Freitag, 5. Juni 2009

Europa friedliebend?

Mit Besuchern hat Mainz so seine liebe Not. Mußte die Stadt 2003 Dabbelju und die damit verbundenen Sicherheitsvorkehrungen über sich ergehen lassen, trieb es jetzt den Verteidigungsminister der BRD auf Einladung der hiesigen CDU in das an sich ja nette Städtchen. Das alles wäre nicht schlimm, wenn er doch den Mund gehalten hätte. Aber das war wohl nicht der Anlaß seines Besuches, einfach mal vorbeischauen und die Gusche halten, wie der Berliner respektlos sagt. Und dazwischen kamen noch einige, die die Stadt nicht gebraucht hätte, doch zurück zum Minister, der sich mit weit außerterritorialen Kriegen verteidigt.

Aber nein, Jung erklärte u.a., daß 60 Jahre Frieden in Europa auch eine Leistung der europäischen Einigung und des Zusammenwirkens der Staaten seien. Lt. Wikipedia hat Europa 48 Länder, nicht mitgezählt das Kosovo und Transnistrien, in der Europäischen Union sind mit dem heutigen Tag 27 Länder, so ganz hat die Einigung also in Europa noch nicht stattgefunden.

Und rechnen kann er auch schlecht, der letzte Krieg in Europa wurde ziemlich genau vor 10 Jahren beendet. An dem Krieg gegen Serbien durch die NATO ändert sich auch nichts, wen man dafür andere Namen verwendet. Wenn ein Land durch andere Länder 3 Monate lang bombardiert wird, ist das Krieg.

Aber diese EU steht für Werte wie Frieden, Freiheit und Sicherheit, so seine Überzeugung, wie er auf dieses falsche Pferd kommt, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Frieden, allein dieses Wort in den Mund zu nehmen, während durch den erklärten Bündnisfall ein großer Teil Mitgliederstaaten der Europäischen Union in Afghanistan Krieg führen, ist nicht nur lächerlich, sondern menschenverachtend. Aber auch das, was in Afghanistan vor sich geht, heißt ja im Amtsdeutsch nicht Krieg.


1 Kommentar:

Valli hat gesagt…

Es ist wichtig, dass man diesen verlogenen Bonzen immer wieder die Wahrheit um die Ohren haut - natürlich nur symbolisch.