Montag, 5. Oktober 2009

Internationaler Tag des Lehrers


Im Juni habe ich an den Tag des Lehrers in der DDR erinnert und dabei erfahren, daß es seit 1994 auch in der BRD den von der UNO empfohlenenen Internationalen Tag des Lehrers eben an diesem 5. Oktober gibt.

Aufgrund meines Beitrages vom 12. Juni wurde mein Blog heute vielmals gefunden über das Stichwort "Tag des Lehrers". Ich würde gern mehr erfahren, wie wird der Tag heute aufgenommen, kennen den Tag Kinder und Eltern, gibt es eine Art Dankeschön an die Lehrer oder war passiert an einem solchen Tag heute.

Ich hoffe jedoch, daß es sehr sehr viele Lehrer gibt, die mit Freude und Engagement jeden Tag das kleine Wunder vollbringen, unseren Kindern den Zusammenhang der Erde beizubringen.


Kommentare:

Nadja Norden hat gesagt…

Meine liebe Jette,
Und auf Grund deines Beitrages über den “Tag des Lehrers” sind wir miteinander in Verbindung gekommen und Freundinnen geworden! Da ist meine Freude besonders groß. In meinem Blog (ich nutze die Gelegenheit um zu erklären daß es früher ‚Politiek en Cultuur’ als theoretische Monatszeitschrift der CPN (KP der Niederlände) gegeben hat), bringe ich heute einen Beitrag der zeigt wie es in eine flämische Schule zugeht. Die Schüler danken und die Eltern verwöhnen die Lehrkräfte für ihren tagtäglichen Einsatz, in andere Schulen lenkt man die Aufmerksamkeit auf den Unterrichtsumständen in u.a.Drittweltländer. Die Welt ist nun mal größer wie die BRD und einverleibte DDR! Das weitere Schulpersonal, Sekretariatsmitarbeiterinnen, Reinemachungskräfte und andere haben auch Anteil an diese wohlverdiente Ehrung.
Was Du und ich tun mit unseren Blogs ist auch eine pädagogische Betätigung, wenn auch mehr auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung und Weiterbildung. Daher bekommst Du einen Dankeschön von mir, und frei nach deinem Lieblingssänger Frank Schöbel sage ich Dir „Mach’s nicht so schwer, Genossin Lehrerin!“ ;)
„Macht ist Wissen, Wissen ist Macht“ und „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen“ hieβ es zu meinen Zeiten. Das sollte nicht vergessen werden. Immer bereit!
Deine Freundin
Nadja
<3

gruesdi hat gesagt…

Es ist interessant zu erfahren, dass es einen internationalen Tag des Lehrers am 5. Oktober gibt. In meiner engeren und ferneren Umgebung kennt niemand dieses Ereignis. Das macht auch nichts, da es an meinen Schulen (Sekundarschule, Gymnasium) sowieso keine Lehrer-Huldigungs-Veranstaltungen (darin eingeschlossen sind auch Lehrer-Geburtstage)gibt. Wenn wir gute Arbeit leisten, dann reicht uns ein von Herzen kommendes Dankeschön oder einfach nur glückliche Kinderaugen. Von unserem Lehrer-Kollekteam kann ich behaupten, dass wir mit Freude und Engagement jeden Tag kleine und große Wunder vollbringen, um den gesellschafts- u. elterngeschädigten Kinder humanistische Ideale nahezubringen. Es ist äußerst schwierig gegen eine sich ausbreitende Gefühlskälte u. -verwahrlosung, gegen Verdummungs-TV, Verblödungs-Zeitschriften, Gewalt-DVDs usw. anzukämpfen. Es gibt viele Schüler, die zum ersten mal in ihrem kleinen Leben spüren durften, dass sie als kleine Persönlichkeiten ernst genommen und geliebt werden ... durch uns Lehrer.

Anonym hat gesagt…

Nein Jette, diesen "Lehrertag " kenne ich nicht. Meinen Kindern ist
er auch fremd. Eben habe ich noch zwei Mädels (17 und 12 ) befragt:
sie hatten keine Ahnung. "Uns hat keiner was gesagt" :)
Es gibt einige sehr gute und die Menschen, besonders die kleinen,
liebenden Lehrer. Ihnen würde ich jede Ehrung gönnen. Aber meine Erfahrungen sind eher schlecht, auch mit den Lehrern meiner inzwischen
erwachsenen Kinder. Die Regel ist, dass auch in den Klassen die ärmsten Kinder den schwersten Stand haben, nicht nur bei den Mitschülern. Mobbing und Brutalität
auf dem Schulhof werden gekonnt übersehen und Demütigungen durch Lehrer sind nicht selten. Nicht umsonst verabschieden sich so viele Kinder -häufig schon in der
Grundschule - inoffiziell aus der Gesellschaft und geben sich und damit auch uns, auf.
An gruesdi: Ich hoffe, Du bist mir über diese Worte nicht böse, bestimmt gehörst Du zu den Anteilnehmenden.
Allgemein tut mir leid, dass ich nicht positiver dazu schreiben kann,
aber ich möchte hier auch nochmal zu bedenken geben, dass im Bundestag sehr überproportional Lehrer sitzen. Sie haben (oder besser gesagt:nehmen) sich die Zeit, die sie der Arbeit mit den Kindern wegnehmen. Seid mir nicht böse, aber in dieser BRD sehe ich keinen Anlaß, die Lehrer zu feiern.
LG Anne ,und Dir, Jette, ein "Alle Achtung", dass Du neben Deinem Seminar hier noch was gebacken bekommst :)

neanada hat gesagt…

Lehrertag... Ich habe meinen Theorie-Abschluss als Unterstufenlehrerin im Juni 1991 gemacht. Er wurde nicht anerkannt. 4 Jahre Anschlussstudium dienten nur dazu, uns Ehemalige mürbe zu machen. Was suchten wir auch an der Uni - so ganz ohne Abitur. Dass unser Studium absolut fundiert war und wir alle mit Fachwissen angefüllt, interessierte nicht. Am Ende hätte ich mir gegen Absolvierung von 120 Stunden "Kurs" das Studium wenigstens als Berechtigung zur Horterzieherin anerkennen lassen können. Aber ich wollte Lehrerin werden. Heute bin ich teils traurig, dass ich es nicht mehr durfte. Und andererseits froh, dass es so gekommen ist. Dieser kapitalistischen Gesellschaft will ich keine egoistischen, geldgierigen Ellbogen-Mentalitäten ausbilden.

In der DDR war der Tag des Lehrers in meinen Augen ein Tag der Würdigung des Berufes. Wenn die Kinder Blümchen oder kleine Geschenke mitgebacht haben, freuten sich beide Seiten darüber. Heute ist der Tag des Lehrers für mich nicht mehr als eine Phrase. Viel zu viele Kinder lernen beizeiten, dass Lehrer nix zu sagen haben und dass Lernen unnütz ist. Entsprechend ist auch das Ansehen des Lehrers... Da nützt auch der Feiertag nichts.

Anonym hat gesagt…

Sicherlich muss man Lehrer ebenso differenziert betrachten, wie alle anderen berufsgruppen. Es wird viele geben, die mit Idealismus an ihren Beruf gegangen sind und auch noch gehen, nicht nur 68er geprägte. Aber auch die leben in der kapitalistischen Profitgesellschaft und wurden und werden von ihr geprägt. Schlimmer aber sind diejenigen (wenn ich den Untersuchungen vertrauen soll), die schon in der Schule eine soziale und klassenmässige (hier im Sinn des ML-Klassenbegriffs) Einteilung betreiben. Kinder von sogenannten Unterschichten immer weiter nach unten zu reichen und damit jede Zukunftschance verbauen. Wer glaubt, dass das nicht gewollt ist, sollte endlich aufwachen. Das ganze Gelabere von Bildung usw. ist doch nur Ablenkungsmanöver, wenn man noch nicht einmal bereit ist, einheitliche Lehrpläne zu machen. Eine gebildete Elite und dummes Wahlvolk, so wolle sie es und merken nicht, wie sie ein soziales Pulverfass füllen. Armes BRD, Miau

gruesdi hat gesagt…

Die Beiträge zum Lehrerberuf haben mich etwas irritiert. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass eine teilweise recht negative Sicht unter den Linken zu diesem Beruf vorherrschend ist.
Nenanda meint froh zu sein, dass sie keine Lehrerin geworden ist, weils sie "dieser kapitalistischen Gesellschaft keine egoistischen, geldgierigen Ellbogen-Mentalitäten ausbilden will". Mir ist kein Bildung- und Erziehungsauftrag bekannt, der so etwas von einem Lehrer fordert. Wenn ich anonym richtig verstanden habe, dann können Lehrer nur ausführende Instrumente dieser Gesellschaft sein, weil sie von dieser kap. Profitgesellschaft geprägt sind. So viel Ahnungslosigkeit und Vorurteile stimmen mich traurig. Über die angebliche soziale und klassenmäßige Einteilung möchte ich mich hier nicht auslassen. Vorschlag an alle - Kommt einfach mal zu uns in den Osten und schaut euch die Lehrer und die Lehrpläne an. Und bildet euch dann ein Urteil. Ich kenne sieben Schulen aus eigener Lehrtätigkeit und kann feststellen, dass auf diese das in den Artikeln geschriebene nicht zutreffend ist. Übrigens sind die meisten Lehrer dieser Schulen eher links orientiert, vielleicht (?) weil sie DDR-sozialisiert sind.