Dienstag, 29. September 2009

Wahlentscheidung


Ja, ich habe gewählt. Ich habe die zwei Kreuze auch bei einer Partei gemacht und nicht auf beiden Seiten ein großes Kreuz. Mein Stimmzettel war gültig und ich grübel schon, ob das die richtige Entscheidung war. Zuviele der Menschen, die mir wichtig sind, die politisch so ticken wie ich, haben das große Kreuz bevorzugt.

Trotzdem, auch nach 48 Stunden stehe ich zu meiner Entscheidung, eine Partei gewählt zu haben, der ich vor 4 Jahren noch freudestrahlend mein Kreuz gegeben habe, die mir jetzt jedoch immer mehr Bauchschmerzen bereitet. Nein, es ist nicht mehr die Partei, für die ich 1990 bis 1994 im Stadtparlament gesessen habe, für die ich mit die ersten Schritte in eine Gesellschaftsordnung gemacht habe, die mir persönlich völlig fremd war und das bis heute geblieben ist.

Aber auch wenn ich spüre, nicht mehr genug von MarxEngels und Lenin zu wissen, ahne ich doch, daß Deutschland ziemlich weit weg von einer revolutionären Situation ist. Und da halte ich es eben für wichtig, in diesem Bundestagsgeflecht die Partei zu unterstützen, die sich als einzige noch soziale Forderungen auf die Fahnen geschrieben hat.

Sie mag sich in den nächsten Jahren, noch mehr als jetzt schon, der Sozialdemokratie annähern und möglicherweise werde ich 2013 auch ganz anders wählen, aber jetzt war es mir wichtig, das was gemacht werden kann zu unterstützen.




Kommentare:

gruesdi hat gesagt…

Damit du nicht so allein bist, kann ich dir mitteilen, dass meine zwei Kreuze ebenfalls dieser Partei galten.
Ich habe für eine Partei gestimmt, die keinen Krieg möchte, Hartz IV abschaffen will, für eine Reichensteuer ist und für einen Mindestlohn eintritt.
Diese Partei ist in der Lage im Bundestag eine echte Oppositionsrolle zu spielen.
Diese Partei ist das linke Korrektiv zur SPD und den Grünen. Ist ja auch nicht ganz schlecht.
Ich ahne es schon. Es wird eine Menge Widerspruch auf mich einprasseln.
Die Zeit ist noch nicht reif für große revolutionäre Umwälzungen, sonst hätte die Arbeiterklasse wohl anders gewählt. Oder?

Anonym hat gesagt…

Keiner braucht sich zu entschuldigen, die LINKE gewählt zu haben und das ist auch völlig korrekt, solange man sich über diese Partei nichts vormacht und in ihr etwas sehen will, was sie nicht ist.
Was die Arbeiterklasse betrifft, so ist hier wohl noch viel zu tun und es ist ein Objekt-Subjekt-Problem. Objektiv existiert eine Arbeiterklasse, aber man hat es geschafft, dass sie sich subjektiv kaum noch als Klasse versteht und damit ist auch ihr entsprechendes Bewusstsein verschüttet. Vielleicht werden die kommenden Graussamkeiten etwas dagegen tun, aber das reicht nicht, wenn dazu nicht auch die entsprechenden theoretischen Einsichten kommen ... und die kommen nicht von allein.
Arbeiterklasse "an sich" reicht nicht.
Grüsse an alle hier, Miau

Jeanette hat gesagt…

Manfred, ich wollte mich auch nicht entschuldigen, ich wollte es für mich selbst klären und ich gebe zu, daß kann ich am besten schriftlich. Reden ist nicht so mein Ding.
Und ja, ein "Parteilehrjahr" fehlt mir manchmal schon sehr. Ich würde mich halt gern mehr austauschen, mehr wissen usw. usf.

neanada hat gesagt…

Ich unterschreibe den kompletten Beitrag von gruesdi, genau das wollte ich auch eben schreiben.