Dienstag, 22. September 2009

Und manchmal werde ich vor Zorn stumm,


schreiben geht zum Glück. Es gibt tatsächlich ein Wahlkampfthema, damit konnte man ja nun gar nicht mehr rechnen und es ist schön, daß es der Mindestlohn ist. Das ist das Instrument, das die SPD vor einigen Jahren einführen wollte, als Die Linke den fast wortgleichen Antrag 2007 in den Bundestag einbrachte, war auch die SPD dagegen, schließlich kann man ja nicht mit den "Schmuddelkindern" der Demokratie (was immer das im bundesdeutschen Staat auch heißt) stimmen.

Nun also ist er ein Wahlkampfthema geworden. Die SPD erhofft sich Wähler, die dieses Abstimmungsverhalten vor 2 Jahren vergessen haben und mit einem entsprechenden Wahlergebnis könnte er ja dann doch Wirklichkeit werden.

Der Mindestlohn als gesetzlich vorgeschriebene Entlohnung trifft natürlich nicht jedermanns Geschmack und so gibt es pro und kontra und pro und kontra usw. usf.

"Wir haben in Deutschland de facto schon einen Mindestlohn - durch Hartz IV. Die Grundsicherung sichert nämlich jeden ab und verhindert, dass jemand arm werden muss. Und dafür muss in der Regel nicht einmal gearbeitet werden. Viele ausgeübte Tätigkeiten, für die dann auch noch gearbeitet werden muss, sind schlechter entlohnt.
Ich frage mich daher, wofür man da noch einen zusätzlichen allgemeinen, gesetzlichen Mindestlohn braucht, der auch noch Arbeitsplätze gefährden könnte. Vor allem der Niedriglohnsektor wäre bedroht. Denn gerade hier wurden in den vergangenen Jahren viele neue Jobs geschaffen. Und das nur, weil es möglich war, geringer Qualifizierte zu bezahlbaren Löhnen einzustellen. Dieser Fortschritt wäre durch einen Mindestlohn durchaus gefährdet. Und nebenbei gesagt: Die Menschen haben ihre Jobs im Niedriglohnsektor ja auch frei gewählt..."

Dieses Zitat stammt von Klaus F. Zimmermann (George W. läßt grüßen), Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.
Ich nehme an, er gehört in diesem Staat zu dem, was sich Leistungsträger schimpft. Daß sich diese Leistungsträger allerdings für die Subventionierung der Arbeit durch den Staat aussprechen, ansonsten aber den freien Markt vergöttern, spricht eher für Gier , Lobbyismus, Egoismus etc., hat aber wenig mit Leistungsträgerschaft zu tun.

Bild: dpa-Zentralbild

Nachtrag 23.09.2009
Und da noch andere Leistungsträger sich den Kopf zerbrechen, wie wärs denn damit:



Bei Frau Will kann man(n) ja ab und zu mal dummes Zeuch denken. Oder macht man das dort immer? Wobei "dummes Zeuch" in diesem Fall sicher gar verharmlosend ist. Manchmal staune ich, was sich so alles in achso demokratischen Parteien tummelt.



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Zitat: "Und nebenbei gesagt: Die Menschen haben ihre Jobs im Niedriglohnsektor ja auch frei gewählt."
Auf soviel Zynismus muss men erst einmal kommen und sagt wohl alles über das vertretene Menschenbild aus.
Aber auch der ständig gebrauchte Begriff "Leistungsträger" zeugt davon, dass man Menschen in Klassen einteilt ( vielleicht noch ein Klassenwahlrecht ??? ) - und da reden diese Leute davon, dass wir alle angeblich in einem Boot sitzen. Der Klassenkampf von oben lässt grüssen, setzen wir endlich unseren Klassenkampf dagegen.
Ein zorniges Miau

Valli hat gesagt…

Klassenwahlrecht ? Gar nicht so abwegig: "Der Vorsitzende des CDU-nahen Studentenverbands RCDS will die Stimmrechte von Rentnern und Arbeitslosen einschränken. Die Leistungsträger müssten gegenüber Hartz-IV-Beziehern und Rentnern gestärkt werden, meint Gottfried Ludewig." So titelt der Tagesspiegel gestern.Noch wird dieser Armleuchter von den Oberbonzen seiner Partei kritisiert. Noch.

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Jeanette hat gesagt…

Manfred, probieren mußt Du es selbst, es sei denn, Du wartest bis ich zu Hause bin, dauert aber noch bis 19.00 Uhr. Und von hier komme ich nicht auf youtube. GLG Jette

Jeanette hat gesagt…
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