Montag, 3. Januar 2011

Berliner S-Bahn - Nichts Neues bei der DB


Ob ICE im Fernverkehr, ob die Berliner S-Bahn GmbH, die Bahn kommt nicht aus den Schlagzeilen und das völlig zurecht.
Wer in Berlin für seinen täglichen Arbeitsweg auf die S-Bahn angewiesen ist, hat seit ca. 1 1/2 Jahren schlechte Karten.

Verkehrssenatorin Junge-Reyer kritisierte die "Unfähigkeit der S-Bahn, die selbst verursachte Krise zu bewältigen". Die "Wut der Fahrgäste ist berechtigt". Das Grundproblem sei, dass hier ein Konzern seine Monopolstellung nutze, um das Land unter Druck zu setzen. Man müsse die Bahnreform von 1994 grundsätzlich überdenken. Die Länder bräuchten mehr Einfluss auf das Netz, schließlich würden sie für den Nahverkehr bezahlen. "Wer das Netz hat, verfügt über die Macht", sagte Junge-Reyer.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) allerdings vertraut vorerst weiter auf die Bahn. Er habe "angemahnt, eine kundenfreundliche Lösung zu erarbeiten", teilte er am Donnerstag mit: "Der Bahn-Vorstand hat uns dargestellt und zugesagt, alles zu unternehmen, um das Problem schnellstmöglich zu lösen." Der Berliner Senat mag solchen Ankündigungen nicht mehr vertrauen. "Ich glaube nur noch das, was ich sehe", sagte die Verkehrssenatorin.

Dieser Artikel stammt aus der taz, allerdings nicht von diesem Jahr, sondern vom 07.01.2010. Irgendwie hat sich seitdem nichts geändert.

Zur Zeit fahren von 550 Zügen, über die die S-Bahn verfügt, nur noch 228. 228 Züge, das ist allerdings eine reife Leistung des Herunterwirtschaftens. Aber da die Bahn in Gestalt der S-Bahn natürlich ihren Beförderungsauftrag hervorragend erfüllt, war es am 1. Januar 2011 Zeit für eine Fahrpreiserhöhung im Durchschnitt um 2,8 %. Es gibt Unternehmen, die schrecken vor nichts zurück.

Bildnachweis: www.bahnbilder.de
, Zug der DR in DDR-Lackierung bei Erkner

Kommentare:

Valli hat gesagt…

Gestern waren noch 200 Züge einsatzbereit. Die Strecken Strausberg-Strausberg Nord,nach Wartenberg, Spandau u.a. sind eingestellt. Geht's noch schlimmer ?

Jeanette hat gesagt…

Uff, danke, Frank...ich hatte den Situationsbericht von Sonntag abend von meinem Schwager und ein bisserl Zeitung. Na, wenn Strausberg eingestellt ist, kommt der irgendwie nicht mehr zur Arbeit

Nadja Norden hat gesagt…

Liebe Jette,
Surfe mal nach Heinka’s Blog. Sie schrieb herrliches über russische Spezialitäten. Es wird Dir ganz bestimmt gefallen ;-) Wünsche schon jetzt „Guten Appetit“! http://heinkas.blogspot.com
Über die Berliner S-Bahn schreibe ich Dir später etwas. Strecke: Erkner-Ostbahnhof !
Ganz liebe Grüße,
Deine Nadja

heinka hat gesagt…

Was man in den letzten Jahren aus der Berliner S-Bahn gemacht hat, das ist einfach ein Skandal, so finde ich! Wer ist dafür verantwortlich; es muss doch jemanden geben!?

Es ist so unglaublich peinlich für die Großstadt BERLIN, für diese Weltmetropole, dass man DAS einfach nicht mehr im Griff hat bzw. wohl auch nie mehr in den Griff bekommen wird!
Wer soll dafür Verständnis haben!?
Was sagen die vielen, vielen Gäste Berlins zu diesem (mittelalterlichen) Zustand!?

LG, heinka

Jeanette hat gesagt…

Hallo Heinka,

ja, dafür gibt es Verantwortliche. Die S-Bahn gehört der Bahn-AG, also der BRD zu 100 %. In dem Wahn, die Bahn börsentauglich zu machen, wurde an allen Ecken und Enden gespart. Die alten RAW geschlossen, Leute entlassen, die Wartungsintervalle vergrößert, Leute entlassen. So ging das immer weiter, bis es 2009 gehörig anfing zu knirschen. Und nun kommt jeden Tag ein kleiner Knall dazu. Die S-Bahn ist inzwischen zu einem Not-Notfahrplan übergegangen. Und Valli schrieb ja, daß inzwischen ganze Strecken eingestellt wurden. Gruß Jette