Rainer Rupp ist keine Kassandra,

sondern ein geborener Analytiker.

Seine Voraussetzung für klare Sicht

auf die Verflechtungen von Politik

und Kapital, auf das Geheimnis,

in dem Krieg und Krise gemacht

werden, ist: Er gehört zu den Unbe-

stechlichen. Diese Eigenschaft führ-

te ihn 1968 zum Engagement für

die Hauptverwaltung Aufklärung

des DDR-Ministeriums für Staats-

sicherheit und ließ ihn unter dem

Decknamen »Topas« zum wichtig-

sten Kundschafter des Warschauer

Vertrages bei der NATO werden. Da

er sich um den Frieden in Europa

verdient gemacht hatte, wurde er

von den Siegern im Kalten Krieg

verfolgt. In den sieben Jahren Haft

zwischen 1993 und 2000 bekam

Rainer Rupp deren Rache zu spü-

ren – bis dorthin, wo es ans Leben

geht. Seit 1997 schreibt er ständig

für diese Zeitung. Heute feiert er

seinen 65. Geburtstag. jW gratuliert

herzlich, mit großem Dank für die

Arbeit und – auf viele Jahre!

Verlag und Redaktion


Quelle: http://www.jungewelt.de/2010/09-21/041.php