Samstag, 15. November 2008

Die Tafeln - kurze Gedanken



Die Tafeln - heute sind sie Thema in der Jungen Welt und den ganzen Tag gehen sie mir nicht aus dem Kopf.

Nicht alle Menschen haben ihr täglich Brot – und dennoch gibt es Lebensmittel im Überfluss. Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich – mit ehrenamtlichen Helfern, für die Bedürftigen ihrer Stadt. Das Ziel der Tafeln ist es, dass alle qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige verteilt werden. Die Tafeln helfen so diesen Menschen eine schwierige Zeit zu überbrücken und geben ihnen dadurch Motivation für die Zukunft. (Tafelgedanke auf www.tafel.de, also auch Werbung für die Tafel)

Sollen wir uns glücklich schätzen, daß es diese Tafeln gibt oder ist es nicht viel mehr eine Bankrotterklärung unserer Gesellschaft, daß es sie geben muß. Weil Menschen, die unter uns leben, die genauso ein Recht auf Arbeit, Wohnung und vor allem Würde haben, gezwungen sind, diese Tafeln zu nutzen, um sich angemessen und vor allem ausgewogen ernähren zu können. Aber nein, hier werden öffentliche Gelder dafür verschwendet, festzustellen, daß auch 132,00 EUR für den Lebensunterhalt eines von Arbeitslosigkeit Betroffenen ausreichen, damit er sein Auskommen hat.

Was haben wir für eine Gesellschaft, in der die "Oberschicht" von unser aller Steuergelder gesponsert wird, der Staat aber nicht die Mittel aufbringt, Kinderarmut zu verhindern. Denn daß er diese nicht hat, glaubt wohl kein halbewegs gebildeter Mensch.

Was nützt mir meine Freiheit, reisen zu können, wohin ich will, wenn mein Geldbeutel es nicht gestattet, was nützt mir Demokratie, die mit Volksherrschaft reinweg nichts zu tun hat, die sich darauf beschränkt, alle 4 Jahre den Wahlzettel auszufüllen. Sorry, da setze ich andere Prioritäten. Immer wieder wird mir bewußt, ich habe im besseren deutschen Staat gelebt, was heute als Gleichmacherei verteufelt wird, war u. a. die Gewißheit, in der DDR hat niemand gehungert, war die Sorge um einen Arbeitsplatz einfach nicht vorhanden, waren Kinder kein Armutsrisiko und machte die Zukunft der eigenen Kinder keine grauen Haare.

Ich möchte gern ohne Tafeln leben können, weil jeder mit seiner Hände Arbeit seinen Lebensunterhalt selbst verdienen kann! Das ist für mich Menschenwürde!!!

Bildnachweis: entnommen www.sonntag-sachsen.de

Kommentare:

Valli hat gesagt…

In unserem dümmlichen Sonntags-Werbeblatt steht heute ein Artikel über Aurora Lacasa. Quintessenz: Sie war inn der DDR privilegiert! Im Vergleich zu heute war ich das auch, denn ich hatte eine Arbeit, von der ich mich und meine Familie ernähren konnt.

Jeanette hat gesagt…

in dem Punkt waren aber sehr sehr viele privilegiert.
Man wird doch der internationalen Aurora nicht vorwerfen, daß sie reisen durfte oder bei GENEX einkaufen konnte??

Ich suche übrigens immer noch ein Lied von ihr, das habe ich nur ein einziges Mal gehört in einem Konzert in der Kongreßhalle nach dem Chileputsch:

Die rote Blume hat Vater gepflanzt,
er haßte die Not und er kannte die Angst.
Man hat ihn geholt und zum Schweigen gebracht,
die Blume blüht weiter,
auch in der Nacht.